Bruno Steinhauer gewinnt Mundart-Wettbewerb 2026

Alle Preisträgerinnen und Preisträger des 74. Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreits in Bockenheim (2026)

Er war zum ersten Mal in Bockenheim dabei – und gewann auf Anhieb: Bruno Steinhauer aus Edenkoben überzeugte die 10-köpfige Jury des Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreits mit seinem Text „Im Stroßecafé“. Die Experten kommentierten das Gedicht mit folgenden Worten:

„In ungebundenen Reimen und lockeren Versen nähert sich der Autor den Themen „Hitzesommer“, „Klimawandel“. Dies geschieht jedoch weder beschreibend, noch anklagend. Im Gegenteil: Anscheinend völlig unbeschwert wird der „schöne Sommer dieses Jahr“ vom Protagonisten genossen und fast unmerklich werden dabei auf gefährlich leichte Weise Gedanken an Umweltkatastrophen formuliert: Austrocknende Seen, das Schmelzen von Gletschern und Eis. Dass unreflektiert von „Eskimos“ die Rede ist, unterstreicht die beim Lesen fast schmerzliche Ignoranz im Text, der schon mit einem Paukenschlag an Oberflächlichkeit beginnt: „in afrika, do unne“. Darauf einen Riesling und ein Lachen – das uns wahrscheinlich spätestens beim nächsten ach so schönen Sommer im Halse stecken bleiben wird.“

Bruno Steinhauer schreibt über sein Gedicht: „Der Text ist eine emotionale Momentaufnahme an einem sehr heißen Sommersonntag, als ich an einem Café vorbeiging, die gutgelaunten BesucherInnen und den sonntäglichen „Genuss“-Autoverkehr an der benachbarten Ampelkreuzung wahrnahm und einige Tage zuvor tatsächlich einen Artikel über die Situation der Inuit im Klimawandel las.“

Insgesamt 90 Texte waren in diesem Jahr für den Hauptwettbewerb und die Sonderkategorien in diesem Jahr eingereicht worden. Die Preisträger im Überblick:

  1. Preis: Bruno Steinhauer (Edenkoben, Pfalz) mit „im strooßecafé”
  2. Preis: Silvia Kästner (Mainz, Rheinhessen) mit „Uffgäwwe”
  3. Preis: Max Stapf (Weisenheim am Sand, Pfalz) mit „Fetze im Kopp”

Anerkennungspreise:

Maritta Reinhardt (Wonsheim, Rheinhessen) mit „Ich will face booke“
Heidi Eller (Uelversheim, Rheinhessen) mit „Dehaam unn aach dehaam“
Lothar Sattel (Waldsee, Pfalz) mit „Zeitvertreib“
Gisela Gall (Bad Dürkheim, Pfalz) mit „s große Spiel“
Norbert Schneider (Rehborn, Naheland) mit „Kerwegedicht“
Matthias Zech (Speyer, Pfalz) mit „Mit 94″
Stefan Klopp (Bliesransbach, Saarland) mit „Uffpasse“

Sonderpreis mit dem Motto „Weihnachten”: Maritta Reinhardt (Rheinhessen) mit „Weihnachtscountdown”
Publikumspreis: Maritta Reinhardt (Rheinhessen) mit „Ich will face booke“
Dr. Wilhelm-Dautermann-Preis für eine mundartliche Neuerscheinung: Peter Eckert (Saarland)
Preis fer Neie: Heidi Eller (Rheinhessen) mit „Anisplätzjer”
Hiwwe wie Driwwe Award: Mary Laub (Kutztown, Pennsylvania) mit „Ebbes wehich die Sume”

Die musikalische Umrahmung übernahm die Band „The Shooflies“ aus Pennsylvania mit einem Programm in pennsylvanisch-deutscher Mundart. Der Pfälzische Mundartdichter-Wettstreit ist der älteste Wettbewerb dieser Art in Deutschland und in der Pfalz der einzige, der jährlich ausgeschrieben wird. Im Jahr 2027 feiert er sein 75-jähriges Bestehen.

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