
Wir leben in interessanten Zeiten. Füttert man eine spezielle KI mit dem Druck-PDF eines Buches, erstellt die nicht-menschliche Intelligenz daraus einen Podcast. Sehr erstaunlich und zum Anhören empfohlen. Bitte hier klicken.

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Tagged Elwedritsche, hiwwe wie driwwe, KI, Michael Werner, Podcast

Eine Würdigung
Man kann Wissenschaft betreiben, indem man viele Bücher liest und im Anschluss Funde vor dem Hintergrund dieser Bücher bewertet. Das sind die Theoretiker. Man kann Wissenschaft aber auch betreiben, indem man sich Menschen vernetzt und mit ihnen gemeinsam Dinge tut, die einen wissenschaftlich interessieren. Das sind die Praktiker.
Patrick Donmoyer gehört zur zweiten Art Wissenschaftler. Er ist Direktor des Pennsylvania German Cultural Heritage Centers der Kutztown University – aber gleichzeitig eben auch Vorstandsmitglied von Grundsau Lodge No. 1, Sänger beim Dolpehocken Saenger Chor, Moderator der „Deitsch Schtunn“ auf Berks County TV, Mitherausgeber von „Hiwwe wie Driwwe“, aktiver Teilnehmer bei Folk Festivals und so weiter und so weiter. Dinge verstehen lernen, indem man sie selbst tut – das ist Patricks Devise.

Als Direktor des Heritage Centers obliegt ihm eine große Verantwortung. Er muss das Ohr an der Szene haben und gleichzeitig die Erfordernisse des akademischen Betriebs der Kutztown University erfüllen. Da prallen oft Interessen aufeinander. Aber mit seiner ausgleichenden, ruhigen Art hat er – jedenfalls soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann – viele Diskussionen beenden und manches Feuer löschen können. Das ist eine Gabe!
Ich bin nicht mehr sicher, wann mir Patrick zum ersten Mal begegnet ist. Es müsste im Jahr 2007 gewesen, als ich Ed Quinters Dialektklassen in Kutztown besuchte – man kann dort „Pennsylvania German“ im Nebenfach studieren. Vermutlich saß Patrick da in einer der Reihen unter den Studierenden. Ein Foto aus dieser Zeit habe ich nicht gefunden. Etwa 2011 wurde er Assistent von Prof. Rob Reynolds, dem damaligen Chef des Heritage Centers. Nach dessen Weggang übernahm er 2013 die Leitungsfunktion. Seit diesem Zeitpunkt arbeiten wir beim Projekt „Hiwwe wie Driwwe“ eng zusammen, und seit 2021 ist er Mitherausgeber der Zeitung.
Patrick Donmoyer ist ziemlich genau 20 Jahre jünger als ich, und der Beginn unserer Zusammenarbeit im Jahr 2013 markiert für mich eine Zeitenwende. Während ich in den ersten 20 Jahren meiner Beschäftigung mit dem Pennsylvania-Deutschen seit 2013 immer viel von deutlich Älteren gelernt habe, sind es seit etwa diesem Zeitpunkt die Jüngeren, von denen ich lernen darf. Ich bin sehr froh, dass im Herbst 2024 eine Gruppe von etwa 20 in der Szene Aktiven zusammengekommen ist, um nach dem Ableben des Kutztown Folk Festivals über Möglichkeiten zu diskutieren, den Dialekt und die Kultur der Pennsylvania-Deutschen auch in Zukunft zu pflegen. Ich gehöre in diesem Kreis nun zu den Älteren, und ich bemühe mich, gut zuzuhören. Die Amerikanerinnen und Amerikaner, die hier zusammensitzen, werden entscheiden, wie es mit dem Pennsylvanisch-Deutschen in Berks County und drumherum weitergehen wird.

„We have to walk, before we run”, war einer der Wahlsprüche von Prof. David Valuska, dem Vor-Vorgänger Patrick Donmoyers in der Funktion des Heritage-Center-Direktors. Nun ist Patrick sein würdiger Nachfolger. Gleichzeitig ist er aber auch der Nachfolger Prof. Don Yoders, der große Teile seines Nachlasses dem Heritage Center überlassen hat. Don war ein Menschenfreund, und er hat seine Bücher immer aus einer großen Nähe zu den Menschen heraus geschrieben. Bei den Leuten sein, ihnen zuhören und mit ihnen handeln und erst dann wissenschaftliche Ableitungen treffen – das war sein Ansatz. Wenn Don Yoder oder Patrick Donmoyer ein Buch geschrieben haben, haben sie zuvor ihr Thema über viele Jahre von innen heraus „gelebt“. Das ist im deutschen Wissenschaftsbetrieb oftmals anders. Projektbezogen wird drei bis fünf Jahre an einem Thema gearbeitet, dann ist das nächste dran. Die nachfolgende Finanzierung bestimmt, wo die Reise hingeht.
Ich bin sehr froh, dass Patrick Donmoyer heute der Direktor des Pennsylvania German Cultural Heritage Centers ist. Und ich freue mich darauf, weiter von ihm zu lernen.




























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Veröffentlicht unter 'S Katz Deitsch Schtick, Der Pälzylvanier
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Vor einigen Tagen habe ich ein interessantes Zitat gelesen. Peter Brugger, Professor für Verhaltensneurologie und Neuropsychiatrie an der Universität Zürich, schrieb 2013: „Abergläubische Menschen stellen leicht Bezüge her. Diese Fähigkeit haben sie mit kreativen Menschen gemein. Kreativität zeichnet sich gerade durch die Fähigkeit aus, über herkömmliche Kategoriengrenzen hinweg zu assoziieren. Man denke nur an den Traum einer sich in den Schwanz beißenden Schlange, die den Chemiker Friedrich August Kékulé auf die Ringstruktur des Benzolmoleküls aufmerksam machte. Diese „kreative“ Seite des Aberglaubens könnte der Grund sein, warum er trotz aller unbestrittenen Nachteile evolutionär überlebt hat.“ (Quelle: Das Gehirn)
Seine These ist, dass die Fähigkeit, in nicht zusammen hängenden Dingen Zusammenhängendes zu sehen, ein evolutionärer Vorteil war. Stellen wir uns vor, wir sitzen in der Nacht am Lagerfeuer, und im Dickicht erkennen wir in der Dunkelheit ein Muster. Wir interpretieren das Muster als wildes Tier und machen uns zur Abwehr bereit. Und wir überleben. Wer dieses Muster nicht erkennt und sich nicht auf einen Kampf vorbereitet, wird vielleicht gefressen. Das bedeutet: Es kann sein, dass wir nur Unsinn sehen und diesem Unsinn einen Sinn geben. Dann ist aber nichts verloren. Denn es kann auch sein, dass wir das Muster richtig interpretieren und nur deshalb überleben.
Was hat das mit uns heute zu tun? Ich kenne Menschen, die tragen einen bestimmten Schal, wenn sie zum Fußball auf den Betzenberg gehen. Gewinnt der FCK, ziehen sie denselben Schal beim nächsten Heimspiel wieder an. Sie interpretieren damit nicht Zusammenhängendes als zusammen gehörend. Schal und Fußballergebnis haben nichts miteinander zu tun. Trotzdem interpretieren diese Menschen das so. So entsteht Aberglaube. Aber es macht auch nichts, diesen Schal anzuziehen. Es verschafft den Menschen Kontrollgewinn. Sie meinen, den Sieg damit zwingen zu können. Ein Placebo-Effekt, sicher. Aber es fühlt sich gut an.
Was hat das nun alles mit Elwedritschen zu tun? Wir wir seit den neuesten genetischen Studien des Max-Planck-Instituts aus dem Jahr 2023 wissen, liegt die Urheimat der indoeuropäischen Urvölker im nördlichen Iran, also im fruchtbaren Halbmond. Die Nächte vor vielen tausend Jahren waren gefährlich: Säuglinge starben, ältere Menschen starben – alle im Bett. Irgendetwas musste dafür verantwortlich sein. Man suchte einen Verantwortlichen – und so entstanden Gottheiten (bzw. Dämonen, wenn diese gefallen sind).
Und in dieser Situation versuchte man sich zu schützen. Irgendjemand kam auf die Idee, einen fünfzackigen Stern – ein Pentagram – auf die Fußseite des Bettes zu kritzeln. Und Menschen starben nicht – nicht in diesem Jahr, nicht im darauffolgenden Jahr. Jedenfalls in diesem Haus … Man erzählte den Nachbarn davon, und sie begannen ebenfalls, Pentagramme auf die Fußseite der Betten zu zeichnen. Klar, irgendwann starben in diesen Häusern auch immer wieder Menschen. Vielleicht musste man einfach mehr Pentagramme zeichnen, um die verantwortlichen Dämonen abzuwehren. So zeichnete man die Symbole auch von außen über die Fenster. Es entstand ein System von Schutz- und Abwehrmaßnahmen, das sich über die Zeit immer wieder veränderte. Und es wanderte mit den Menschen auch immer wieder dorthin, wo sich nachfolgende Generationen von Bauern niederließen. Die agrarische Lebensweise mit Vorratshaltung ermöglichte mehr Menschen, satt zu werden. Die Kinder wurden groß, und wenn sie ebenfalls Bauern sein wollten, mussten sie sich an einem anderen Ort niederlassen. Man hat festgestellt, dass sich die bäuerliche Lebensweise von Generation zu Generation um etwa 20 Kilometer ausbreitete. So begannen Vorfahren der Indoeuropäer eine Wanderung, die eigentlich keine war. Nur 20 Kilometer pro Generation, und doch brachte es die Menschen – und ihre Sprachen – vom fruchtbaren Halbmond kommend irgendwann nach Europa und bis nach Indien. Ihre Sprachen diversifizierten – 445 verwandte indoeuropäische Varietäten kennt man heute, und auch ihre kulturellen Muster diversifizierten und veränderten sich durch Raum und Zeit. Die Abwehrmaßnahmen gegen das Böse in der Nacht blieben – aber sie wandelten sich. Ganz am Ende dieses Prozesses steht die Elwedritsch im Pfälzerwald. Es ist eine lange Geschichte, die das Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ erzählt. Eine „Künstliche Intelligenz“ hat schon mal im Buch gestöbert und berichtet ein wenig. Disclaimer: Nicht alles interpretiert die KI richtig, deshalb enthält das folgende Gespräch auch Ungenauigkeiten und sogar zwei oder drei Fehler. Also: Im Zweifel gilt das geschriebene Wort, also das Buch, das im Frühjahr 2025 erscheint. Aber insgesamt gibt es doch einen ganz netten Einblick. Ich finde es tröstlich, dass wir Menschen die KI noch ein klein wenig voraus sind. Die andere Frage ist: Wie lange noch?
Ein Deep Dive von „Notebook LM“ zum Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“:
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„Palz Gschichde“ macht die „Elwedritsche“ zum Thema. Vielen Dank, Patrick Kuhn! Ich wünsche dieser Folge und deinem Kanal viele Likes und zahlreiche neue Abonnenten. Zum Anhören bitte auf das Bild klicken.
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Die „Memetik“ – die Wissenschaft von den Memen – geht davon aus, dass die evolutionäre Weitergabe von Ideen von Generation zu Generation im Grunde funktioniert wie die Weitergabe von Genen – nur dass Meme als „Informationsträger“ empfänglicher für Mutationen sind als Gene. Ein Pentagramm ist ein schönes Beispiel für ein Mem: Einerseits wird seit tausenden von Jahren weitergegeben, wie man ein Pentagramm zeichnet – andererseits wird seit tausenden von Jahren weitergegeben, dass Pentagramme Dämonen abhalten. Das sind die beiden Informationen, die in diesem Mem stecken. Bei der Weitergabe werden sie immer wieder kopiert.
Geprägt wurde der Begriff „Mem“ im Jahr 1976 vom britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Er wollte unter anderem erklären, wie es dazu kommt, dass Menschen z.B. Sinfonien komponieren, obwohl dies evolutionär keinen Vorteil darstellt. In ihrem Artikel „Evolution: Die Macht der Meme“ (Spektrum der Wissenschaft 12/2000) spricht die Autorin Susan Blackmore davon, dass jede Kopieranweisung eines Mems „Lockungen“ und „Drohungen“ enthält. In diesem Sinne ist eine monotheistische Religion ein gutes Beispiel für ein Mem, weil es sowohl die Lockung (Hoffnung auf ewiges Leben) als auch die Drohung (ewige Höllenqualen) enthält – beides auf individueller Ebene des einzelnen Menschen. Gegenüber dieser starken Kopieranweisung zum Beispiel bei einem „christlichen Gebet“ ist die des Mems „Regentanz“ vergleichsweise schwach. Deshalb habe sich der Regentanz auch nicht weltweit durchgesetzt. Strukturell betrachtet, sind die Meme „Gebet“ und „Regentanz“ aus der Perspektive der Memetik gleichwertig. Sie sind allerdings unterschiedlich erfolgreich gewesen.
Ein gutes Buch, das uns ein Stück näher zu den Elwedritsche führt, ist „Kontrollgewinn – Kontrollverlust – Geschichte des Schlafs in der Moderne“ (2014), das Anna Ahlheim herausgegeben hat. Es führt uns zur Dichotomie „Kontrollgewinn versus Kontrollverlust“. Es gibt Meme, die Kontrollgewinn versprechen – zum Beispiel, wenn man in der Vergangenheit ein Pentagramm an seine Tür gemalt hat, bevor man zu Bett ging, um Dämonen abzuhalten. Ein vergleichbares Mem ist, sich vor dem Nachtschlaf zu bekreuzigen und ein Nachtgebet zu sprechen. Beides hat den gleichen Zweck: Man wünscht sich eine ungestörte Nacht und ein Wiederaufwachen am morgen. Der Glaube versetzt – weil er Kontrollgewinn verspricht – Berge, ganz gleich, ob man an ein Vaterunser oder ein Pentagramm glaubt. Erwiesenermaßen nutzen acht Milliarden Menschen auf der Erde individuell ganz unterschiedliche Methoden, um sich für eine ungestörte Nacht zu rüsten. Keine ist besser als eine andere, und auch nicht schlechter. Es sind alles Meme.
Wir müssen uns auf diese abstrakte Ebene begeben, wenn wir verstehen wollen, was Elwedritsche sind. Denn sie sind etwas, vor dem man sich in der Vergangenheit schützen musste. Das liegt jedoch viele Mem-Mutationen zurück. Seit das Mem, das hinter den Elwedritschen steckt, vor vielen tausend – vielleicht vor vielen zehntausend – Jahren entstanden ist, hat es Millionen von Kopiervorgängen hinter sich gebracht. Es sind im Laufe der Geschichte durch Abweichungen in Kopiervorgängen Varianten entstanden, die sich in Raum und Zeit eigenständig weiterentwickelt haben. Was wir im Pfälzerwald bei einer Elwedritsche-Jagd suchen, ist nur die allerletzte Mutation in unserer Region. Das Bild der Elwedritsch hat sich in jüngster Vergangenheit seit Erscheinen des ersten Harry-Potter-Bands 1997 noch einmal verändert. Sprach man vorher meist von einem „Fabelwesen“, ist in den letzten 25 Jahren immer öfter die Beschreibung „fantastisches Tierwesen“ zu lesen. Dies ist nichts als die weitere Mutation eines Mems, das uns seit Menschengedenken begleitet. Im Buch werden wir diesem Mem nachspüren.
Die Memetik hat in den vergangenen 50 Jahren viel Lob, aber auch Kritik erfahren. So geht es allen Theorien. Für das Projekt „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ bildet sie einen guten Background für die Geschichte, die zu erzählen ist.
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Gute Geschichten entstehen aus großen Gefühlen. Wenn sie etwas ansprechen, was Menschen unabhängig von Zeiten und Orten berührt, können sie durch die Jahrtausende getragen werden. Sie sind sogenannte „Meme“. In Memen sind Informationen gespeichert, die weitergegeben werden. Die Träger der Meme – die Menschen – sterben. Die Meme leben weiter. Storytelling gibt es nicht erst seit Beginn des Internets. Die Ursprünge guter Geschichten sind an den Lagerfeuern der Steinzeit zu suchen.
Eine gute Arbeit hierzu stammt von Jack Zipes aus dem Jahr 2012: „The Cultural Evolution of Storytelling and Fairy Tales: Human Communication and Memetics“ (erschienen im Buch „The irresistible fairy tale“).
Er schreibt: „If it is through language and story that cognition is fostered, it is all that much more important that we see the connections between ancient stories and how as well as why we continue to repeat them in innovative ways. Though we do not have printed records of how people told stories thousands of years ago, we do have enough archaeological evidence through cave paintings, vases, tombs, carvings, codices, and other artifacts to enable us to grasp what kinds of stories were told in ancient pagan cultures.“
Und an anderer Stelle ordnet er die Rolle der Fabel als früher Form des „Story Tellings“ in den kulturhistorischen Kontext ein: „Most histories of the fable associate its beginnings with Aesop in 600 BC. Despite Aesop’s significance, however, he did not invent the fable, which probably originated in Sumer and Mesopotamia sometime in 800 BC, and we are not even certain that he existed. But we are sure that archaeologists discovered didactic narrative works on clay tablets and in scripts that resemble the fable in form as well as subject matter, and these Sumerian and Babylonian texts were probably transmitted orally and through manuscripts to the ancient Greeks.“
Meme sind Replikatoren der kulturellen Evolution. Ihre Untersuchung erlaubt es, kulturelle Entwicklungen über große Distanzen und Zeiträume zu beschreiben.
Die Elwedritsch ist ein „Mem“, das sich über die Jahrtausende immer wieder verändert hat (wie ein Märchen). Es gibt sie in unterschiedlichen Versionen in vielen Teilen die Welt. Die Menschen erzählen unterschiedliche Geschichten – im Alpenraum des 16. und 17. Jahrhunderts, in Pennsylvania im 18. und 19. Jahrhundert sowie in der Pfalz im 20. und 21. Jahrhundert. Alle bisher gefundenen Antworten, was eine Elwedritsch ist, können in ihrem jeweiligen Kontext korrekt sein. Denn Kennzeichen eines Mems ist ja gerade, dass es beim Gang durch die Jahrhunderte immer wieder verändert und überformt wird.
Hinter all diesen Geschichten steckt aber immer ein und derselbe Kern – etwas, wovor die Menschen sich fürchteten. Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage liegt in den Wanderungsbewegungen der Indoeuropäer. Wir müssen den Weg rückwärts gehen, um zum Ursprung zu gelangen. Davon erzählt mein Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“.
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Ann M. Cox legte 2015 die Studie „Sleep paralysis and folklore“ vor. Darin gibt sie einen guten Überblick über die Geschichte der sogenannten „sleep demons“. Im Deutschen sprechen wir von „Schlafparalyse“. Während die Muskeln entspannt sind, geht das Gehirn auf Reisen und simuliert sogar körperliche Erscheinungen: Geschöpfe, die in der Ecke des Raumes sitzen oder auf der Brust, Alien-Entführungen und etliches mehr. Brian A. Sharpless verglich bereits 2011 insgesamt 35 Studien zum Thema und stellte fest: Weniger als 8 % der Menschen haben Erfahrungen mit „sleep demons“ gemacht – aber es gibt Gruppen, in denen es häufiger vorkommt.
Und sie berichten Folgendes: „People experience three basic types of hallucinations during sleep paralysis – the presence of an intruder, pressure on the chest sometimes accompanied by physical and/or sexual assault experiences and levitation or out-of-body experiences.“
2014 legte Sharpless einen Artikel zum Thema vor: „Changing conceptions of the nightmare in medicine“ (hier klicken).
Eindringlinge und Druck auf der Brust – diese beiden Motive werden uns durch das Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ begleiten.
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