Uffwache un mei Kuppche Kaffi hawwe Pack mei Dinge un faahr zur Schul Copies mache un alles fer der Daag vorbereide Mach mei Waddefresse uff
Glocke glingt 'Sis acht Uhr Schtudents kumme in mei Schtubb rei Mir saage "Guder Mariye" zu enanner Ich froog eb sie ihre Schpiel geschdrowed gewunne hen Ich froog eb sie viel Hausarewet ghatt hen
Mir verschpreche die Faahne Mir heere zu die Bekanntmachinge Ich seh wer heit net do iss Ich saag alliepper ihre Notes rauszugriege
Mir fange aa mit Deitsche Grammar zu lanne Mir schwetze mit neie Vocabulary Sie mache Fehler Mir lache
Die Dier brecht uff En Schtudent mit en Flint schpringt nei BANG BANG BANG Greische Chaos Blut iwwerall Kareper uff em Boddem Der Schiesser schpringt naus un geht der Gang nunner
Greische BANG BANG BANG Meh Greische Polis greische Schtudents heile, rufe fer ihre Eldere Ich schiddel, iss des Echt, iss des realli gschehe?
BANG BANG BANG BANG BANG BANG "Er iss nunner!" Greische "Pennsylvaani Schtaats Polis!" "Mir kumme!" Paramedics schpringe nei Sie bedecke die Kareper Mir sin rausgenumme
Blut in die Geng Blut uff die Wend Blut uff die Boddem Polis iwwerall Der Schiesser, uff em Grund, dot
Mir sin drausse genumme TV Cameras, Reporters, Polis, Feiermenner, EMTs, Helicopters Iwwerall Familye widdervereinicht Ee Paar net
8 Dot 6 Schtudents, 2 Schulmeeschdern 15 verletzt
Gedenke un Bede unsere Weg gschickt "Ich hab nimmi gedenkt ass so was do gschehe daet." Ferwas? En Daag in der Schul
Posted onSeptember 4, 2024byMichael Werner|Comments Off on Peter V. Fritsch – Das kulturelle Gedächtnis der Pennsylvania Dutch
Peter V. Fritsch beim Schreiwerfescht des Kutztown Folk Festivals (2010)
Eine Würdigung
Peter Fritsch (1945-2015) war ein ruhiger Mensch. Er lebte zurückgezogen mitten im Wald in einer umgebauten Scheune an der Centennial Road in der Nähe von Alburtis. Als ich ihn 1994 erstmals dort besuchte, war er 49 Jahre alt. Damit gehörte er unter den sogenannten „Fancy Dutch“ – also Nicht-Mitgliedern von Old Order Amish oder Old Order Mennonites – zu den jüngeren Sprechern.
„Ich bin en alter Bachelor“, sagte er über sich selbst, weil er unverheiratet war. Er sprach die Mundart so wunderbar unverfälscht, wie er sie in seiner Kindheit in „Langschwamm“ (Long Swamp) in der Familie gelernt hatte. Und von Kindesbeinen an war er gerne mit Älteren zusammen und ließ sich die „Schtoris“ von früher erzählen.
Sein Vater John Fritsch zog an Silvester mit Freunden von Haus zu Haus, um in der Gegend den traditionellen „Neuyaahrswinsch“ zu geben: „Mir winsche eich en glickseeliches neies Yaahr, en Bretzel wie en Scheierdoor, en Brotwascht wie en Offerohr …“. Da es in jedem Haushalt zum Dank einen Schnaps für die „Winscher“ und Musiker gab, kam John meist „gsoffe heem“, wie Peter lachend erzählte. Als John starb, machte Peter mit seinen Freunden Linda und Mike Hertzog und weiteren Familienmitgliedern weiter. Nur die Tradition mit dem Alkohol übernahmen sie nicht.
Peter Fritsch mit Mike Hertzog (Banjo) und weiteren Musikern (2009)
Peter schrieb Texte in Mundart und publizierte Bücher. Deshalb lernten wir uns kennen. Beruflich war er Kunstlehrer in Reading, und er hatte einen Lehrauftrag zur pennsylvanisch-deutschen Kultur am Ursinus College in Collegeville (PA).
1994 besuchte ich gemeinsam mit ihm seine gute Freundin Florence Baver (1911-1999). Florence, eine Grundschullehrerin, war der Kopf der „Pennsylvania Dutch Folk Culture Society” in Lenhartsville gewesen. Sie war eine sehr freundliche Frau, die sich sehr für den Erhalt der Kultur der Pennsylvaniadeutschen einsetzte. Dabei konnte sie aber auch streitbar sein. Sie stand im engen Austausch mit den Gründern des Kutztown Folk Festivals: Prof. Don Yoder (1921-2015), Prof. J. William Frey (1916-1989) und Prof. Alfred L. Shoemaker (1913-ca. 1967). Schon vor Florence Bavers Tod wurde das Center in Lenhartsville aufgelöst, und die meisten Materialien fanden eine neue Heimat im gerade gegründeten Pennsylvania German Cultural Heritage Center in Kutztown (PA).
Von Peter Fritsch hörte ich 1994 erstmals in Pennsylvania vom „Bucklich Maennli“. Es sollte dafür verantwortlich sein, dass Peter seinen Hausschlüssel nicht finden konnte: „Des hot des verdollt bucklich Maennli geduh!“, rief Peter immer wieder. Und: „Es hot sei Millich grickt!“ Der Schlüssel fand sich, auch ohne die Hilfe des „Bucklich Maennli“, hinter dem eine wirklich interessante Geschichte steckt. Letztlich führt sie auch zur Beantwortung der Frage, was Elwedritsche wirklich sind. Awwer sell iss en anner Schtori!
Peter Fritsch spielt Hackbrett (2015)
Peter habe ich all die Jahre immer wieder besucht, ihn ausgefragt, seine Geschichten auch aufgenommen. Mehrfach lud ich ihn auch nach Deutschland und in die Pfalz ein. Seine Antwort war immer klar: „Nee, nee, ich schlof es liebscht in mei eegen Bett!“
In seinen 60ern wurde ihm der Garten rund um seine Scheune zu viel, und er entschied sich, nach Topton in ein kleines Häuschen zu ziehen. Dort besuchte ich ihn im Februar 2015 ein letztes Mal. Er wirkte unglücklich und wünschte sich in seine Heimat im Wald zurück. Es half aber nichts: Das Gebäude hatte er verkauft. Nur wenige Monate nach meinem Besuch erfuhr ich , dass Peter überraschend verstorben war.
Es heißt ja: Jedes Mal, wenn ein Mensch stirbt, stirbt eine ganze Welt. Bei Peter Fritsch trifft das in ganz besonderem Maße zu. Er fehlt.
Der Pälzylvanier
Der Haahne Greht (2008)Florence Baver (1994)Halloween Scherenschnitte (2011)Michael Werner und Peter Fritsch (2015)Peter Fritsch (2010)Peter Fritsch in seiner umgebauten Scheune (1994)
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Mary Laub mit Michael Werner bei der Vorstellung des Films “Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika” im rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz (2018 – Quelle A. Linsenmann)
Eine Würdigung
Seit 1869 wurden deutlich über 100 Mundartbücher in Pennsylvania-Deutsch herausgebracht. Die meisten von ihnen sind heute in Bibliotheken einzusehen oder antiquarisch zu erwerben. Wer sich für die Dialektliteratur interessiert, kann hierzulande zum Beispiel im „Deutsch-Pennsylvanischen Archiv“ von „Hiwwe wie Driwwe“ stöbern, das seit 2016 in der Mennonitischen Forschungsstelle auf dem Weierhof bei Kirchheimbolanden verwahrt wird.
Mary Laub: Uff der Bauerei (2017)
Man stellt fest, dass die Auflagen dieser Bücher stetig gesunken sind, und wer heute publiziert, druckt nur noch eine kleine Anzahl von Exemplaren. Dass es auch anders geht, beweist seit ein paar Jahren die pensionierte Universitätsprofessorin Mary Laub aus der Gegend von Kutztown. Ihr Kinderbuch „Uff der Bauerei – Die Henny un der Spunky“ ist vergleichsweise hochauflagig 2017 bei Masthof Press in Morgantown erschienen (masthof.com). Seit dieser Zeit bin ich mit Mary in Kontakt, weil sie eine Sache anders macht als alle anderen Autorinnen und Autoren in Pennsylvania: Sie bemüht sich um Lesungen, stellt ihr Buch aktiv vor und wirbt sogar dafür, wenn sie mit Menschen auf der Straße oder in Geschäften ins Gespräch kommt. Kurz: Sie betreibt ein aktives Eigenmarketing. Das funktioniert, und so hat sie in den letzten sieben Jahren bereits sechs Bücher nebst zugehörigen Audio-CDs publiziert.
Mary Laub mit weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern des “Schreiwerfeschts” beim Kutztown Folk Festival (2019)
Daneben ist sie eine treue Teilnehmerin beim jährlichen „Schreiwerfescht“, das Prof. William Donner und Ed Quinter auf der „Seminar Stage“ des Kutztown Folk Festivals organisieren. Etwa zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind für gewöhnlich dabei. Mary Laub bringt auf diese Weise die Mundart zu den Menschen und stellt Lesestoff zur Verfügung, mit dem Großeltern ihre Enkelkinder mit der Sprache ihrer Enkelkinder in Kontakt bringen können. Es wäre viel gewonnen, wenn ihr Beispiel Schule machte.
Als wir im Sommer 2018 den Film “Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika” auf Einladung von Landtagspräsident Hendrik Hering im Parlament in Mainz im Rahmen einer Vorpremiere erstmals vorstellten, war sie mit ihrem Mann gerade zufällig per Schiff auf einer mehrtägigen Reise auf dem Rhein unterwegs. Da sie am selben Abend in der Landeshauptstadt anlegte, luden wir sie kurzerhand zur Vorstellung ein – ebenso wie Deutschlehrerin Ashley Snyder von der Conrad Weiser High School in Berks County, die zu diesem Zeitpunkt wieder einmal bei uns in Ober-Olm zu Gast war.
Der Pälzylvanier
Mary Laub mit Ashley Snyder und Michael Werner im Landtag Rheinland-Pfalz (2018)Mary Laub beim Folk Festival (2019)Mary Laub beim Folk Festival auf der Seminar Stage (2019)Mary Laub, Buchpräsentation (2021)Mary Laub beim Folk Festival (2022)Mary Laub mit Dave Adams un Al Zentner beim Folk Festival (2022)Schreiwerfescht 2019 auf der Seminar Stage des Folk Festivals
Dorothy Beam und Michael Werner in Millersville (2019)
Zum 90. Geburtstag
Dorothy Beam heißt ganz korrekt eigentlich Prof. Dorothy Pozniko Beam – sie hat ukrainische Wurzeln und wurde in Salem (Ohio) geboren. Viele in Pennsylvania kennen sie unter dem Namen „Bischlin Gnipplin“, weil sie die Ehefrau von Prof. C. Richard Beam (1925-2018) war, der pennsylvanisch-deutsche Texte mit seinem Autorenpseudonym „Bischli Gnippli“ zeichnete. Weshalb, das löse ich im Februar 2025 auf, wenn ich aus Anlass des 100. Geburtstags von Dick Beam ihm einen kleinen Text widme. Beam stellte Dorothy gerne als „Bischlin Gnipplin“ vor – ganz oft sagte er aber auch: „Des iss die Dorothy – mei Fuhrfraa!“
Dorothy Beam mit ihrem Mann Dick an den Niagara Fällen (1996)
Und es stimmte. Gerade in den letzten Jahren fuhr Beam nicht mehr selbst Auto, sondern überließ das Steuer seiner neun Jahre jüngeren Frau. Wenn wir im Pennsylvania Dutch Country unterwegs waren, hörten die beiden im Wagen am liebsten deutsche Opern – und Beam sang lauthals mit: „Papageno, Papageno!“ Dorothy lächelte dann zufrieden vor sich hin und konzentrierte sich auf den Verkehr. Sie war Professorin für Klavier an der Millersville University gewesen, und im Wohnzimmer ihres Hauses steht raumfüllend ein wunderbarer Flügel. Seit meinem ersten Besuch im Jahr 1994 füllte sich das Zimmer Jahr für Jahr mehr mit sprachwissenschaftlichen Büchern zum Pennsylvaniadeutschen. Ihr Mann Dick arbeitete seit Ende der 1960er Jahre daran, ein mehrbändiges Wörterbuch zu publizieren. Zunächst hatte sein Ende der 1980er Jahre gegründetes „Center for Pennsylvania German Studies“ noch Räume an der Universität, aber irgendwann musste er mit allen Unterlagen ins private Wohnhaus umziehen. Im Haus befindet sich eine Bibliothek, die eine Schatzkammer für alle ist, die sich mit dem Thema „Pennslyvania German“ beschäftigen.
Dorothy hat dem wichtigen Wörterbuch-Projekt Raum gegeben – im Haus und in ihrem Leben. Jahrzehntelang fuhr sie mit ihrem Mann zu Gewährspersonen, um möglichst alle im Pennsylvanisch-Deutschen verwendeten Wörter zu erfassen. Aus Audioaufnahmen wurden Wortlisten, dann Karteikarten und schließlich digitale Einträge im Computer. Wir Freunde und Bekannte beobachteten den Fortgang des Projektes und hatten zwischenzeitlich Sorge, das Wörterbuchprojekt könnte zu groß sein, um es noch in der Lebenszeit von Dick Beam abzuschließen. Zum Glück aber waren Dorothy und Dick Beam mit einer guten Gesundheit gesegnet – und sie hatten immer Hilfe von Studentinnen und Studenten, die von der Millersville University bezahlt wurden. Als Joshua Brown im Jahr 2004 Assistent war, erschien endlich der erste Band. Später wurde „Yossi“ Deutsch-Professor in Wisconsin. Im Anschluss übernahm Jennifer Trout die Assistenz, und Dorothy und sie unterstützten Dick Beam mit all ihren Kräften, um das Projekt zu einem guten Ende zu bringen. Bei der Herausgabe des ersten Bandes war „Bischli Gnippli“ bereits 79 Jahre alt, beim elften und letzten Band im Jahr 2007 dann 82.
Die “Fuhrfraa” am Steuer – ein Foto aus dem Sommer 2017
Wenn Dick Beam von seiner „Fuhrfraa“ sprach, war das ausgesprochen liebevoll gemeint und voller Hochachtung. Es herrschte großes Einvernehmen zwischen den beiden, und er wusste, was er an Dorothy hatte. Mittags fuhren sie oft zum „Conestoga“ – einem Restaurant, das nur sechs Meilen entfernt lag. Dort bedienten meist junge Studentinnen, und Dick Beam machte sich manchmal einen Spaß daraus, sie „in deitsch“ anzusprechen. Bisweilen klappte das auch, nämlich dann, wenn sie jungen Frauen aus Familien stammten, die die konservativen Amish oder Mennoniten verlassen hatten. Ein schönes Beispiel ist Rose Fisher aus Lancaster County, die zwischenzeitlich selbst Linguistik studiert hat und derzeit über das Pennsylvanisch-Deutsche promoviert.
Dick Beam war Deutsch-Professor, aber auch Dorothy sprach sehr gut hochdeutsch. Ende der 1960er Jahre haben die beiden ein Austauschjahr am Deutschen Sprachatlas der Universität Marburg verbracht – und wer sich wie sie für klassische Musik interessiert, kommt am Deutschen auch kaum vorbei.
Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2018 konnte ich Dorothy noch einmal besuchen. Es war ein sehr schöner Nachmittag im Sommer 2019. Dann kam Corona und machte Reisen in die USA unmöglich. Bei meinem nächsten Besuch 2022 klappte es mit einem Termin leider nicht.
Dorothy lebt heute noch immer in ihrem Haus in Millersville, empfängt aufgrund ihres Alters aber keine Besuche und nimmt keine Anrufe mehr entgegen. Deshalb rufe ich ihr aus der Ferne und mit etwas Verspätung zu: „Hallicher Gebottsdaag, Dorothy! Grooss Dank fer alles, was du darich die letschte 30 Yaahr fer mich geduh hoscht!“
Der Pälzylvanier
(Nachtrag: Jennifer Trout hat mich am 7. November 2024 informiert, dass Prof. Dorothy Pozniko Beam verstorben ist. Zum Nachruf kommt man hier.)
Dorothy und Dick Beam (1996)Dick Beam, Michael Werner, Frank Kessler, Dorothy Beam (2002)Dorothy und Dick Beam (2005)Frank Kessler, Dick Beam, Michael Werner, Dorothy Beam (2005)Dick und Dorothy Beam an Haag’s Hotel (2005)Dick und Dorothy Beam im Conestoga (2005)Jennifer Trout, Dick Beam, Frank Kessler, Dorothy Beam und Michael Werner (2010)Dorothy Beam, Dick Beam, Michael Werner und Jennifer Trout (2015)Dorothy Beam (2015)
Der Butch Reigart hot mich paarmol g’frogt fer mei Lewenslaaf gewwe. Nau, ich hab net viel gewisst vun meim Lewenslaaf, – des iss yuscht Daag fer Daag darich die Welt gange. Awwer zidder ass er mich nau g’frogt hot fer den Owed dohaer kumme, hawwich deel Sache uffgeguckt – un ich hab mehner g’funne ass ich gemeent hett as ich wisst. Un ich kann verleicht zwee odder drei Schtunn schwetze, wann ihr sell wodde. Nau, wann eenichebber ebbes hot zu frooge odder ebbes net verschteht, duht eier Hend in die Heeh un winkt bissel, un seller Weg schtobbe mer graad un duhne’s ausrechle. Ich weess net, was ihr verleicht net verschtehne odder verleicht henn ihr ebbes meh zu frooge – froogt’s an de Zeit, un mer kenne’s noh darichfiehre.
Werley’s Corner in Lechaa Kaundi. Datt hot aa der Sterling “Tiny” Zimmerman (1921-2000) gewuhnt.
Der Butch hot mich g’frogt: Wie hoscht du g’schtaert des Pennsilfaanisch Deitsch schwetze? Well, ich hab bissel gedenkt, un es geht zerick noch “Wally’s Korner“; nau, Wally’s Korner iss “Werley’s Corner” in Englisch. Un die Deitsche in unser Gegend henn immer, wann’s en Eck aryets waar, henn sie’s “Corner” g’heesse. Sie henn’s ken Eck g’heesse. Heidesdaags, wann ebber Pennsilfaanisch Deitsch schwetzt in unser Gegend un an die gleene Schteddlicher guckt, saage sie net “Corner”, sie saage “Eck”. Awwer mir henn net “Eck” gsaat, mir henn “Corner” gsaat. Un Wally’s Corner iss, wu ich gewuhnt hab fer die aerschde fimf Yaahr.
Nau, Wally’s Corner hot ebbes notwennich – un sell iss die Zimmerman’s Freindschaft. Wieviel henn g’heert vum Sterling Zimmerman? Net viel henn. Well, der Sterling Zimmerman hot viel g’schwetzt an Versammlinge un Grundsau-Lottsche. Un er hot viel zuh duh ghatt mit de pennsilfaanisch deitsch Schprooch uffhalde in unser Gegend. Un es waar, ass ich datt im Schteddel gewuhnt hab in mei aerschde Yaahre, ich hab nix g’heert ass wie Pennsilfaanisch Deitsch. Es waar darich der Grieg, mer hot ken ‘Rations’…, alles waar ge‘rationed’ gewest, mer hot kenn Gaes grieye kenne, mer hot ken ‘Teiers‘ kaafe kenne, die Maschine henn in die Schepp g’schtanne, – un die Nochberschaft iss beinanner gebliwwe. Samschdaags, wann des Hof-arewet g’schafft waar un alles uffgeraamt, un’s iss geye oweds kumme, iss alle-ebber im Schteddel nunner an’s Wattshaus geloffe. Un datt hen mer uff de Portsch g’hockt. Un ich waar’s eensichscht Kind im Schteddel. Un ich hab nimmand ghatt fer mit schpiele, so hawwich uff de Drebbe g’hockt, vanne an de Portsch. Un ich hab abg’haricht: die Schtories, ass sie verzaehlt hen, wie sie als geloge henn zu nanner, un wie sie als Gschpass gemacht henn mit nanner… Un sell iss, was ich gelannt hab.
Die Scheier vun Werley’s Corner mit Scheierschtanne.
Nau, ich hab net gelannt fer Deitsch schwetze deheem. Die Memm …, mei Memm un mei ‘Pop’, henn Englisch zu mir g’schwetzt, un zu mei Brieder noh schpaeder … Awwer all die annere Leit henn Pennsilfaanisch Deitsch g’schwetzt. Un so, ich bin uffgewaxe mit alles verschteh, awwer ich hab’s net g’schwetzt. Mei Memm hot in de Frocke-Faeckdry g’schafft in Allentown; un die Leit, die Weibsleit datt, henn Gschpass gemacht vun’re weil sie so “dutchified” waar. Un sie hot net hawwe wolle, ass mir Buwe uffwaxe daede un waerde es ‘saem’e Weg. Mei Graemmemm hot immer Deitsch g’schwetzt zu uns – un mir henn Englisch geantwatt. Un wie die Memm in die Schtadt g’schafft hot in Allentown, noh hot sie als zu de Graemmemm gsaat, “Schwetz kenn Deitsch zu de Buwe, schwetz Englisch! Ich will hawwen ass ihr Englisch schwetze.” Awwer die Graemmemm hot ‘re net g’folligt. Un die Graemmemm hot immer Deitsch g’schwetzt. Un darich die Graemmemm hawwich gschtaert lanne fer’s Deitsch zu schwetze. Mei Graemmemm waar voll Raetzlicher. Wissen ihr, was Raetzlicher sinn? – Des sinn “rhymes”. “Ah-Beh-Tseh, die Katz hockt im Schnee; der Schnee geht weck, die Katz hockt im Dreck.” Un noh, wie ich in die Schul gange bin, hawwich sell als gsaat. Un noh…, mer hot kenn Deitsch schwetze darefe an die Schul sellemols, gaar net, net iewens draus im Schpielland. Un noh, abaddich ee Maedel iss immer nei-g’schprunge zu die Schulheldern un hot gsaat, “Der Donald iss widder net Englisch am schwetze, er iss am Deitsch schwetze!” Un ich bin als in Druwwel kumme; noh haww ich als drei odder vier Daag drin hocke misse bei de Schultietscher. Awwer ennicher, die Graemmemm hot mer so Sach wie sell gelannt. Eh, “Unser aldi Windmiehl geht die Schtrooss naus, duht die Kieh naus, bringt die Schoof heem; waerscht net nuff gegraddelt, waerscht net runner g’falle; hettscht mei Schweschder g’heiert, waerscht mei Schwoger warre!” Die hot Dutzende un Dutzende vun selli! Sie hot sie aussewennich gewisst. Un noh hot sie mich als gelannt fer selli saage.
Un noh kummt mer in unser Nochberschaft…, waar en ‘Literary Society‘, henn sie’s g’heesse. Un eemols der Munet, der aerscht Samschdaag vun yeder Munet sin sie zamme kumme. Sie henn als ‘Debates’ ghadde, Dischbediere, un Sach wie sell in e ‘Program’. Un noh hen sie als gebrowiert fer die yungi Leit grieye un annere Leit aa, verleicht fer eppes schpiele odder saage. Un noh hot die Graemmemm mich mitgenumme un gsaat, “Nau, saagscht du sell, was ich dich gelannt hab!” Un noh hawwich die Reetzlicher gsaat. Un noh, wie ich greesser warre bin, hawwich als lengere gelannt un selleweg gsaat. Un sell waar es Aafang, daed ich saage, vun Pennsilfaanisch Deitsch schwetze. Ich hab net g’schwetzt mit nimmand, awwer ich hab Deitsch “gsaat”. Awwer ich muss saage, wann’s net gewest waer fer mei Graemmemm, ich glaab net, ass ich so fatt gelannt hett fer Deitsch zu schwetze. Awwer die Graemmemm hot’s yuscht net uffgewwe; sie hot Deitsch g’schwetzt. Es hot nix ausgemacht, wann ich Englisch geantwatt hab, sie hot eenicher Deitsch g’schwetzt. Un mer hen nanner verschtanne sellerweg.
(Talk at Muddy Creek Library, March 15, 2024 – Der erscht Deel)
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Comments Off on Wie ich glannt hab deitsch schwetze
Macht mit beim "Pälzer Prosa Preis 2026". Einsendeschluss ist am 1. Februar 2026. Der Wettbewerb findet am 18. April 2026 statt.
Mundarttage Bockenheim 2026
Die Mundart-Werkstatt für pfälzische Nachwuchsautorinnen und Autoren. Termin: 18. April 2026. Bewerbungen sind bis 1. Februar 2026 möglich. Bitte dem Link folgen ...