Elbentritsch: “Der von den Elben Gequälte”

Das Südhessische Wörterbuch (1932), das auch die Region Rheinhessen einschließt, nennt als mögliche Erklärung des Begriffs “Elbendritsch” (übrigens mit “b”!) die Bedeutung “der von den Elben Gequälte” und kommt damit der Realität schon ziemlich nahe. In Wöllstein sprach man noch 1932 von einer “Schreckgestalt, mit der man kleine Kinder ängstigt”. “Schreckgestalt, die kleine Kinder ängstigt” hätte es vielleicht noch besser getroffen.

Es gibt den Begriff in unendlichen Aussprachevarianten und Schreibweisen. Im Wörterbuch gefallen mir besonders “Elfetrutschel” (Ober-Hilbersheim) und “Älwedrudschele” (Bobstadt, Bergstraße), weil sie noch vergleichsweise nah an dem Begriff “Albdrude” sind. Im Südhessischen tauchen natürlich auch schon die hessischen Entsprechungen “Rasselbock” und “Dilldapp” auf. Interessanterweise werden auch “Bachkatze” und “Dachkatze” als Varianten von “Elbentritsch” aufgeführt (allerdings ohne Ortsnamen-Markierung).

Mein Fazit: Wer dem Wesen der Elwedritsch auf die Spur kommen will, muss sich mit “Alben” und “Druden” befassen – und der Frage, weshalb die Elwedritsch auch bei uns in der Region früher manchmal katzenartig gesehen wurde.

Zum Südhessischen Wörterbuch gelangt man, wenn man hier klickt.

Im Wörterbuch des Deutschen Aberglaubens (Band 2) findet man unter “Elbentrötsch” den folgenden Eintrag:

Neben der Bestätigung, “Elwedritsch” bedeute “Der vom Alp Getretenen” findet sich der Hinweis, ein “Elwedritsch” sei ein “Herr der Elben” bzw. der “wilde Jäger” (vgl. “Wilde Jagd).

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