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Rudolf Post spricht in Ober-Olm

Dr. Rudolf Post

Der Förderverein der Gemeindebücherei Ober-Olm e.V. lädt am „Welttag der Muttersprache“ der UNESCO am 21. Februar 2025 zu einem Vortrag von Dr. Rudolf Post über „Mundarten in Rheinhessen“ ein. Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr in der Alten Schule gegenüber von Rathaus von Katholischer Kirche statt.

Rudolf Post war von 1981 bis 1997 Bearbeiter des „Pfälzischen Wörterbuchs“ in Kaiserslautern und von 1998 bis 2009 Bearbeiter des „Badischen Wörterbuchs“ in Freiburg. Neben seinem Standardwerk „Pfälzisch – Sprachkultur in der Pfalz und der Kurpfalz“ (neu erschienen 2023) hat er im Herbst 2024 das Buch „Mundarten in Rheinhessen“ vorgelegt. Hier wird die rheinhessische Sprachlandschaft erstmals ausführlich vorgestellt. Rudolf Post ist eng mit dem Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit in Bockenheim (Pfalz) verbunden und war lange Mitglied und Vorsitzender der Jury.

Zum Vortrag: Das Gebiet links des Rheins zwischen Worms, Mainz und Bingen, das seit etwas mehr als 200 Jahren „Rheinhessen“ genannt wird, war und ist sprachlich und kulturell vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt. Carl Zuckmayer hat dies mit seinem Bild von der „Völkermühle am Rhein“ zu fassen versucht. Die Mundarten in diesem Gebiet sind geprägt von dieser Geschichte zwischen Austausch und Beharren. Sie zeigen neben einigen Gemeinsamkeiten eine Fülle von Verschiedenheiten, die den Charakter einer jeweiligen rheinhessischen Ortsmundart ausmachen. So hört man in einem großen Teil Rheinhessens für „ihr habt“ ehr hunn, anderswo aber ihr hett und wieder anderswo ihr hann oder ihr henn.

Im Vortrag werden mit Hilfe von Abbildungen und Sprachkarten sprachliche Abgrenzungen innerhalb Rheinhessens und nach außen thematisiert und dabei die Frage erörtert, inwieweit man überhaupt von einer „rheinhessischen Mundart“ sprechen kann. Darüber hinaus werden Alter und Entwicklung der Mundarten in Rheinhessen, Besonderheiten der Laut-, Formenlehre und Syntax, der Reichtum des rheinhessischen Wortschatzes und seine Beziehungen zum Lateinischen, Französischen oder Jiddischen nicht ausgelassen. Auch die Verwendung des Rheinhessischen in Literatur und Kultur – also die Mundartliteratur und mundartliche Liedinterpreten – werden kurz vorgestellt.

Der Vortrag bietet sowohl den „eingeborenen“ Rheinhessen wie auch den Zugezogenen manches Vertraute, aber auch viel Neues über das in der Mundart manifestierte immaterielle Kulturerbe Rheinhessens. Im Anschluss an den Vortrag können Zuhörerinnen und Zuhörer Fragen stellen oder ihre eigenen Beobachtungen und Sichtweisen zum Mundartgebrauch in Rheinhessen mitteilen.

Rudolf Post: Vortrag „Mundarten in Rheinhessen“.
Ober-Olm 21.02.2025 – Alte Schule Ober-Olm, 19 Uhr

Gemeindebücherei Ober-Olm
Kontakt: gemeindebuecherei@ober-olm.de

Scott Reagan auf Hiwwe wie Driwwe Tour 2024: Download der Liedtexte

Pennsylvanisch-Deutsch und Pfälzisch sind ähnlich, aber nicht gleich. In 300 Jahren Trennung haben sich die Mundarten auch unterschiedlich weiterentwickelt. Deshalb bieten wir hier die Möglichkeit, die Songtexte von Scott Reagan als PDF herunterzuladen. Viele haben uns in den vergangenen Jahren die Rückmeldung gegeben, dass das Mitlesen der Songtexte sehr hilfreich ist:

So einfach geht’s: Einfach klicken und das jeweilige PDF öffnen bzw. herunterladen. Viel Spass!

Scott Reagan auf “Hiwwe wie Driwwe Palatinate Tour 2024”

Scott Reagan aus Nazareth (PA) kommt in der Zeit vom 17. Oktober bis 20. Oktober in die Pfalz und nach Rheinhessen, um sein Programm mit pennsylvanisch-deutschen Liedern zu spielen. Er ist am 17. Oktober im rheinhessischen Ober-Olm in der Alten Schule (19 Uhr) und am 18. Oktober im Auswandererungsmuseum Oberalben bei Kusel in der Westpfalz (19 Uhr). Am 19. Oktober tritt er im Rahmenprogramm des Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreits in Bockenheim auf (14 Uhr), und am Sonntag begleitet er den 18. Deutsch-Pennsylanischen Tag in Altrip in der Pfalz musikalisch (14 Uhr).

Richard Miller – Ein “Dutchman” aus dem Bilderbuch

Parre Richard Miller in Ladenburg beim 8. Deutsch-Pennsylvanischen Tag (2013)

Eine Würdigung

Heimatverbunden, familienorientiert, religiös und mit bäuerlichem Background – so sieht auch im 21. Jahrhundert ein typischer Pennsylvanisch-Deutscher aus. Ist dies alles gegeben, stehen die Chancen nicht ganz schlecht, dass die Person auch noch Mundart spricht.

Auf Richard Miller (87) aus Virginville (PA) trifft all dies zu, und Richard ist sogar noch lutherischer Pfarrer. Viele Jahre lebte er in Brooklyn in New York, wo er eine Stadtgemeinde betreute. Und doch zog es ihn immer heim ins pennsylvanisch-deitsch Land, zurück zur Familie. Vor allem im Sommer und beim Kutztown Folk Festival kann man ihn und seinen Bruder Lester antreffen. Richard engagiert sich unter anderem beim „Schreiwerfescht“, sein älterer Bruder betreut die Volkstänzer beim Hoedown auf der Hoedown Stage. Ich glaube, 80 % der kleinen Tänzerzinnen und Tänzer gehören zur großen und weit verzweigten Miller-Familie.

Die Miller Brieder: William, Robert, Richard, Russell und Lester (2012) – Mit einem Klick kommt man zum Video

Richard und vier Brüder traten Jahrzehnte lang als „Miller Brothers“ auf und sangen Lieder in pennsylvanisch-deutscher Mundart. Aber auch allein mit Gitarre ist der „Parre vun Nei Yarick“ immer hörenswert. Ich kenne ihn seit etwa 2007 und hatte ihn 2013 im Rahmen der „Hiwwe wie Driwwe Palatinate Tour“ in die Pfalz eingeladen. Er spielte sein Programm in Bockenheim und Oberalben, aber auch im kurpfälzischen Ladenburg und im rheinhessischen Ober-Olm.

Für uns in Ober-Olm war es der erste „Pennsylvaniadeutsche Abend“, den wir im Rathaus organisierten. Seitdem heißen wir jedes Jahr einen Gast aus Amerika willkommen.

Wenn man mit den Miller-Brüdern und ihren Ehefrauen unterwegs ist, wird es meistens sehr lustig. Leider ist Richards Bruder Russell zwischenzeitlich verstorben. Ich bin nicht sicher, ob sie weiter zu viert auftreten.

Richard lebt mittlerweile im nahen Topton (PA). Von hier aus könnte er die paar Meilen sogar mit einer historischen Eisenbahn nach Kutztown zum Folk Festival fahren.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass man auch in der nächsten Generation der Miller-Familie den Dialekt noch mindestens versteht, wenn nicht auch spricht. Das muss ich bei Gelegenheit einmal testen.

Der Pälzylvanier