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Rheinhessisches Mundart-Festival 2026

In Rheinhessen tut sich was – und “Hiwwe wie Driwwe” ist dabei. Unter der Federführung von “rheinhessenKULTur” sowie den treibenden Kräften Uwe Jung (Rommersheim) und Horst Dehmel (Guntersblum) geht das neue “Rheinhessische Mundart-Festival” an den Start. Den Beginn macht eine musikalische Lesung von Volker Gallé mit Titel “Uffs Maul gefalle” am 21. Februar 2026 in Ober-Olm. Insgesamt sechs Veranstaltungen werden bis 27. März 2026 durchgeführt. Beim Abschluss-Event in Wörrstadt stehen alle Mitwirkenden noch einmal gemeinsam auf der Bühne. Neben den Lesungen und Konzerten bieten während dieses Zeitraums rheinhessische Kultur- und Weinbotschafter Führungen in rheinhessischen Mundarten an. “Hiwwe wie Driwwe” meint: Unbedingt hingehen, auch als Pfälzerin oder Pfälzer – denn bis kurz vor die Tore von Mainz werden in Rheinhessen ohnehin pfälzische Mundarten gesprochen.

Rudolf Post spricht in Ober-Olm

Dr. Rudolf Post

Der Förderverein der Gemeindebücherei Ober-Olm e.V. lädt am „Welttag der Muttersprache“ der UNESCO am 21. Februar 2025 zu einem Vortrag von Dr. Rudolf Post über „Mundarten in Rheinhessen“ ein. Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr in der Alten Schule gegenüber von Rathaus von Katholischer Kirche statt.

Rudolf Post war von 1981 bis 1997 Bearbeiter des „Pfälzischen Wörterbuchs“ in Kaiserslautern und von 1998 bis 2009 Bearbeiter des „Badischen Wörterbuchs“ in Freiburg. Neben seinem Standardwerk „Pfälzisch – Sprachkultur in der Pfalz und der Kurpfalz“ (neu erschienen 2023) hat er im Herbst 2024 das Buch „Mundarten in Rheinhessen“ vorgelegt. Hier wird die rheinhessische Sprachlandschaft erstmals ausführlich vorgestellt. Rudolf Post ist eng mit dem Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit in Bockenheim (Pfalz) verbunden und war lange Mitglied und Vorsitzender der Jury.

Zum Vortrag: Das Gebiet links des Rheins zwischen Worms, Mainz und Bingen, das seit etwas mehr als 200 Jahren „Rheinhessen“ genannt wird, war und ist sprachlich und kulturell vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt. Carl Zuckmayer hat dies mit seinem Bild von der „Völkermühle am Rhein“ zu fassen versucht. Die Mundarten in diesem Gebiet sind geprägt von dieser Geschichte zwischen Austausch und Beharren. Sie zeigen neben einigen Gemeinsamkeiten eine Fülle von Verschiedenheiten, die den Charakter einer jeweiligen rheinhessischen Ortsmundart ausmachen. So hört man in einem großen Teil Rheinhessens für „ihr habt“ ehr hunn, anderswo aber ihr hett und wieder anderswo ihr hann oder ihr henn.

Im Vortrag werden mit Hilfe von Abbildungen und Sprachkarten sprachliche Abgrenzungen innerhalb Rheinhessens und nach außen thematisiert und dabei die Frage erörtert, inwieweit man überhaupt von einer „rheinhessischen Mundart“ sprechen kann. Darüber hinaus werden Alter und Entwicklung der Mundarten in Rheinhessen, Besonderheiten der Laut-, Formenlehre und Syntax, der Reichtum des rheinhessischen Wortschatzes und seine Beziehungen zum Lateinischen, Französischen oder Jiddischen nicht ausgelassen. Auch die Verwendung des Rheinhessischen in Literatur und Kultur – also die Mundartliteratur und mundartliche Liedinterpreten – werden kurz vorgestellt.

Der Vortrag bietet sowohl den „eingeborenen“ Rheinhessen wie auch den Zugezogenen manches Vertraute, aber auch viel Neues über das in der Mundart manifestierte immaterielle Kulturerbe Rheinhessens. Im Anschluss an den Vortrag können Zuhörerinnen und Zuhörer Fragen stellen oder ihre eigenen Beobachtungen und Sichtweisen zum Mundartgebrauch in Rheinhessen mitteilen.

Rudolf Post: Vortrag „Mundarten in Rheinhessen“.
Ober-Olm 21.02.2025 – Alte Schule Ober-Olm, 19 Uhr

Gemeindebücherei Ober-Olm
Kontakt: gemeindebuecherei@ober-olm.de