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Macht mit beim Pälzer Prosa Preis 2026!

Der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. lädt zur Teilnahme am “Pälzer Prosa Preis 2026” ein. Mitmachen können alle, die sich dem Pfälzischen verbunden fühlen. Der Wettbewerb findet im Rahmen der Mundarttage Bockenheim am 18. April 2026 statt. Die Veranstaltung findet wieder im Weingut Griebel in Bockenheim statt.


Es kann ein bislang unveröffentlichter Text in pfälzer Mundart eingereicht werden. Kurze Zitate sind möglich, wenn sie markiert werden. Passagen mit Reimen sind ebenfalls möglich, wenn der Erzählcharakter des Textes gewahrt bleibt. Die Ermittlung der Platzierungen erfolgt nach persönlicher Präsentation aller von der Jury ausgewählten Texte im Rahmen der Veranstaltung. Bei der Präsentation stehen allen ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmern exakt sechs Minuten zur Verfügung. Dauert der Vortrag länger, gibt es Punktabzüge. Bitte schicken Sie die Beiträge als PDF-Datei an michael-werner@t-online.de. Eine Einreichung per Post ist nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Name und Absenderangaben mit vollständiger Anschrift einschließlich Postleitzahl, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie ein Kennwort sind in der Mail anzugeben und dürfen nicht auf dem Wettbewerbstext selbst stehen. Auf dem Wettbewerbstext darf ausschließlich das Kennwort notiert sein, das eine Zuordnung von Text zu Autor bzw. Autorin erlaubt.

Einsendeschluss ist am 2. Februar 2026. 

Der Siegerbeitrag wird mit einem Preisgeld in Höhe von EUR 200,00 prämiert. Für den zweitplatzierten Beitrag werden EUR 100,00, für den drittplatzierten Beitrag EUR 50,00 ausgeschüttet. Die Auswahl der Beiträge für die Veranstaltung erfolgt durch eine unabhängige Fachjury nach literarischen Gesichtspunkten. Diese Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar. Die abschließende Festlegung der Preisträger bzw. Preisträgerinnen erfolgt über eine Publikumsabstimmung vor Ort. Eine über die Preisgelder hinausgehende Vergütung für die Veröffentlichung und Nutzung der Beiträge ist ausgeschlossen.

Die Teilnehmenden räumen dem Veranstalter das nicht-ausschließliche, unwiderrufliche Recht ein, den eingereichten Beitrag zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkt und unentgeltlich stets im Zusammenhang mit dem Wettbewerb „Pälzer Prosa Preis“ verwenden zu dürfen. Dies gilt unabhängig davon, in welchem Medium die Veröffentlichung erfolgt. Die personenbezogenen Daten der Teilnehmenden werden zum Zwecke der Durchführung des Wettbewerbs gemäß Art. 6 Abs. 1 S. 1 b) DSGVO gespeichert und nach Beendigung des Wettbewerbs gelöscht, es sei denn, die Daten werden zur Erfüllung einer gesetzlichen Nachweispflicht auch über diesen Zeitpunkt hinaus benötigt. Die Löschung der Daten erfolgt dann mit dem Wegfall ihrer Nachweispflicht. Mit der Teilnahme am Wettbewerb stimmt der/die Bewerber/in den vorstehenden Teilnahmebedingungen und Nutzungsrechten zu. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Bei Verstößen gegen die Teilnahmebedingungen behält der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V es sich vor, einen eingereichten Beitrag vom Wettbewerb auszuschließen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Schirmherrschaft für den „Pälzer Prosa Preis“ hat der Literarische Verein der Pfalz e.V. übernommen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Michael Werner, Mitglied der Jury: info@hiwwe-wie-driwwe.de.

Raunächte, Frau Holle und Wilde Jagd

ZDF-Dokumentation “Terra X” zum Thema “Frau Holle” (2020)

Die Zeit “zwischen den Jahren” bleibt man zu Hause, hängt keine Wäsche auf, lässt alle Räder still stehen. Denn die “Wilde Jagd” geht um, ein Zug von Göttern, Kriegern und toten Seelen über den winterlichen Nachthimmel. Da möchte man nicht mitgezogen werden. Zum Zug gehört eine weibliche Gottheit: Frigg bzw. Frigga. Uns ist sie besser unter ihrem späteren Namen (Frau) Holle bekannt. Terra X machte sie 2020 zum Thema und zeigt uns den aktuellen Forschungsstand.

Interessant für das Buch “Elwedritsche – Dunkle Gefährten” sind die Aussagen von Prof. Dr. Rudolf Simek (Mediävist an der Universität Bonn). Er arbeitet regelmäßig mit dem ZDF, arte und dem WDR zusammen. Zu seiner Vita gelangt man, wenn man hier klickt. Über Holle sagt er in der TV-Dokumentation:

„Wir haben eine große Muttergottheit in allen Hochkulturen. Wir haben im nahöstlichen Bereich die Demeter, eine Muttergottheit, die auch für Fruchtbarkeit und indirekt sogar fürs Wetter zuständig ist. Wir haben die Hera als Königin oder Mutter aller Götter im römischen Bereich – als Frau von Jupiter beziehungsweise Zeus. Und wir haben im nordischen Bereich die der Hera entsprechende Frigg, die Frau von Odin, die indirekt damit auch die Mutter aller Götter ist.“ Frigg entwickelte sich mit der Zeit zu Hulda/Holda und letztlich zu (Frau) Holle.

Im Moment ist in Bayern, Österreich und der Schweiz die Zeit der Perchtenläufe. Hierzu sagt Simek: „In alpenländischen Perchtenläufen, wie alt sie jetzt immer auch sein mögen, haben wir verschiedene interessante Figuren drinnen wie die Frau Perchta oder diese Frau Holda – die uns unterschiedliche Aspekte zeigen: Einen positiven und einen negativen. Und das weist auf die Funktionen dieser Figuren hin, die eine moralische Instanz bilden, also vielleicht das Gute belohnen und das Böse bestrafen – so wie es auch Frau Holle im Märchen tut.“

Terra X endet mit dem Fazit, das letztlich den aktuellen Forschungsstand knapp umreißt: “Das Märchen (von Frau Holle) erzählt von einer Zeit, als die meisten Menschen noch auf dem Dorf wohnen. Durch die mündliche Überlieferung sind viele Vorstellungen eingeflossen, auch aus der Zeit des Biedermeiers. Über das richtige Verhalten der jungen Frauen entscheidet allein Frau Holle. Ihre Autorität geht zurück auf heidnische Muttergottheiten, die schützen, belohnen und strafen. Und nebenbei auch noch das Wetter machen.”

Holle kommt im Buch “Elwedritsche – Dunkle Gefährten” eine Schlüsselrolle zu. Das Crowdfunding startet am kommenden Sonntag, den 5. Januar 2025, um 12 Uhr hier: https://www.startnext.com/elwedritsche-dunkle-gefaehrten

 „Elwedritsche” – Das neue „Hiwwe wie Driwwe“-Buch

Die Menschen in der Pfalz lieben Elwedritsche – und doch weiß niemand wirklich, was sich hinter dem vermeintlichen Fabeltier und der Elwedritsche-Jagd verbirgt. Das Lachen könnte manchem im Halse stecken bleiben, wenn sich ihr düsteres Wesen offenbart: Es sind dunkle Gefährten, die die Menschen seit Urzeiten begleiten und Schrecken verbreiten.

Nach „Hiwwe wie Driwwe – Der Pennsylvania ReiseVERführer“ (Agiro Verlag 2021) steht das neue Buch von Michael Werner nun kurz vor der Veröffentlichung: „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“. Es beleuchtet die Ursprünge und Hintergründe eines Phänomens, das in weiten Teilen der Welt bekannt ist – und sich in der Pfalz und angrenzenden Regionen als „Elwedritsche“ manifestiert. Nach einer Crowdfunding-Kampagne, die am 5. Januar 2025 beginnt, soll das Buch im Frühjahr 2025 erscheinen.

Palatinologen und Tritschologen beschäftigen sich schon lange mit Elwedritschen. Ihre Leistungen im Bereich der Pflege des Brauchtums sind beachtlich. Die Frage, was Elwedritsche aber wirklich sind, ist bislang (weitgehend) offen geblieben. Michael Werner hat über mehr als 30 Jahre die Siedlungsgebiete deutschstämmiger Auswanderer in Pennsylvania und anderen Staaten der USA und Kanada bereist. Dabei ist er auf Bräuche gestoßen und hat alte Dokumente entdeckt, die eine Spur zu den Elwedritschen weisen. Wer sie verfolgt, kommt dem Geheimnis näher. Stück für Stück legt er das Puzzle zusammen, indem er sich auf eine Reise durch 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte und rund um den halben Globus begibt. Es ist eine Geschichte über Urängste – und wie die Menschen ihnen begegnen.

Hier geht es zur Crowdfunding-Kampagne mit mehr Informationen: Klick!

Dieses Buch liefert den vielleicht ersten Ansatz, das Phänomen “Elwedritsche” zu verstehen. Es richtet sich an alle, die immer schon wissen wollten, was sich wirklich hinter dem vermeintlichen Fabeltier verbirgt.

Matthias Zech gewinnt Mundartdichterwettstreit 2024 in Bockenheim

Mit “des derf mer doch net” gewann Matthias Zech den Mundartdichterwettstreit 2024 in Bockenheim

Matthias Zech aus Speyer fand mit mit seinem Text “des derf mer doch net” beim 72. Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit am vergangenen Samstag die Anerkennung von Jury und Publikum gleichermaßen. Die beiden getrennten Abstimmungen führten zum selben Ergebnis: Zech hat mit dem Gedicht über die Klage einer Tochter über das Verhalten ihrer hochbetagten Mutter offensichtlich einen Nerv getroffen und entschied den Wettbewerb für sich. Auf Rang 2 landete der im Elsass lebende Südpfälzer Wilfried Berger mit “drauss uff’m dach”. Hier wünscht sich ein Kranker im Krankenhaus, wie die Amsel vor dem Fenster seiner Lebenssituation entfliehen und einfach fortfliegen zu können. Auf Rang 3 landete Norbert Schneider aus Rehborn mit “koschbarkääde”, einem Text über Demenz. Die Themen Alter und Krankheit landeten damit auf dem Siegerpodest.

Hans-Ulrich Ihlenfeld, Landrat des Landkreises Bad Dürkheim, heißt die Gäste im Festzelt in Bockenheim willkommen. Im Hintergrund: Dr. Michael Werner (Moderator), Weingräfin Sarah I. des Leiningerlands und Ortsbürgermeister Uli Keidel

Den “Dr. Wilhelm Dautermann-Preis 2024” für eine mundartliche Erstveröffentlichung erhielt Rudy Kupferschmitt für sein Buch “Heimatliches und Befremdliches”, den “Preis fer Neie” Angelika Futterer für ihr Gedicht “Rhoiwasser mit Balge …”. Den “Hiwwe wie Driwwe Award 2024” für einen Text in pennsylvanisch-deutscher Mundart erhielt Edward Quinter aus Allentown (Pennsylania) mit “Em Iemker sein Winsch”.

Im Frühjahr hatte der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. ein “Bockenheimer Manifest für Vielfalt und Toleranz” verfasst, dem sich bis Redaktionsschluss über 180 pfälzische Künstlerinnen und Künstler anschlossen. Zum Wettbewerb war deshalb des Sonderthema “bloss net nochemol – #niewiederistjetzt” ausgeschrieben. Das Publikum entschied sich unter den drei ausgezeichneten Texten für Cornelius Molitors Gedicht “beizeit”, der sich mit dem Thema “Stolpersteine” befasst.

Herzlichen Glückwunsch an alle – das Bild mit allen Siegerinnen und Siegern des Jahrgangs 2024.

Die musikalische Umrahmung übernahm Scott Reagan aus Nazareth (Pennsylvania), der im Rahmen der “Hiwwe wie Driwwe Tour 2024” für mehrere Konzerte in der Pfalz gastierte. Überraschungsgäste waren neben rund 200 Einheimischen – unter ihnen Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld – auch etwa ein Dutzend Amerikaner, die mehrheitlich pennsylvanisch-deutsche Mundart sprachen. So hatten die Anwesenden Gelegenheit zu testen, wie gut sich Pfälzisch und Pennsylvania-Deutsch für ein gemeinsames Gespräch eignen. Es klappte in vielen Fällen überraschend gut.

Em Iemker sei Winsch

1.So en gleeni Iem zu sei, 				
Fer mich waer ebbes schee.
Mei neii, grossi Familye heesst,
Ich waer niemols allee.

2.Ich hett so viel Geschwischdere,
die mehnscht devun waer’ Meedel.
Es zeehlt dazu die Buwe aa,
Mer finnt sie net so edel.

3. Mei Drohne-Brieder gleich ich net,
Sinn narrisch, faul un dick.
Sie fresse yuscht un hocke rum.
Sie duhne schier gaar nix.

4. Die Keenichin iss unsri Memm,
Hot dausende vun Kinner.
Fer sie iss immer Schwangerzeit,
Doch net emol im Winder.

5. De Ieme ihre Schaffes iss weit bekannt,
So nitzlich, wusslich ‘n Greadur.
Die Wege devun waert ’ne gelehrt.
Wer ihre Lehrern? ‘S iss die Nadur!

6. Mer gheert sofort zume grosse Chor.
Wie fein ‘s brummt, der himmlisch Klang,
Yeder bringt sei eegni Schtimm,
Harmonisch schallt’s, ihre rein Gesang.

7. Was nau? Ich guck so anners aus!
Ferwas sechs Bee, un haarich?
Ferwas mei Aag’ sinn wiescht un bees,
Vier Fliggel, dinn un schtarrick.

8. Ich hab aa en Schtecher grickt,
Ich yuus ihn yuscht in Not,
Ich bin gewehnlich zaahm un braav,
Die feindlich Weschpe schlaag ich dod.

9. Mei eenzig Gleed iss schwarz un gehl.
Ich weer’s gaern alli Daag.
Die Schtreefe druff sinn modisch, gel?
Sie basse mir unne Froog!

10. Ich, die frehlichscht Iem im Kaschde,
Es waer mei greeschdes Glick,
Wann die Fortuna, liewi Fraa,
En niedlichs Meedel, fer mich schickt.

11. Sie witt mei Julia, un ich ihr’ Romeo.
Mer weess voraus ken wie un wann.
Es Schicksal duht’s bschtimme.
So geht’s die Lieb fer Fraa un Mann.

12. So Adem un die Eva, im Gaarde Paradies,
Mir ruhe unnich em Abbelbaam.
Un decke uns mit me Feigeblatt,
Ich glaab gewiss, iss nur en Draam.

13. Newwich enanner mir fliegge fatt,
Mir schwewe ins Freie, ins Blooe hoch.
Nuff un nidder, hie un her
Dann heem zum Karebloch.

14. Vun Blieht waert Schtaab gesammelt,
Vun Bungert, Schwamm un Wies,
Die Waerickieme schtehn eifrich bei,
Un mache devun ihre Hunnich siess.

15. Zuletscht duhn’ mir en Schwenzeltanz.
‘S iss ball Zeit fer schloofe geh.
Mir kuschele innewennich em Schtock,
Bis Friehyaahr dann, atschee!

Edward Quinter (Allentown, PA)
Hiwwe wie Driwwe Award 2024