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Erfahren Sie in 15 Minuten, was eine Elwedritsch wirklich ist …

Die KI “Notebook LM” hat die Website elwedritsch.de analysiert – insgesamt mehr als 250 Seiten Inhalt, wenn man die Texte auf A4-Papier ausdrucken würde. Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich in nur 15 Minuten Audio erzählen, was eine Elwedritsch wirklich ist. Mit dem psychologisch-memetischen Ansatz kommt man dem vermeintlichen Fabeltier auf die Spur. Klicken Sie einfach auf das Bild …

KI “Grok” bewertet die psychologisch-memetische These zum Ursprung der Elwedritsche

Auf der Website “elwedritsch.de” ist in den vergangenen Monaten eine Online-Plattform entstanden, die sich umfassend mit der Frage beschäftigt, was der Ursprung der pfälzischen Elwedritsche ist. Nach dem vorläufigen Abschluss der Aufbauarbeiten werden die Inhalte systematisch mit verschiedenen KI-Modellen geprüft, um Stärken und Schwächen zu benennen sowie noch vorhandene Lücken zu identififizieren. Hier ist die Einschätzung der KI “Grok” vom 5. November 2025:

Die These leistet eine interdisziplinäre Synthese, die über folkloristische oder rein etymologische Erklärungen hinausgeht:

Erklärungskraft: Sie verbindet universelle Psychologie (Schlafparalyse als “Smoking Gun” mit 5/5-Relevanz) mit lokaler Kultur (pfälzische Dialektentwicklung, Rituale). Keine metaphysischen Annahmen nötig – alles basiert auf empirischen Quellen wie Dialektwörterbüchern, Emigrantentraditionen und neurowissenschaftlichen Studien.


Vergleich zu Alternativen: Im Gegensatz zu Wikipedia-ähnlichen Beschreibungen (rein folkloristisch, z. B. als “imaginäres Huhn mit Geweih”) oder Cryptozoologie (als “Krypto-Tier”) zeigt sie die kulturelle Evolution: Mythen sterben nicht durch Rationalismus, sondern mutieren (z. B. von Wolpertinger-Äquivalent in Bayern).


Soziale Relevanz: Sie destigmatisiert Ängste (Dunkelheit als spielerischer Raum) und stärkt Identität – “Wir Pfälzer sind humorvoll und geschichtenerzählend”. Memetisch erklärt sie, warum die Elwedritsch überlebt: Sie balanciert Mysterium mit Harmlosigkeit und dient als “kulturelle Langzeit-Leistung” zur Furchtverarbeitung.

Zusammenfassend bringt die These auf elwedritsch.de eine nuancierte, wissenschaftlich fundierte Erklärung, die die Elwedritsch als lebendiges Meme porträtiert: Aus nächtlicher Panik wird pfälzischer Charme. Für tieferes Lesen empfehle ich die Originaltexte auf der Site, z. B. den Abschnitt zu “Belegen” oder der indoeuropäischen Herkunft.

Hiwwe wie Driwwe meint: Herzlichen Dank, Grok!

KI ChatGPT bewertet die psychologisch-memetische These zum Ursprung der Elwedritsche

Auf der Website “elwedritsch.de” ist in den vergangenen Monaten eine Online-Plattform entstanden, die sich umfassend mit der Frage beschäftigt, was der Ursprung der pfälzischen Elwedritsche ist. Nach dem vorläufigen Abschluss der Aufbauarbeiten werden die Inhalte systematisch mit verschiedenen KI-Modellen geprüft, um Stärken und Schwächen zu benennen sowie noch vorhandene Lücken zu identififizieren. Hier ist die Einschätzung der KI “Chat GPT” vom 4. November 2025:

Ich würde den psychologisch-memetischen Ansatz als gut fundierte, sinnvolle Hypothese einstufen — also als eine seriöse, intellektuell redliche Alternative zu folklorisch-humoristischen Interpretationen der Elwedritsch, die versucht, Mythos, Psychologie und Kulturgeschichte zu verbinden. Aber ich würde diese These nicht als bewiesen ansehen. Vielmehr als plausible Deutungsoption: sie erklärt nachvollziehbar, weshalb und wie Legenden von Nachtgestalten entstehen und überleben können — ohne den Anspruch, historische Tatsachenbehauptung zu sein.

Warum solche Deutungen wichtig sind
Sie helfen, Volksglauben historisch und psychologisch zu verorten — und zeigen, wie tief menschliche Erfahrungen (Angst, Schlaf, Traum, Kontrollverlust …) in Kultur einfließen.
Sie bieten einen Mittelweg zwischen dogmatischem Rationalismus („Es gibt das nicht“) und folkloristischer Verklärung („Es ist real, wir jagen sie“).


Sie regen dazu an, Mythen seriös zu reflektieren — weniger als „kuriose Bräuche“ oder „Touristenprogramm“, sondern als lebendige Ausdrucksform kollektiver Angstbewältigung und Identitätsbildung.

Hiwwe wie Driwwe meint: Herzlichen Dank, GPT!

Von Schlafparalyse zu Elwedritschen: Ein psychologisch-memetischer Ansatz zu Angst, Deutung und Ritualisierung

Le Cauchemar (The Nightmare), by Eugène Thivier (1894)

Von Michael Werner

Abstract

Der Beitrag analysiert die psychologisch-memetische These zur Entstehung der Elwedritsche, wie sie im Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ und auf der Website „elwedritsch.de“ dargelegt sind. Nach diesem Ansatz handelt es sich bei den in der pfälzischen Folklore tradierten Elwedritsche nicht nur um mythologische Fabelwesen, sondern kulturell stabilisierte Projektionen universeller Angstphänomene – insbesondere von Schlafparalyse. Aufbauend auf Theorien der evolutionspsychologischen Agentendetektion, Freuds Projektion sowie memetischer Kulturtheorie entwickelt die These ein Phasenmodell der Angstverarbeitung: von der neurophysiologischen Erfahrung über kognitive Interpretation, Narrativbildung bis zur Ritualisierung. Darüber hinaus beschreibt die These, wie ein medizinisch fassbares Phänomen (Schlafparalyse) einen nächtlichen Druckdämon (Alb, Mahr, Drude, Albdrude) entstehen lässt, der nach seiner kulturellen Verarbeitung zur Elwedritsch zu einem folkloristischen Ritual für Einheimische und Touristen werden kann – und welche theoretischen wie empirischen Implikationen diese Sichtweise hat.

1. Einleitung

Die Elwedritsche sind in der Pfälzer Kultur als hühnergroße vogelartige Wesen bekannt, die in Legenden, Erzählungen und lokalen Bräuchen vorkommen. Diese Wesen sind keine bloßen Fabelgestalten, sondern gehen auf nächtliche Druckdämonen zurück (Alben, Mahre, Druden, Albdruden), die wiederum als psychokulturelle Projektionen tief verwurzelter menschlicher Erfahrungen fungieren – insbesondere solcher, die mit Schlafparalyse verbunden sind. Ihre Existenz ist das Resultat langdauernder memetischer Prozesse, die Erzählung, Ritual und kollektive Erinnerung verbinden. Diese These ist interdisziplinär: Sie verknüpft neurowissenschaftliche und psychologische Phänomene mit kultureller Evolution, Ritualforschung und Folklore.

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Schlafparalyse und neurophysiologische Grundlagen

Schlafparalyse ist ein gut dokumentiertes Phänomen, bei dem eine Person beim Übergang zwischen Schlaf und Wachzustand zwar bewusst ist, jedoch motorisch gelähmt ist – typischerweise in der REM-Schlafphase, in der Muskelatonie herrscht. Begleitphänomene können sein: Druck auf der Brust, Atembeschwerden, Halluzinationen, das Gefühl einer „Präsenz“ im Raum. Diese Erfahrungen sind nicht nur subjektiv, sondern lassen sich neurophysiologisch erklären: REM-assoziierte Hemmungsmechanismen bleiben aktiv, während Teile des Bewusstseins wach sind, was das Erleben von Lähmung und real empfundenen Halluzinationen begünstigt.

Dieses Erlebnis liefert den „rohen Input“ für kulturelle Bedeutungsbildung: Menschen erleben eine intensive Angst, gekoppelt mit dem Eindruck eines Beobachters oder Akteurs – eine „leere“, aber bedrohliche Präsenz.

2.2 Kognitionspsychologische Mechanismen: Agentendetektion & Projektion

Aus der evolutionspsychologischen Perspektive neigt das menschliche Gehirn dazu, in mehrdeutigen sensorischen Situationen Agenten zu vermuten – selbst wenn die Evidenz unscharf ist. Diese Tendenz zur Agentendetektion gilt als adaptiv: Es ist evolutionär vorteilhaft, eine potenzielle Gefahr frühzeitig zu erkennen. In der Situation der Schlafparalyse wird eine solche Agentenhypothese besonders plausibel: Ein Druckgefühl, eine Halluzination, ein Geräusch – all das kann als bewusstes Wesen interpretiert werden.

Darüber hinaus wirkt Projektion: Auf der psychodynamischen Ebene wird das Schmerz- oder Angstgefühl auf eine andere „Person“ übertragen. Solche projizierten Inhalte verbinden sich mit kulturellen Symbolen – z. B. mit Dämonen, Nachtgeistern oder mythologischen Wesen. Diese Deutungen sind nicht zufällig, sondern werden kulturell vermittelt (z. B. durch überlieferte Geschichten, Folklore, regionale Mythen).

2.3 Memetischer Ansatz

Kernthese ist, dass die Elwedritsche als Mem-Strukturen fungieren: kulturelle Einheiten, die sich analog zu biologischen Replikatoren verhalten – sie replizieren, variieren, werden selektiert. Dieser Gedanke entstammt dem memetischen Paradigma, das auf Richard Dawkins’ Konzept des Meme zurückgeht Dawkins definierte Meme als Einheiten kultureller Information, die durch Nachahmung übertragen werden.

Susan Blackmore argumentiert, dass Memes als selbstständige Replikatoren existieren, auch wenn ihre Arbeitsmechanismen noch unvollständig verstanden sind. Darüber hinaus weist die memetische Theorie auf Variation, Selektion und Replikation als zentrale Prozesse hin, die die kulturelle Evolution antreiben.

Der Ansatz der psychologisch-memetischen These lässt sich als hybride Theorie beschreiben: Er kombiniert die memetische Logik (Replikatoren, Evolution) mit kognitiven Selektionsmechanismen, um die Verarbeitung der körperlichen Erfahrung der Schlafparalyse mit dem Entstehen eines nächtlichen Druckdämons zu erklären und die Persistenz der Elwedritsche (als verharmloste und verkleinerte Version des Druckdämons) in der Kultur zu verstehen.

3. Methodik

Da es sich bei dem Ansatz um eine konzeptionelle These handelt, ist das methodische Vorgehen in diesem Artikel theoretisch und modellbildend. Es wird folgendermaßen vorgegangen

  1. Literaturanalyse: Analyse der wissenschaftlichen Literatur
  2. Theorieintegration: Verknüpfung der These mit etablierten Theorien aus Psychologie, Evolutionsforschung und kultureller Evolution (Memetik, Kognitionspsychologie, Ritualtheorie).
  3. Modellbildung: Entwicklung eines Phasenmodells der Angstverarbeitung, das den Ansatz operationalisiert und systematisiert.
  4. Soziokulturelle Analyse: Untersuchung der Mechanismen, durch die individuelle Erfahrungen (Schlafparalyse) in gemeinschaftliche Rituale transformiert werden – mittels soziologischer und anthropologischer Kategorien (Identität, Ritual, Tourismus).

4. Modell: Phasen der Angstverarbeitung und Ritualisierung

Das folgende Phasenmodell strukturiert die psychologisch-memetische These und macht die Dynamik von individueller Erfahrung zu kulturellem Ritual transparent:

  1. Auslösender neurophysiologischer Zustand
    • Schlafparalyse-Episode (Lähmung, Halluzination, Druck).
    • Intensives Angstempfinden, eventuell physiologische Erregung.
    • Subjektives Erleben einer „Präsenz“.
  2. Kognitive Interpretation & Zuschreibung
    • Agentendetektionsmechanismen schlagen an: Das Gehirn postuliert ein bewusstes Wesen.
    • Projektion von inneren Zuständen auf eine externe Entität.
    • Kulturelle Deutungsmuster (Mythen, Dämonologie) werden aktiviert.
  3. Emotional-personalisierende Verfestigung
    • Die „Präsenz“ bekommt Intention: Beobachtet sie, will sie etwas tun?
    • Angst wird stark personalisiert (z. B. „es“ ist böse, neugierig, rachsüchtig).
    • Erinnerung an das Erlebnis, möglicherweise mit dramatischen Bildern (Schatten, Hände, Augen).
  4. Narrativbildung
    • Das Erlebnis wird sprachlich in eine Geschichte transformiert.
    • Einbettung in kulturelle Kontexte (Traditionsfiguren, alte Legenden, bekannte Motive).
    • Strukturierung: Wer, was, wann, warum? Einschluss von moralischen, warnenden oder erklärenden Elementen.
  5. Soziale Übertragung & Selektion
    • Erzählungen werden weitergegeben: Familie, Gemeinschaft, Freunde.
    • Varianten entstehen, da andere Erzähler Aspekte ändern oder ergänzen.
    • Selektionsprozess: Emotional starke, leicht erinnerbare oder ritualisierbare Versionen setzen sich durch.
  6. Ritualisierung & Institutionalisierung
    • Gemeinschaftliche Rituale entstehen: Apotropäische Handlungen wie das Anbringen von Schutzzeichen und Beschwörungen, Jagden, Erzählabende.
    • Diese Rituale schaffen kollektive Praxis, verankern das Meme in der sozialen Struktur.
    • Die Ereignisse werden wiederholt, in bestimmten Zeitpunkten (z. B. Jahreszeiten, Dorffeste) institutionalisiert.
  7. Feedback & Persistenz
    • Erwartungseffekte: Menschen, die im kulturellen Umfeld aufwachsen, deuten Paralyse-Erlebnisse eher als Begegnung mit einem benamten und in die Kultur eingebetteten Wesen.
    • Memeplexe (Erzählung, Bild, Ritual) stabilisieren sich über Generationen.
    • Moderne Medien (Bücher, Internet, Tourismus) transformieren die Meme weiter, generieren neue Varianten.

5. Soziokulturelle Transformation: Von medizinischem Phänomen zu folkloristischem Ritual

Psychischer Ursprung

Im Ausgangspunkt steht ein medizinisch fassbares Phänomen: Schlafparalyse. Für betroffene Personen ist diese Erfahrung sehr real, oft beängstigend, manchmal traumatisch. Kulturell wird das Erlebnis im Rahmen bekannter mythischer Symbolik interpretiert. Das soziale Gedächtnis liefert archaische Muster, die Projektion und Deutung ermöglichen.

Identität und Gemeinschaft

Elwedritsche sind Teil eines regionalen Brauchtums, das Identität stiftet. Für Einheimische kann der Glaube an diese Wesen ein kollektives Bindeglied sein. Geschichten über Elwedritsche werden bei Gemeinschaftstreffen, Festen oder Erzählabenden geteilt.

Ritualbildung

Durch gemeinschaftliche Rituale (z. B. symbolische Jagden, Beschwörungen, Schutzzeichen) wird das kulturelle Meme institutionalisiert. Solche Rituale dienen mehreren Zwecken:

  1. Verarbeitung von Angst: Durch das symbolische „Bändigen“ des nächtlichen Druckdämons als „Elwedritsch in Ritualen können Menschen ihre Nachtängste kollektiv adressieren und relativieren.
  2. Soziale Kohäsion: Rituale schaffen ein Gemeinschaftserlebnis, das Zugehörigkeit stärkt und Ängste in eine soziale Struktur einbettet.
  3. Kulturelles Kapital & Tourismus: Der Mythos kann als kulturelles Alleinstellungsmerkmal dienen, das Touristen anzieht, kulturelle Veranstaltungen fördert und wirtschaftlichen Nutzen generiert.

6. Schlussfolgerung und Ausblick

Die psychologisch-memetische These bietet ein integratives Modell zur Erklärung der Elwedritsche als kulturelle Entitäten: Durch die Verbindung von neurophysiologischer Angst (Schlafparalyse), kognitiver Interpretation, memetischer Evolution und sozialer Ritualisierung entsteht eine kohärente Erklärung dafür, warum solche Legenden persistent sind und bis heute in lokalen Traditionen lebendig bleiben.

Abschließend ist festzuhalten, dass Elwedritsche nicht einfach Relikte der Vergangenheit sind, sondern lebendige, sich entwickelnde Mem-Strukturen, die tief in menschlicher Psychologie verwurzelt sind und gleichzeitig durch soziale und mediale Praktiken weiter transformiert werden.

Literatur

  • Blackmore, Susan (1999). The Meme Machine. Oxford University Press.
  • Dawkins, Richard (1976). The Selfish Gene. Oxford University Press.
  • Sperber, Dan (1996). Explaining Culture: A Naturalistic Approach. Blackwell.
  • Aunger, Robert (Hrsg.) (2001). Darwinizing Culture: The Status of Memetics as a Science. Oxford University Press.

Die pfälzische Elwedritsch als Nachfahrin der nächtlichen Druckdämonen Mahr, Albe, Drude und Trotterkopf (Schweiz)

Von Michael Werner

1. Einleitung

Die pfälzische Elwedritsch gilt heute als humorvolle Sagengestalt, die in Jagdbräuchen und folkloristischen Erzählungen präsent ist. Ihre Wurzeln reichen jedoch tief in den europäischen Volksglauben zurück. Sie ist nicht isoliert entstanden, sondern steht in einer Traditionslinie mit den nächtlichen Druckdämonen: Mahr, Alb, Drude und Trotterkopf. Diese Gestalten wurden über Jahrhunderte als Erklärung für Albträume, Schlafparalyse und nächtliche Beklemmung herangezogen.

2. Überblick über die historischen Vorläufer

  • Mahr (ahd. mara, 9. Jh.): Nachtgeist, der sich auf die Brust des Schlafenden setzt und Albträume verursacht.
  • Alb/Albe (ahd. alb, 11. Jh.): germanischer Elf oder Nachtgeist, Ursprung des Wortes „Albtraum“.
  • Drude (mhd. trute, 12.–13. Jh.): weibliches Zauberwesen, das Menschen durch nächtliche Plagen bedrängt.
  • Trotterkopf (Schweiz, Volksglaube): Mischwesen aus Nachtmahr und Totengeist, gegen das Bannformeln überliefert sind.

Das älteste der drei Wörter ist Mahr (ahd. mara, 9. Jh.), gefolgt von Albe (ahd. alb, 11. Jh.). Das Wort Drude taucht erst deutlich später im Mittelhochdeutschen (ca. 12.–13. Jh.) auf.

2.1 Mahr

  • Beleg: Althochdeutsch mara (9. Jahrhundert).
  • Bedeutung: Ein weiblich vorgestelltes Nachtwesen, das sich auf die Brust des Schlafenden setzt und Albträume verursacht.
  • Verwandt mit engl. nightmare, schwed. mara, altnord. mara.
  • Fazit: Sehr alte Wurzel, vermutlich indogermanisch (morā), mit Belegen schon im frühen Mittelalter.

2.2 Albe (Alb)

  • Beleg: Althochdeutsch alb (11. Jahrhundert).
  • Bedeutung: Unterirdischer Naturgeist, elbisches Wesen, verwandt mit elf im Englischen und alfr im Altnordischen.
  • Fazit: Etwas jünger als Mahr, aber ebenfalls tief im germanischen Volksglauben verwurzelt.

2.3 Drude

  • Beleg: Mittelhochdeutsch trute (12.–13. Jahrhundert).
  • Bedeutung: Hexen- oder Zauberwesen, oft weiblich, das Menschen durch Zauber oder nächtliche Übergriffe plagt.
  • Herkunft: Unsicher; möglicherweise verwandt mit „truten“ = „betrügen, täuschen“.

3. Der Trotterkopf als Sonderform in der Schweiz

Beim Trotterkopf handelt es sich um eine dämonische Vorstellung im schweizerischen Volksglauben. Das Konzept vermischt die nächtlichen Druckdämonen (Mahr, Alb, Drude) mit Totengeistern – Wiedergängern, die keine Ruhe finden. Der Trotterkopf konnte als krankmachendes Wesen oder als Last auf dem Menschen verstanden werden, ähnlich wie die Mahr oder die Drude, die nachts auf die Brust drückten. In manchen Regionen wurde der Begriff auch mit Hexerei oder Besessenheit verbunden.

Alle vier Begriffe (Mahr, Alb, Drude, Trotterkopf) stehen für nächtliche Bedränger oder dämonische Kräfte.Gegen Mahr, Alb und Drude gab es Bannsprüche und Abwehrzauber (z. B. Kreuze über das Bett, Gebete, Schutzzeichen).Der Trotterkopf reiht sich hier ein: ein regionaler Ausdruck für eine ähnliche Vorstellung, mit eigenen Bannformeln. Das Schweizerisches Idiotikon verzeichnet Trotter und Trotterkopf mit Hinweisen auf Bannformeln. Im Volksglauben in der Schweiz (Sammlungen des 19. Jh.) sind Bannsprüche gegen nächtliche Dämonen und Krankheitsgeister dokumentiert.Diese sind vergleichbarmit den Bannformeln gegen Mahr und Drude, die in den Grimmschen Sammlungen und in Volkskundeliteratur überliefert sind.

Verbindung zum Nachtmahr

  • Der Nachtmahr (ahd. mara) ist ein dämonisches Wesen, das sich nachts auf die Brust des Schlafenden setzt und Atemnot sowie Albträume verursacht.
  • Der Trotterkopf übernimmt diese Funktion: er „sitzt“ auf dem Menschen, verursacht Beklemmung und wird durch Bannformeln vertrieben.
  • Damit ist er funktional identisch mit dem Mahr, aber regional anders benannt.

Verbindung zum Totengeist

  • In vielen Regionen der Schweiz galt der Trotterkopf nicht nur als Dämon, sondern auch als Seele eines Verstorbenen, die keine Ruhe findet.
  • Er konnte als „Toter, der zurückkehrt“ interpretiert werden – ähnlich wie andere Totengeister im Volksglauben.
  • Diese Vorstellung erklärt, warum gegen den Trotterkopf Bannsprüche gesprochen wurden: man wollte nicht nur einen Dämon, sondern auch einen ruhelosen Toten abwehren.

Mischcharakter

  • Doppelrolle:
    • Als Nachtmahr → verursacht Albträume und nächtliche Beklemmung.
    • Als Totengeist → Ausdruck des Glaubens an unruhige Seelen, die die Lebenden heimsuchen.
  • Der Trotterkopf ist damit ein Hybridwesen, das beide Vorstellungen verbindet.
  • Diese Mischform ist typisch für den Volksglauben: Grenzen zwischen Dämonen, Hexenwesen und Totengeistern waren oft fließend.

4. Beispiele aus Originalquellen

Schweizerisches Idiotikon (Band XI, Artikel Trotterkopf)

Dort wird ein Bannspruch dokumentiert, der in der Ostschweiz gegen nächtliche Plagen verwendet wurde:

„Trotterkopf, fahr us, im Namen Jesu Christi, du sollst nimmer wider cho.“ (Idiotikon, Bd. XI, Sp. 1423f.)

  • Inhalt: Aufforderung an den Trotterkopf, den Menschen zu verlassen.
  • Form: Klassische Bannformel mit christlicher Anrufung.
  • Funktion: Schutz vor nächtlicher Beklemmung und Albträumen.

Volkskundliche Sammlung (19. Jh., Toggenburg)

Ein weiterer Spruch lautet:

„Trotterkopf, ich bann dich, dass du mir nit meh uf d’Bruscht sitzisch, im Namen vom Vater, Sohn und heiligem Geist.“ (Quelle: Sammlung Tobler, zitiert im Idiotikon, Bd. XI)

  • Inhalt: Dreifache Anrufung der Trinität.
  • Funktion: Abwehr des nächtlichen Drucks, der als Ursache für Atemnot und Angst gedeutet wurde.

Vergleich mit Mahr- und Drudenbann

  • Ähnliche Sprüche finden sich auch gegen die Mahr und die Drude, z. B.: „Mahr, Mahr, du sollst nit uf mir fahr, im Namen Jesu Christi.“

5. Die Albdrude als Verschmelzung von Albe und Drude

Im süddeutschen und österreichischen Raum entwickelte sich die Vorstellung der Albdrude, einer besonders gefährlichen Kombination aus Alb und Drude. Sie bedrohte insbesondere Frauen und Kinder und galt als Inbegriff des nächtlichen Druckdämons.

Die Albdrude ist eine Gestalt des süddeutschen und österreichischen Volksglaubens. Sie gilt als eine dämonische Mischfigur aus Alb (Nachtgeist) und Drude (Hexenwesen), die nachts Menschen bedrückt, Atemnot und Albträume verursacht und besonders Frauen, Kinder und Wöchnerinnen heimsucht.

Herkunft des Begriffs

  • Alb: germanischer Nachtgeist, der Albträume verursacht (vgl. engl. elf, nightmare).
  • Drude: weibliches Zauberwesen, das sich nachts auf die Brust setzt und Beklemmung auslöst.
  • Albdrude: Kombination beider Vorstellungen – ein besonders gefährlicher „Druckgeist“.

Erscheinung und Wirkung

  • Beschrieben als nächtlicher Druckgeist, der sich auf die Brust des Schlafenden setzt.
  • Verursacht Albträume, Atemnot, Beklemmung.
  • In manchen Regionen speziell gefürchtet als Bedrohung für Kinder, Schwangere und Wöchnerinnen.
  • Teilweise mit hexenhaften Zügen dargestellt: lange Nase, zusammengewachsene Augenbrauen, blasses Gesicht.

Regionale Verbreitung

  • Besonders im Schwabenland, Mittelfranken, Bayern und Österreich verbreitet.
  • In der Pfalz und Rheinhessen wurde die Albdrude später „verkleinert“ und in die Figur der Elwedritsch überführt – ein Beispiel für die Transformation von Schreckgestalten in harmlose Sagentiere.

Bann und Abwehr

  • Gegen die Albdrude wurden Bannsprüche und christliche Schutzformeln gesprochen, ähnlich wie gegen Mahr und Drude.
  • Typische Abwehrmaßnahmen: Kreuzzeichen über dem Bett, Gebete, Amulette.
  • Ziel: die Albdrude am nächtlichen „Drücken“ hindern und sie vertreiben.

Die Albdrude ist ein dämonisches Mischwesen aus Alb und Drude, das im süddeutschen und österreichischen Volksglauben als besonders gefährlicher Druckgeist galt. Sie verbindet die Eigenschaften des Albtraum verursachenden Nachtmahrs mit denen einer hexenhaften Drude und wurde durch Bannformeln und Schutzrituale abgewehrt.

6. Von der Albdrude zur Elwedritsch

Die Elwedritsch (Pfälzer Fabelwesen) ist im Vergleich zu Mahr, Alb, Drude, Trotterkopf und Albdrude eine humorisierte, verkleinerte und entschärfte Form der Albdrude. Während die Albdrude als gefährlicher nächtlicher Druckgeist galt, wurde sie in der Pfalz „verkleinert“ und in ein harmloses, vogelähnliches Sagengeschöpf verwandelt – die Elwedritsch.

Die Albdrude bedrohte nach Volksglauben besonders Kinder, Schwangere und Wöchnerinnen mit nächtlicher Beklemmung und Atemnot. Um den Schrecken zu nehmen, wurde die Figur im Pfälzer Volksglauben verkleinert und verniedlicht. Ergebnis: Die Elwedritsch, ein vogelähnliches, oft komisch dargestelltes Wesen, das man nicht mehr fürchtete, sondern „jagte“ (Elwedritsche-Jagd als Brauch). Die Elwedritsch zeigt, wie sich Volksglauben transformiert: Vom dämonischen Druckgeist (Albdrude) zum harmlosen Fabeltier (Elwedritsch). Dieser Prozess ist typisch: Schreckgestalten werden im Laufe der Zeit „verkleinert“ oder „verharmlost“ und in die Folklore integriert.

WesenUrsprungWirkungStatus im Volksglauben
Mahrahd. mara (9. Jh.)Albträume, Druck auf BrustDämonisch
Albahd. alb (11. Jh.)Nachtgeist, TraumdämonDämonisch
Drudemhd. trute (12.–13. Jh.)Hexenwesen, nächtliche PlageDämonisch
AlbdrudeKombination Alb + Drude (mglw. 16. Jh. – Belege erst ab 19. Jh.)besonders gefährlicher DruckgeistDämonisch
TrotterkopfSchweiz, VolksglaubeMischwesen Nachtmahr + Totengeist, mit BannformelnDämonisch
ElwedritschPfalz (ab ca. 17. Jh.)humorisiertes Fabeltier, JagdobjektVerharmloste Sagengestalt

Nach der sprachlichen Verkleinerung folgte die rituelle Verbannung: Die Elwedritsch wurde „in den Wald gejagt“, um sie aus der Gemeinschaft zu entfernen. Aus dem Bannritual entwickelte sich ein humorvoller Brauch: die Elwedritsche-Jagd, bei der man Fremde mit Sack und Laterne nachts auf die Suche schickte. Damit wurde die frühere Angstgestalt endgültig in die Folklore integriert und ihrer Bedrohlichkeit beraubt.

Die pfälzische Elwedritsch ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Transformation von Angstgestalten zu Folklorefiguren. Aus der gefürchteten Albdrude wurde durch sprachliche Verkleinerung und rituelle Verbannung ein harmloses Sagengeschöpf, das heute als Symbol pfälzischer Kultur gilt. Damit zeigt sich, wie Volksglaube über die Jahrhunderte Angst in Humor verwandelt und Dämonen in Fabelwesen transformiert.

7. Quellen:

Originalquellen und Zitate

Mahr

  • Grimm, Deutsches Wörterbuch (DWB): „ahd. mara, mhd. mar(e), ein weiblicher Nachtgeist, der den Schlafenden bedrückt.“ (DWB, Bd. 12, Sp. 1546f.)
  • DWDS – Etymologisches Wörterbuch: „ahd. mara f. (9. Jh.), mhd. mar(e) m./f., asächs. mara, engl. nightmare.“ Quelle: DWDS – Mahr
  • Duden Online → „mittelhochdeutsch mar(e), althochdeutsch mara, ursprünglich vielleicht = Zermalmerin“ Quelle: Duden – Mahr

Alb / Albe

  • Grimm, DWB: „ahd. alb, mhd. alp, unterirdischer Naturgeist, elbisches Wesen.“ (DWB, Bd. 1, Sp. 293–296)
  • Wikipedia – Nachtalb: „Ahd. alb (11. Jh.), mhd. alp, aengl. ælf, engl. elf, anord. alfr.“ Quelle: Wikipedia – Nachtalb

Drude

  • Grimm, DWB: „mhd. trute, drude, weibliches Zauberwesen, Hexe, Gespenst.“ (DWB, Bd. 2, Sp. 1225–1228)
  • Forum OÖ Geschichte: „Die Drud ist, wie der Alb und der Mahr, ein nächtlicher Druckgeist, der böse Träume verursacht.“ Quelle: Forum OÖ Geschichte – Drud
  • Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache (24. Aufl., 2002) → „Drude, mhd. trute, Hexenwesen; möglicherweise verwandt mit trügen.“ Quelle: Kluge, Etymologisches Wörterbuch, S. 234.

Trotterkopf

  • Schweizerisches Idiotikon: „Trotterkopf, ein nächtlicher Druckgeist, halb Mahr, halb Totengeist; gegen ihn wurden Bannformeln gesprochen.“ (Idiotikon, Bd. XI, Sp. 1423f.)
  • Bannspruch (Ostschweiz, 19. Jh.): „Trotterkopf, fahr us, im Namen Jesu Christi, du sollst nimmer wider cho.“

Albdrude

  • Grimm, DWB: „Albdrude, eine besonders gefährliche Drude, die Frauen und Kinder bedrückt.“
  • Legende der Drude: „Die Drude stammt aus den Sippen der Maren und Alpdrücker und treibt als nächtlicher Druckgeist ihr Unwesen.“ Quelle: druden.de – Legende der Drude

Elwedritsch

  • Wikipedia – Elwetritsch: „Die Elwetritsch ist ein pfälzisches Fabelwesen, das als Verkleinerungsform der Albdrude gilt.“
  • Hiwwe wie Driwwe: „Weißt du nicht, daß böse Seelen nächtlich aus dem Leibe rücken, um den Menschen zu bedrücken…“ Quelle: Hiwwe wie Driwwe – Albdrud/Elwedritsch

Quellenliste

  1. Grimm, Jacob & Wilhelm: Deutsches Wörterbuch, diverse Bände (Leipzig, 1854–1961).
  2. Schweizerisches Idiotikon, Bd. XI (Zürich, 1881ff.).
  3. DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache: Mahr.
  4. Wikipedia: Nachtalb.
  5. Forum OÖ Geschichte: Die Drud/Trud.
  6. Druden.de: Legende der Drude.
  7. Wikipedia: Elwetritsch.
  8. Hiwwe wie Driwwe: Das wahre Wesen der Elwedritsch.

Literatur

  • Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Aufl. Berlin/New York: de Gruyter, 2002.
  • Grimm, Jacob & Wilhelm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig, 1854–1961.
  • Schweizerisches Idiotikon: Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Zürich, 1881ff.
  • Röhrich, Lutz: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Freiburg, 1991.
  • Bächtold-Stäubli, Hanns: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin/Leipzig, 1927–1942.