Scott Reagan auf „Hiwwe wie Driwwe Palatinate Tour 2024“

Scott Reagan aus Nazareth (PA) kommt in der Zeit vom 17. Oktober bis 20. Oktober in die Pfalz und nach Rheinhessen, um sein Programm mit pennsylvanisch-deutschen Liedern zu spielen. Er ist am 17. Oktober im rheinhessischen Ober-Olm in der Alten Schule (19 Uhr) und am 18. Oktober im Auswandererungsmuseum Oberalben bei Kusel in der Westpfalz (19 Uhr). Am 19. Oktober tritt er im Rahmenprogramm des Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreits in Bockenheim auf (14 Uhr), und am Sonntag begleitet er den 18. Deutsch-Pennsylanischen Tag in Altrip in der Pfalz musikalisch (14 Uhr).

Deep Dive 04: About the Newspaper „Hiwwe wie Driwwe“

Hiwwe wie Driwwe is a bi-annual publication written entirely in Pennsylvania Dutch, a dialect of German. The newspaper aims to connect the descendants of 18th-century Palatine emigrants in North America with those who remained in the Palatinate region of Germany. The publication features contemporary Pennsylvania Dutch authors and a variety of articles on Pennsylvania Dutch history, culture, and language. It also hosts events such as the Palatinate Tour and the Murmeltiertag, celebrating the transatlantic heritage of the Pennsylvania Dutch.

(Created with the help of AI)

Dave Adam – Der Grundsau-Haabtmann

Dave Adam mit seiner Frau Dorothy im Jahr 2022 auf der „Porch“ beim Kutztown Folk Festival

Eine Würdigung

Dave Adam muss ich Anfang der 2000er Jahre bei einer Grundsau Lodsch Versammling kennengelernt haben. Ganz genau weiß ich das nicht. In diesen Jahren stand er noch nicht so im Mittelpunkt der Veranstaltungen wie heute. 2005 übernahm Lee Haas die Aufgabe, die 17 pennsylvanisch-deutschen Grundsau Lodsches zu führen, von Carl D. Snyder (1924-2007), und wann Dave Adam im Anschluss an Lee diese Aufgabe zufiel, erinnere ich gerade nicht. Es könnte um 2015 herum gewesen sein. Jetzt ist er jedenfalls DER Grundsau-Haabtmann aller 17 verschiedenen Lodsches.

Ab 2010 besuchte ich öfter das Folk Festival. Das hatte ich in den ersten Jahren meiner USA-Besuche vermieden, weil Juli einfach keine sehr gute Zeit für eine Reise nach Pennsylvania ist: zu heiß, zu feucht. Aber es hilft ja nichts: Wer die Menschen treffen will, muss dorthin gehen, wo die Menschen sind. So besuchte ich in den den letzten 15 Jahren immer wieder „es Fescht“ und konnte beobachten, wie Dave die Aktivitäten des Dachverbands der 17 Groundhog Lodges sukzessive ausbaute. Zunächst als Gremium gegründet, die Termine des Lodges zu koordinieren und pennsylvanisch-deutsche Sprachkurse anzubieten, sind die Aktivisten mittlerweile nah bei den Leuten und zeigen sich öffentlich. Beim Kutztown Folk Festival haben sie eine eigene kleine „Porch“ (Veranda) als Bühne, auf der Künstler und Sprecher auftreten. Ansonsten sind sie immer ansprechbar und singen im Kreis mit den Menschen pennsylvanisch-deutsche Lieder. Diese Ausweitung des Marketings ist sicher ein Verdienst von Dave Adam.

Dave Adam bei der Grundsau Lodsch Noummer Ains (Nr. 1) im Februar 2024 – im Video sind auch Keith Brintzenhoff, Patrick Donmoyer, Edward Quinter, Bill Mack, Al Zentner und Brad Smith zu sehen

Doch bereits die Gründung der „Groossdaadi Grundsau Lodsch“ in den 1980er Jahren war richtungsweisend gewesen. Denn es fehlt der Mundartszene in Pennsylvania insgesamt Struktur, Organisation, Absprache – und eine gemeinsame Richtung, in die man marschieren möchte, um zum Spracherhalt beizutragen. Hier haben die „Grundsau Brieder“ zumindest für den Bereich ihrer Aktivitäten Beispielhaftes geleistet. Und mit der Einführung von Sprachkursen sorgten sie auch dafür, dass nachwachsende Interessenten die Mundart der Vorfahren lernen konnten – um den Versammlungen in Pennsylvanisch-Deutsch überhaupt folgen zu können.

Struktur, Organisation, Absprache und eine gemeinsame Richtung, in die man marschieren möchte, fehlen heute in Pennsylvania noch immer. Viele leisten einen Beitrag zum Spracherhalt, entwickeln Aktivitäten – aber das meiste läuft unkoordiniert und verpufft als Einzelmaßnahme. Frank Kessler und ich haben spätestens ab dem Jahr 2000 immer wieder auf diesen Umstand hingewiesen, und letztlich ist die Gründung des Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreises e.V. (DPAK) in Deutschland ein Reflex auf diesen Mangel gewesen. Wenn es in Pennsylvania nicht funktioniert, schaffen wir eben bei uns in der Pfalz eine Organisation, die die Aktivitäten der Pennsylvania-Deutschen untereinander und die Menschen in den USA und Deutschland vernetzt. Das hat eigentlich ganz gut funktioniert, und unser Arbeitskreis mit seinen rund 60 Mitgliedern wird 2028 seinen 25. Geburtstag feiern.

Dave Adam beim Kutztown Folk Festival (2022)

Frank und ich sind aber nicht müde geworden, auch in Pennsylvania die Gründung einer „steering group“ – einer Lenkungsgruppe – anzuregen. Deshalb freuen wir uns um so mehr, dass nach mehreren von uns organisierten DPAK-Treffen in Pennsylvania sich im November 2024 eine Gruppe jüngerer Dialekt-Aktivisten in Kutztown im Pennsylvania German Cultural Heritage Center treffen wird, um genau darüber zu beraten: Was kann man tun, um Kräfte zu bündeln? Das Treffen erfolgt auf Einladung von Patrick Donmoyer, seit 2021 Mitherausgeber der Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ und Vorstandsmitglied im DPAK seit 2015. Wir sind auf die Ergebnisse sehr gespannt – Dave Adam sicherlich auch.

Der Pälzylvanier

Deep Dive 03: The Life of Conrad Weiser (1696-1760)

The podcast discusses the life of Conrad Weiser, a German immigrant who became a prominent figure in colonial America. Weiser’s diverse career included roles as a farmer, soldier, diplomat, and even a priest. He played a key role in mediating relationships between the British colonies and various Native American tribes, particularly the Iroquois. Weiser’s efforts significantly shaped the political landscape of colonial Pennsylvania, including land agreements with Native Americans and the eventual involvement of the Iroquois in the French and Indian War. The podcast also highlights the continued presence of German culture in Pennsylvania through the example of a high school in Robesonia, Pennsylvania, which has a German language program.

(Created with the help of AI.)

Es Schnuppduch

By Luella Sebo

Ich bin yuscht en zimmlich glee Duch
Vielleicht kannscht du mich finne in me Buch
Wenn Ich alt un beliebt bin
Leit verschtecke mich bis schpeeder datt hinn.

Nau, Ich bin net gans weiss un bleen
Ich hab paar Blumme fer eich; yuscht sehn
Mei Schweschder iss gsammt mit scheener Schnur
Sie iss arrig eigebildt. Sell iss fer schur.

Eb die Kinner sin zu er Karrich gange
Sie hen Wexle gebunne zu aafange
Un aa als zum Schtor fer ebbes zu kaafe
``Sie hen mich gedraagt wann sie waare am laafe

Noch die Memm hot mich gebickelt
Ich hab viel Aagewasser gedrickelt
Fer all guder un shlechtier Zeit
Ich waar geyuust mannichmol bei die Leit.

Babier hot mei Arewet weck gnumme
Un nau, zu mir, so wenniche Leit kumme
Awwer Ich schteh noch bei
Ich hoff du witt mich bsuche glei.

Wu en PA-Deitscher im alde Land noch schtarick schwetze kann

Beim Erich Mace


Ich wuhn zidder baut sechs Yaahr in Deitschland innem Schteddel, wu Frankenthal heesst. Sell is en Blaatz in der Palz im Sudweschte von Deitschland, wu mer Pennsilfaanisch Deitsch als noch schwetze kann un die Leit daede unsre Mudderschprooch zimmelich gut verschteh. Ich bin aa gut rumgereest in Deitschland, Austria und Schweizerland un hab bissel rausgefunne, wu en Pennsilfaanisch Deitsch Schwetzer epper verschteh kennt un umgekehrt.

Verleicht weesst du, ass in Deitschland Standarddeitsch (aa Hoochdeitsch saagt mer) in der Schul gelannt waert, un, ass mer net ennichariyets schtarick schwetze kann. Sell is gut so, deweil es viel Mundaarde in Deitschland noch gebt, und die Leit aus verschiddene Gegende sich verschteh misse. Sell ist ferwas es Standardeitsch gut is. Wenn ich am Schaffblatz bin (ich bin en Chemical Engineer do in Lumbehaffe-odder Ludwigshafen uff Hochdeitsch), muss ich arig gut Acht gewwe, ass ich en scheenes Standarddeitsch schwetze, abbaddich wenn ich maerick, ass die Leit net aus dem Sudwescht kumme.
Wann du zum Beispiel mit der Muddersprooch in Berlin odder Hamburg aafaange daetscht, no daete die menschte Leit denke, ass du bissel verrickt bischt odder verleicht aus em Eck ganz dief im Busch ariyets wu ganz im Sudde beikomme bischt. Verschteh duhne sie dich awwer net waericklich gut. Wann du allerdings mit deinem Gaul bissel diefer in der Sudde reidscht, no schafft es Deitschschwetze en Schtick besser.

Wann du mich besuche daetscht do in Frankenthal, keenscht du uff der Wochemarick gehe un paar Esssache kaafe, un die Bauersleit daede dich gut verschteh. Du keenscht Zwiwwele, Gellriewe, Selaat, Wascht, Seifleesch, Kaes, Grumbiere, Gummere, Graut, Eppel, Biere, Paschinge, Blohbeere un Schtofft wie sell bschtelle, un du grickscht genau was du hawwe witt. Es kann sei, ass epper bissel schmunsle daet, deweil du wie der alt Groosdaadi odder Grossmaami glangscht, odder mer daet denke, ass du aus em Weschtpalz dief im Busch beischtammst, awwer sell macht nix. Genau des hat aa en Schafffreind mir mol verzaehlt. Er iss in Lumbehaffe uffgewachse un hot net gewisst, ass ich in Amerika gebore bin. Er hot gedenkt, ass ich dief im Paelzer Wald hett uffwachse misse, awwer verschtanne hot er mich schun. Du musscht yuscht draa denke, ass es Saache gebt, wu der Paelzer „babbelt“. Du daetscht die aafangs net verstehe.

Der Paelzer in Frankenthal saagt net „guder Mariye“, awwer „gude Morsche“. Es gebt awwer Paelzer tiefer im Sudde, zum Beispeil in Annweiler, un sie daede eppes wie „guder Moije“ un dergleiche saage. Sell is bissel naecher zu „guder Mariye“. Verleicht saagt er aa „wuerde „ im Blatz von daede, awwer viele daede „daede“ aa noch verschtehe. Wann mer sich net kennt, odder fer manierlich sei, daet der Palzer un schier gaar alliebber in Deitschland „Sie“ saage anschatts „du“. Sell bedeit net, ass es viel Leit gebt mit dene mer schwetzt, yuscht, wie gsaat, as mer net graad gut befreindt is.

Du kannscht awwer net alles in der Palz schwetze. Graad wann du mit „ebber“ odder „sell“ aafaangscht, no hoscht du die Helft von der Leit schun verlore. Der Paelzer daet heechstens „des und sell“ alsemol aawenne, awwer net viel mer. Sagt mer „schier gaar“ un du hettsch so gut wie Chineesisch schwetze kenne. Sie kenne schuun „ebbes“ verschtehne, awwer „eener“ is gewehnlicher inschtaats von „ebber“. Du kaanscht awwer mi deinem Gaul und Weggli en Schtick weiter faahre, bissel suddlich von Karlsruhe, un du daetscht ins Schwoweland aakumme. Nau im Schwoweland kann mer „ebber“ gut aawenne. Die Leit „schwetze“ aa, wann mitennaner ret. Du kannscht beim Schwob aa froge, wu es neegscht Schteddel iss un er daete sell uff der Schtell verschtehe. Annere Leit im alte Land saage yuscht „Dorf“. Oh, un sell gemaahnt mich, ass „yuscht“ odder uff Hochdeitsch „just“ arig alt is. Du kannscht sell schwetze, awwer du daetscht ebbes gleich wie George Washington odder Bill Penn glange!

Nau es meege sei, ass du arig froh bischt, weeich de Leit dich so gut veschtehne, un duhscht geschwind schpringe zum naegscht Schteddel fer meh schwetze, awwer du dreffscht en grooss Schtee und fallscht hie. Nau hoscht du der Achsel un em Fuss wehgeduh, der Buckel grext un du hoscht en bludiche Lefz grickt. Du froogscht fer den Dokder un verzaehlscht devun, un der Schwob daet alles gut verschteh bis uff der Fuss. Fer en Schwob is en Fuss aa es ganz Bee! En Bee daet ebber aussem Schweizerland awwer unne Schwaerigkeite vernemme.

Nau waerscht du iwwer die Grens mit deinem Bicycle ins Schweizerland odder sogaar in Vorrarlberg im Wescht vun Austria gfaahre, daede alliebber schun Dinge verschtehe, wu die annere net verschteh daede, awwer du daetscht net alles vun dene verschtehe. Es fangt zuerscht mit Bicycle aa, weil der Schweizer liewer es en „Velo“ heesst. Er hot viel Lehnwadde aus em Franseesisch.

Verleicht bischt du awwer in de grooss Barye suddlich von der Schtadt Bern im Schweizerland un du dreffscht ebber uff um Paad aa un er saagt, „Griessech“! Ich losse dich wisse, ass er dich griesst un will yuscht „hello“ saage. Wann dihr vunennargeht, daet er verleicht „salut“ odder „adye“ saage. Mit „adye“ kummscht du gut fatt awwer verleicht net weeich „salut“. Waer en Bariggeess aa debei gewest, no hett der Schweizer „Geess“ aa gut verschteh kenne. In Deitschland saagt mer yuscht „Ziege“. Un „gewest“ hot mich aa gemaahnt. Der Schweizer saagt net „gewest“ awwer „gsi“. Des lannscht du awwer geschwind.
Wann du dattdriwwe iwwernacht schloofe daetscht, griegscht du ebbes fers Mariyeesse. Du laafscht im Hotel un in die Essstubb nunner fer guder Mariye sage, un sell daet schaffe. Verleicht saagt der Schweizer „guada Morge“ awwer sell macht nix aus. Es hot aa Leit im Schweizerland wu ebbes meh wie „guder Mariye„ schwetze daede, wu es „g“ bissel weecher iss. Sell kummt uff die Gegend aa. Fers Mariyeesse selwert saagt der Schweizer es Morgesse odder mer lest an der Daafel „Zmorge“, wu „zum Mariye“ bedeit.
Im Schweizerland schwetzt mer aa iwwer die Hoiet, fer die Zeit wu der Bauer sei Hoi aernt. Es gebt viel Bauersleit im Schweizerland. Sie hen richtig viel Kieh fer Millich un Kaes mache, wu sie verleicht in en grosse Haffe neiduh daede fer bewaahre. Es Watt „Haffe“ kannscht du dattdriwwe yuuse, awwer eenichsariyets in Deitschland yust mer heidesdaags eher „Topf“. Sell gemaahnt mich draa, ass sobald du mit „yuuse“ aafange daetscht musscht du in dei Schiffel eischteige un iwwer der Atlantik heimrudere, deweil sell en Englisch Lehnwatt iss! Browiere mol liewer „gbrauche“ odder „benutze“!

Es gebt so viel scheeni Leit im alde Land, wu mer gut verschteh kann. Anneri Gegend wie Hesse un es Elsass hen Schwetzer aa, un verleicht verzaehle ich vun dene un meh es naegscht Mol.

Hiwwe wie Driwwe Deep Dive 02: The life of Henry Harbaugh (1817-1867)

Henry Harbaugh is one of the best-known Pennsylvanian-German writers. Learn more about his fascinating journey from a simple farm boy to one of the most important theologians of 19th century in Pennsylvania. Join Harry’s and Sally’s talk by clicking on the audio button …

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