
Ashley Snyder habe ich im Juli 2010 im Rahmen des Kutztown Folk Festivals kennengelernt. Gemeinsam mit Paul Kunkel (1926-2020) saß sie am Stand der Groossdaadi Grundsau Lodsch – jener Vereinigung, die als Dachorganisation die 17 regional verteilten pennsylvanisch-deutschen Grundsau-Lodsches repräsentiert. Besuchern gaben sie mit Hilfe einer alten Tafel einen kleinen Sprachkurs in Pennsylvanisch-Deitsch. Ebenso wurde am Stand Musik gemacht, um Festival-Gäste zum Mitsingen alter Mundart-Lieder zu bringen. Wir kamen schnell ins Gespräch, und es stellte sich heraus, dass sie an der Conrad Weiser Highschool in Robesonia Deutsch unterrichtet.
In den Folgejahren besuchte ich sie immer wieder in ihren Klassen. Eine amerikanische Highschool funktioniert anders als ein deutsches Gymnasium – angefangen bei der Prüfung des Reisepasses im Schulsekretariat und dem anschließenden offiziellen Einlass. Die Eingangstüren sind aus gutem Grund in vielen Schulen verschlossen und werden vom Schulpersonal geöffnet. Besonderen Eindruck machte auf mich, dass manche Schüler in Jahren einer Fußball-WM mit deutschem Trikot in die Schule kamen. Sie erklärten mir, sie hätten Verwandte in Deutschland und regelmäßigen Kontakt mit der alten Heimat ihrer Vorfahren.
Ashley bemüht sich immer, pennsylvanisch-deutsche Elemente in den Hochdeutsch-Unterricht einzubauen. Denn das ist ja gerade das Besondere in Berks County, Pennsylvania: Es gibt einen konkreten Anlass, die Sprache der Vorfahren zu lernen. Oft gibt es in den Familien noch alte schriftliche Unterlagen oder eben persönlichen Kontakt mit entfernten Verwandten. Viele Amerikaner interessieren sich für Familienforschung, und in diesem Kontext macht das Erlernen der deutschen Sprache ebenso Sinn.
Ashley treffe ich seitdem immer wieder: bei Folk Festivals, beim pennsylvanisch-deitschen Zammelaaf oder aber in Deutschland. Seit 2026 gibt es eine offizielle Schulpartnerschaft zwischen der Conrad Weiser Highschool und dem Gymnasium am Römerkastell in Alzey. Auf deutscher Seite wird der Austausch von Dr. phil. habil. Helmut Schmahl betreut, der dort als Lehrer arbeitet. Am Zustandekommen dieses ganz neuen Programms war „Hiwwe wie Driwwe“ nicht ganz unschuldig. Wir sind alle froh, dass das geklappt hat, und wünschen diesem deutsch-amerikanischen Austausch einen langen Bestand!







































































