
Gute Geschichten entstehen aus großen Gefühlen. Wenn sie etwas ansprechen, was Menschen unabhängig von Zeiten und Orten berührt, können sie durch die Jahrtausende getragen werden. Sie sind sogenannte „Meme“. In Memen sind Informationen gespeichert, die weitergegeben werden. Die Träger der Meme – die Menschen – sterben. Die Meme leben weiter. Storytelling gibt es nicht erst seit Beginn des Internets. Die Ursprünge guter Geschichten sind an den Lagerfeuern der Steinzeit zu suchen.
Eine gute Arbeit hierzu stammt von Jack Zipes aus dem Jahr 2012: „The Cultural Evolution of Storytelling and Fairy Tales: Human Communication and Memetics“ (erschienen im Buch „The irresistible fairy tale“).
Er schreibt: „If it is through language and story that cognition is fostered, it is all that much more important that we see the connections between ancient stories and how as well as why we continue to repeat them in innovative ways. Though we do not have printed records of how people told stories thousands of years ago, we do have enough archaeological evidence through cave paintings, vases, tombs, carvings, codices, and other artifacts to enable us to grasp what kinds of stories were told in ancient pagan cultures.“
Und an anderer Stelle ordnet er die Rolle der Fabel als früher Form des „Story Tellings“ in den kulturhistorischen Kontext ein: „Most histories of the fable associate its beginnings with Aesop in 600 BC. Despite Aesop’s significance, however, he did not invent the fable, which probably originated in Sumer and Mesopotamia sometime in 800 BC, and we are not even certain that he existed. But we are sure that archaeologists discovered didactic narrative works on clay tablets and in scripts that resemble the fable in form as well as subject matter, and these Sumerian and Babylonian texts were probably transmitted orally and through manuscripts to the ancient Greeks.“
Meme sind Replikatoren der kulturellen Evolution. Ihre Untersuchung erlaubt es, kulturelle Entwicklungen über große Distanzen und Zeiträume zu beschreiben.
Die Elwedritsch ist ein „Mem“, das sich über die Jahrtausende immer wieder verändert hat (wie ein Märchen). Es gibt sie in unterschiedlichen Versionen in vielen Teilen die Welt. Die Menschen erzählen unterschiedliche Geschichten – im Alpenraum des 16. und 17. Jahrhunderts, in Pennsylvania im 18. und 19. Jahrhundert sowie in der Pfalz im 20. und 21. Jahrhundert. Alle bisher gefundenen Antworten, was eine Elwedritsch ist, können in ihrem jeweiligen Kontext korrekt sein. Denn Kennzeichen eines Mems ist ja gerade, dass es beim Gang durch die Jahrhunderte immer wieder verändert und überformt wird.
Hinter all diesen Geschichten steckt aber immer ein und derselbe Kern – etwas, wovor die Menschen sich fürchteten. Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage liegt in den Wanderungsbewegungen der Indoeuropäer. Wir müssen den Weg rückwärts gehen, um zum Ursprung zu gelangen. Davon erzählt mein Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“.

























































