„Personifikation von Urängsten“ statt „fantastisches Tierwesen“ – Was eine Elwedritsch wirklich ist

Es ist eine Wendung, mit der ich als Autor selbst nicht gerechnet hatte: Elwedritsche sind Personifikationen von Urängsten, die wir Menschen gebändigt und in den Wald verbannt haben – sie sind weder unerklärliche „Fabeltiere“ noch „fantastische Tierwesen“.

Rund 30 Jahre sind mir Elwedritsche in Erzählungen von Pennsylvania-Deutschen bei meinen Reisen in Amerika immer wieder begegnet. Ich habe sie ehrlicherweise überhaupt nicht gesucht und zunächst wenig beachtet – vielleicht konnte ich ihnen gerade deshalb am Ende auf die Schliche kommen.

Es gab allerdings Umwege, weil mir das Ziel der Reise einfach nicht klar war. Bereits in den 2000er Jahren fiel mir auf, dass mich viele der eigenartigen Sitten der Pennsylvania-Deutschen an Opferriten von frühen Bauern des Neolithikums erinnerten. Und ein spezieller Brauch, der mit der Jagd zusammenhängt, weist für mich sogar in die Zeit der Jäger und Sammler. Zusammengenommen ergaben die kulturellen Muster ein klares Bild: Hier hatten Menschen Rituale entwickelt, um Ängste zu bearbeiten. Reste davon haben sich in Pennsylvania erhalten.

Das war der Startpunkt. Von hier aus ging es für mich (ab etwa 2010) in Richtung Gegenwart durch die Geschichte: durch Bronze- und Eisenzeit, vorbei an Germanen, Römern und Kelten bis hin zur Auseinandersetzung der christlichen Franken mit den heidnischen Sachsen und der Unterwerfung des Sachsenkönigs Widukind durch Karl den Großen. Wo sich das Christentum breit machte, suchten sich die alten heidnischen Riten ihre Nischen, um zu überleben. Hier gibt es ganz viele Beispiele aus dem Pennsylvania Dutch Country, die zeigen, wie dies gelungen ist.

Immer ging es um die Bearbeitung von Ängsten – beim Beten in christlichen Kirchen ebenso wie bei Bräuchen, die mit jetzt dämonisierten heidnischen Gottheiten in Zusammenhang standen. Und hier an der Kante zwischen Heidentum und Christentum gab es sich erstmals zu erkennen: ein Geschöpf der Nacht, das den eigentlichen Beginn meiner Reise zu den Elwedritschen darstellt. Die Umrisse wurden in der Zeit der Reformation und des 30jährigen Krieges immer klarer.

Aber mit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts fiel für die gebildeten Stände manche Tür zur eigenen Vergangenheit zu. Und das Geflecht an Ritualen und Bräuchen, die nur in ihrer Gesamtheit erlauben, auch das Wesen der Elwedritsche zu erkennen, geriet in Vergessenheit. Das komplette Ökosystem an alten kulturellen Mustern war – bis auf ein paar klägliche Reste – bei uns in Deutschland nicht mehr vorhanden.

Nicht aber in Pennsylvania! Die Auswanderer aus der Kurpfalz und angrenzenden Regionen hatten ihre Heimat bereits vor der Aufklärung verlassen, und deshalb hat sich das Geflecht an kulturellen Mustern bis heute besser erhalten als in unserer südwestdeutschen Heimat – zumal mehrere Kriege im 19. und 20. Jahrhundert hierzulande zusätzliche Schäden auch im kulturellen Bewusstsein der Menschen angerichtet haben. Wer nach einem Krieg nur nach vorne schauen will, vergisst das, was gewesen ist. In Pennsylvania aber leben Menschen zum Teil in der 12. Generation noch auf dem gleichen Bauernhof, den der ursprüngliche Auswanderer im 18. Jahrhundert gegründet hatte. Was damals da war, gibt es noch immer.

In der Pfalz hingegen füllte eine neue Pseudo-Wissenschaft das entstandene Vakuum: die „Tritschologie“. Wenn man schon nicht mehr wusste, was Elwedritsche sind, dann wollte man diese Unwissenheit wenigstens wortreich und vergnüglich zum Besten geben. Es ist eine wunderbare Tradition, die absolut ihre Berechtigung hat. Aber sie kann keinen Beitrag leisten bei der Beantwortung der Frage, was hinter dem kulturellen Muster der Elwedritsche wirklich steckt.

Ich bin Linguist, und als solcher hat man auch immer die Sprachgeschichte mit im Kopf. Bei uns in Deutschland bedeutet das, im Blick zu behalten, dass das Deutsche zu den indoeuropäischen Sprachen gehört, die sich etwa ab dem Jahr 6000 v. Chr. ausgehend von einer Region im nördlichen Iran in westliche und östliche Richtung ausgebreitet haben – bis nach Portugal im Westen und Indien im Osten.

Ich habe mir eine einfache Frage gestellt: Könnten sich in den verschiedenen indoeuropäischen Sprachen ähnliche kulturelle Muster wie das der „Elwedritsche“ erhalten haben? Sie kommen alle aus dem fruchtbaren Halbmond und haben eine lange Geschichte und einen weiten Weg hinter sich. Und tatsächlich wurde ich fündig: in den Niederlanden ebenso wie in Polen, in Anatolien bei Kurden und etwas weiter östlich bei Jesiden – aber auch in Indien, wo sich in vedischen Texten Vergleichbares erhalten hat. Man kann nicht sagen: Elwedritsche gibt es überall. Man kann aber sagen: In verschiedenen indoeuropäischen Sprachen haben sich Reste dessen erhalten, was hinter den Elwedritschen steckt.

Heute habe ich eine KI gebeten, eine kurze Zusammenfassung meines Buches zu verfassen. Das kam dabei heraus: „Das Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ von Michael Werner untersucht die soziokulturellen Ursprünge der pfälzischen und pennsylvaniadeutschen Elwedritsche-Tradition. Werner verknüpft jahrzehntelange Recherchen in den USA und Europa mit historischen und sprachwissenschaftlichen Analysen, um das Phänomen als Ausdruck uralter Ängste und kultureller Muster zu interpretieren, die bis in die indoeuropäische Vergangenheit zurückreichen. Der Autor verfolgt die Entwicklung von religiösen Vorstellungen, Brauchtum und Aberglauben, die mit der Elwedritsche in Verbindung stehen, und beleuchtet deren Wandel im Laufe der Geschichte. Das Buch verwebt dabei Mythen, Rituale und Volksglauben zu einem umfassenden Bild.“

Mir war immer klar gewesen, dass es keine Aliens waren, die die Elwedritsche im Pfälzerwald abgesetzt haben. Deshalb gilt: Für alles, was da ist, gibt es eine Erklärung. Ich denke, im Fall der Elwedritsche ist sie jetzt gefunden. Mein Buch, das im Frühjahr nächsten Jahres erscheint, erzählt diese Geschichte.

Die Crowdfunding-Kampagne für das Projekt startet am 5. Januar 2025. Alle Informationen gibt es hier: https://www.startnext.com/elwedritsche-dunkle-gefaehrten

Richard Savidge – Lehrer, Sportler, Mundartautor

Richard Savidge (1937-2024) im Jahr 2019 in Kutzeschtettel

Ein Nachruf

„Satch“, wie ihn alle Welt nannte, traf ich immer wieder. Er kam aus Hegins (PA) und damit aus einer Ecke des Pennsylvania Dutch Country, wo man nur hinkommt, wenn man bewusst hinkommen will. Der Mundartautor Bill Klouser (1922-2010) kam aus der selben Region, die ich sehr mag, auch wenn andere die Menschen dort als „Hinnerbariyer“ oder die Gegend selbst als „hinterland“ bezeichnen.

Richard Savidge (1937-2024) war Lehrer an der Tri-Valley Highschool gewesen und hatte dort Biologie und Sport unterrichtet. Wenn es hektisch wurde, wechselte er auch in der Schule schon einmal vom Englischen ins Pennsylvanisch-Deutsche.

Ich kannte ihn seit 2010. 2006 hatten der Deutschlehrer Bill Quinter und Prof. Bill Donner von der Kutztown University beim Kutztown Folk Festival ein „Mudderschprooch Schreiwer Fescht“ gegründet, und „Satch“ nahm bei dieser Lesung eigentlich jedes Jahr mit einem eigenen Text teil. Die Fahrt nach Kutztown dauert nur eine Stunde, aber die Gegenden unterscheiden sich deutlich.

Seit 2011 vergibt unsere Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ in Kooperation mit dem Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. einen „Hiwwe wie Driwwe Award“ unter den Teilnehmern dieser Veranstaltung. Gleich die erste Auszeichnung erhielt Richard Savidge für seinen Text „Es iss Winder im Daal“. Es hat ihm viel bedeutet.

Irgendwann überreichte er mir eine komplette Sammlung seiner Texte, und ich versprach ihm, sie in mein Deutsch-Pennsylvanisches Archiv aufzunehmen, das seit 2016 im Mennonitischen Forschungszentrum auf dem Weierhof bei Kirchheimbolanden untergebracht ist. Er war selig, dass Arbeiten von ihm in Deutschland öffentlich zugänglich sein würden.

„Des iss ganz wunnerbaar“, hat er geantwortet. „Ganz wunnerbaar.“ Jetzt ist er im Alter von 87 Jahren verstorben.

Der wiescht Kall im Busch

Belznickel by Rachel Yoder (2015)

Gschriwwe beim Michael Werner

Yetz, wu Grischtdaag nimmi weit un der erscht Schnee schun gfalle iss, denk ich oft an ebbes, ass ghaeppent hot, wie ich noch en Bu waar. Do, in der Busch, wu ich alleweil am schtehne bin, iss es gschehne. Gschehne, was net haett gschehne selle. In der Zeit, wu es erscht schpot hell, frieh duschber un aa der ganz Daag iwwer oft net rielli hell watt, iss der Busch voll mit Gschpucke. Glei datt hinne, net weit weg vun wu ich nau schtehne duh, geht’s der Hiwwel nunner zum Stony Roll Grick. Datt hemmer gschtanne, der Paul Reifsnyder un ich, un henn nunnergeguckt zum Jakob Bauer, ass doot im Wasser glegge hot.

Der Jakob waar vun Deitschland kumme mit sei Eldre, un sie henn sich deheem gemacht do in Baricks Kaundi. Ins Eeschtubbich Schulheisli simmer gange zamme, un wammer als die hochdeitsch Bible glese henn, noht hot mer heere kenne, ass der Jakob sell guud hot lese un aa alles verschtehne kenne. Net wie mir Pennsylvanisch-Deitsche, wu allfatt Druwwel henn mit Hochdeitsch. Fer sell hemmer ihn yuscht „der Deitschlenner“ gheesse un henn ihn aa aardlich geretzt wehich sell.

Der Paul Reifsnyder, ich un deel anneri Buwe henn aa naach die Schul allegebott Schtreit aagfange mit der Jakob. Der Jakob waar gmeenerhand alleenich uff em Weg heem. Meh wie eemol iss er heemkumme zu sei Memm mit en bloo Aag. Der Paul Reifsnyder waar meh wie en Yaahr aelder wie ich waar, greesser un schtarick. Un ich meind noch, wie ich der Jakob Bauer emol aagedroffe hab uff em Weg un hab ihn wiescht verglobbt. Yuscht fer schpeeder die anneri Buwe verzehle kenne, was ich geduh hab. Mir waare wieschte Buwe – sell iss ferschur.

Eemol, katz eb Grischtdaag, waar ich mit em Paul im Busch Feierholz gricke, wie all uff emol der Jakob Bauer datt vor uns gschtanne hot uff em Weg. Er hot uns vermarickt, un wie er gsehne hot, ass mir zu ihm laafe welle, hot er rumgedreht un iss fatt gschprunge. Die Daage eb sell hot’s wiescht gschneet ghatt, so ass der Schnee ball zwee Fuuss hoch glegge hot. Mer hot net guud laafe kenne, un mir sinn allegebott iwwer ebbes gschtatzt, ass unnich em Schnee gelege hot, un hiegfalle. Der Jakob iss aa, un so hot’s ferschur wennich gschpassich geguckt, wie mir datt am hinnich ihm heerlaafe waare – der Paul un ich. Un doch hemmer vermarickt, ass der Jakob schneller fattkumme iss wie mir. Mir henn net gewisst ferwas, awwer der Busch hot uns kenne fluche heere. All uff emol hemmer en laut Gegrisch gheert. Noht waar alles ruhich. Der Paul un ich henn gschtoppt un sinn noht yuscht ganz langsam weider geloffe fer ausfinne, was ghaeppent hot.

Wie mir an der Blatz kumme sinn, wu’s der Hiwwel nunnergeht zum Stony Roll Grick, hemmer vermarickt, ass mer unne im Wasser ebbes sehne kann. Ebbes, ass net do sei sett middes im Grick: Der Jakob hot datt glegge un hot sich net meh geregt. Sei ganz Kareper waar nass, un des kalt Wasser iss newich ihm verbei un iwwer ihn driwwer. Un alsemol hot mer en rote Gschpur sehne kenne, ass sich vun seim Kopp wegbewegt hot. Mir henn uns aageguckt un sinn bleech warre. Noht hemmer uns anneghockt in der Schnee. Nix hemmer gsaat, fer en paar Minudde. Noht hot mich der Paul Reifsnyder gepackt am Hals un hot gegrische: „Niemand daref ebbes wisse vun sell. Sell iss nie net geschehne. Verschtehscht?“ Ich hab ihn yuscht aageguckt. Un noht simmer Draene aus die Aage geloffe.

Ich weess net, wie lang mer datt ghockt waare. Awwer all uff emol hemmer ebbes gheert im Busch. Es waar, wie wann ebbes Groosses sich Blatz schaffe deet, so ass es zu uns kumme kennt. „Hot’s alleweil Baere im Busch?“, hawwich der Paul leis gfrogt? „Mer hot noch kenni gsehne die letztschte Woche“, hot er geantwatt. „Loss uns schnell geh“, hawwich gsaat. Mir waare aardlich bang, sinn uffgschtanne un henn uns uff der Weg heem gemacht.

Widder hot mer ebbes heere kenne, nau schun ganz nah, un ebber hot mer schnaufe heere – dief un schwer. Awwer wie ich mich rumgedreht hab, hawwich nix sehne kenne. Verleicht aa, weil’s nau aa schun am duschber warre waar. Wann ich es recht bedenk, hawwich nau fer’s erscht Mol ebbes gheert ass wie en dicke Eisekett. Sie hot en aardlich Yacht gemacht, weil der Kall so schtarick am geh waar. Weider un weider simmer gange, un schneller und schneller simmer geloffe. Dann, wie ich gheert hab, wie en Ascht brecht links hinnich mir, net zu weit weg, hawwich mich nochemol rumgedreht. Noht hawwichs gsehne, yuscht fer en katzer Moment:

Es waar en groosser Kall, verleicht siwwe Fuuss hoch, ganz alt un wieschtguckisch. Zwee Kette hot er ghatt: eens rum sei Hals un eens rum sei Bauch, ass ums sei Bee runnerghanke hot. Dick eigepackt in Belze un um sei Kopp rum en groossi Belzkapp. Sei Ochdem hot mer sehne kenne in die Kaelt, wann er gschnauft hot. Wie en weisser Newwel hot er vor seim Gsicht gschtanne. Un des waar schwatz un weiss alliwwer. Er hot net geguckt wie en Mensch. Un noch ebbes hot mich gwunnert. Datt, wu nix sei sett, hot der wiescht Kall ebbes ghatt: zwee dicke Hanner uff sei Kopp. Wie der Deifel selwert. Ich hab sell net glaawe welle, wie ich sell vermarickt hab. Neegscht hett ich laut gegrische, awwer ich hab schtaende kenne, es zurickzuhalde. Mit groosse Schritt hot der Kall browiert, neecher zu uns zu kumme. Un die Kedde henn laut geglebbert.

„Mir misse weg vunenanner“, hot der Paul gegrische. Un glei simmer zwee unnerschiddliche Wege geloffe, so schnell, ass mer gekennt henn. „Nix wie heem“, hawwich der Paul noch heere kreische, awwer sell waar schun en latt leiser wie devor. Un wennicher wie en Minudd schpeeder hot mer en Gegrisch gheert, Holz knackse, noht ebbes, ass meh wie en Baer gelaut hot ass wie en Mensch. Dann waar alles ruhich. Ich bin als weider geloffe, aus em Wald naus un nix wie heem zu unser Bauerei.

Die Memm hot schun gewaart ghatt an die Deer. „Wu bleibscht dann, Bu! Kumm rei, es Owetiems schteht uff der Disch.“ Ich hab neegscht nix esse kenne seller Owet un bin frieh ins Bett.

Der neegscht Mariye in der Schul waar der Paul net do. Ich bin zu sei Heemet geloffe am Naachmiddag, awwer ich hab mich net recht gedraut neigeh. Hinnich en Baam hawwich gschtanne un gsehne, wie etliche Leit naus un neigange sinn. Sei Memm, sei Paep, Brieder un Schweschdre, der Sheriff. Es waar net schwer fer ausfinne, ass der Paul net heemkumme iss geschter Owet.

Noht bin ich zerick gloffe in der Busch, bin neigange un hab browiert der Blatz finne, wu der Paul un ich geschter am fattlaafe waare. Lang hawwich gsucht, noht hawwich eens vun em Paul sein Hensching gfunne datt im Schnee leie. Der Paul waar net do. All uff emol hawwich en Gschpur gsehne im Schnee. Es waar net vun en Mensch, un es waar net vun en Gedier. Es hot wennich geguckt, wie wann ebber oder ebbes en Sack hinnich sich her am ziehge iss mit ebbes drin, ass aarick schwer iss. Nunner zum Grick – datt hot sich die Gschpur verlore. Sell iss alles, was ich verzehle kann.

Das Elwedritsche-Erklärbuch kommt

Der Countdown läuft: Letzte Textkorrekturen werden gemacht und die Layouts abgeschlossen. Auf Instagram und in Facebook läuft eine Aufmerksamkeitskampagne mit rund 75 Motiven. Sie geben Hinweise darauf, in welchen kulturhistorischen Kontext die Elwedritsche im neuen „Hiwwe wie Driwwe“-Buch gestellt werden. Es ist eine Reise durch 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte und rund um den halben Globus notwendig, um das Rätsel zu lösen, was Elwedritsche wirklich sind.

Was sie NICHT sind, verraten wir schon hier: „Fabeltiere“ oder „fantastische Tierwesen“. Die Welt, in der uns die Elwedritsche begegnen, ist auch alles andere als „fabelhaft“. Das alles sind Erfindungen der jüngeren Vergangenheit. Harry Potter hat hier sicher einen Beitrag geleistet. Es ist aber eine düstere Lebenswirklichkeit, die hinter den Elwedritsche aufscheint. Denn sie sind alt. Uralt. Ein Echo aus einer lang vergangenen Zeit …

Die Crowdfunding-Kampagne zum Buch startet am 5. Januar 2025. Alle Informationen gibt es hier: https://www.startnext.com/elwedritsche-dunkle-gefaehrten

Wir freuen uns sehr über Unterstützung bei diesem aufwändigen Projekt, das Erkenntnisse zum Thema „Elwedritsche“ aus 15 Forschungsreisen nach Pennsylvania in den vergangenen 30 Jahren erstmals in einer Publikation zusammenträgt.

Das „Kutztown Folk Festival 2025“ ist abgesagt

Das Mudderschprooch-Schreiwer Festival 2022 beim Kutztown Folk Festival

Die Schocknachricht aus Pennsylvania ging gestern durch das Internet: Die Kutztown University Foundation, die das jährliche Kutztown Folk Festival ausrichtet, hat angekündigt, die Veranstaltung im kommenden Jahr nicht durchzuführen. Es ist davon auszugehen, dass es ein Abschied für immer ist. Bei jährlichen Kosten von etwa 1 Millionen Dollar hat das Festival seit 2022 ein Defizit von rund 347.000 Dollar aufgebaut.

Es ist wahrscheinlich, dass die Zwangspause infolge der Covid-Pandemie zu dem jetzt beklagten Besucherrückgang in den vergangenen drei Jahren geführt hat. Nach Wiederaufnahme des Festival-Betriebs kamen deutlich weniger Menschen nach Kutztown. Die Veranstaltung war 1950 gegründet worden und gehörte zu den Top-Events dieser Art in den USA mit jährlich über 100.000 Besuchern an insgesamt neun Tagen. 2025 hätte man das 75. Kutztown Folk Festival gefeiert. Die jetzt getroffene Entscheidung macht diesem Jubiläum einen Strich durch die Rechnung.

Es ist ein herber Schlag für die pennsylvanisch-deutsche Mundart-Community in den USA. Das Kutztown Folk Festival, gegründet von den Professoren Don Yoder, Alfred Shoemaker und Bill Frey, war DER Treffpunkt für Mundartsprecher und Austragungsort wichtiger Events der Gemeinschaft. So wurde etwa das jährliche „Mudderschprooch Schreiwer Festival“ seit 2006 im Rahmen des Festivals durchgeführt. Diese Veranstaltung kooperierte seit vielen Jahren mit dem Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. und dem Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit. Aus den Teilnahmebeiträgen in Pennsylvania wählte die Bockenheimer Jury seit 2011 einen Preisträger für den jährlichen „Hiwwe wie Driwwe Award“.

Glücklicherweise befindet sich in Kutztown auch das Pennsylvania German Cultural Heritage Center, das zur Kutztown University gehört. Aktuell überlegen die Verantwortlichen dort, die für die Mundart-Community relevanten Teile des Festivals im Rahmen der Aktivitäten des Heritage Centers durchzuführen. Dies sind derzeit allerdings nur Gedankenspiele.

Ein glücklicher Zufall ist es, dass sich vergangene Woche ebenfalls in Kutztown ein neues „Pennsylvania Dutch Steering Committee“ gegründet hat, dem wichtige Protagonisten der pennsylvanisch-deutschen Szene angehören, unter anderem mit Patrick Donmoyer, Doug Madenford und Michael Werner die Mitglieder der „Hiwwe wie Driwwe“-Redaktion. Insgesamt wollen etwa 20 Persönlichkeiten in dieser amerikanischen „Steuerungsgruppe“ mitarbeiten, um Pläne für neue Projekte und eine bessere Vernetzung und Koordination der pennsylvanisch-deutschen Aktivitäten zu erarbeiten. Das Netzwerk könnte damit auch ein Partner für den Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreis e.V. sein, der in der Pfalz und angrenzenden Regionen die Kontakte nach Pennsylvania koordiniert. Nach Einstellung des Folk Festivals ist dies die gute Nachricht des Tages.

Damit bieten sich auch gute Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit zwischen den Mundart-Hauptstätten in der Pfalz und Pennsylvania: Bockenheim und Kutztown.

„Hiwwe wie Driwwe“ auf der Spur der Elwedritsche

Was hat eigentlich alles mit dem Thema „Elwedritsche“ zu tun? Hier entsteht Stück für Stück eine Sammlung von Themen, die im Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ eine Rolle spielen werden.

Bitte unterstützen Sie die Crowdfunding-Aktion für dieses Projekt, die am 5. Januar 2025 hier beginnt: https://www.startnext.com/elwedritsche-dunkle-gefaehrten

#elwedritsche #elwetrittche #elwetritsche #ilwetritsche #elfedritsche #hiwwewiedriwwe

 „Elwedritsche“ – Das neue „Hiwwe wie Driwwe“-Buch

Die Menschen in der Pfalz lieben Elwedritsche – und doch weiß niemand wirklich, was sich hinter dem vermeintlichen Fabeltier und der Elwedritsche-Jagd verbirgt. Das Lachen könnte manchem im Halse stecken bleiben, wenn sich ihr düsteres Wesen offenbart: Es sind dunkle Gefährten, die die Menschen seit Urzeiten begleiten und Schrecken verbreiten.

Nach „Hiwwe wie Driwwe – Der Pennsylvania ReiseVERführer“ (Agiro Verlag 2021) steht das neue Buch von Michael Werner nun kurz vor der Veröffentlichung: „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“. Es beleuchtet die Ursprünge und Hintergründe eines Phänomens, das in weiten Teilen der Welt bekannt ist – und sich in der Pfalz und angrenzenden Regionen als „Elwedritsche“ manifestiert. Nach einer Crowdfunding-Kampagne, die am 5. Januar 2025 beginnt, soll das Buch im Frühjahr 2025 erscheinen.

Palatinologen und Tritschologen beschäftigen sich schon lange mit Elwedritschen. Ihre Leistungen im Bereich der Pflege des Brauchtums sind beachtlich. Die Frage, was Elwedritsche aber wirklich sind, ist bislang (weitgehend) offen geblieben. Michael Werner hat über mehr als 30 Jahre die Siedlungsgebiete deutschstämmiger Auswanderer in Pennsylvania und anderen Staaten der USA und Kanada bereist. Dabei ist er auf Bräuche gestoßen und hat alte Dokumente entdeckt, die eine Spur zu den Elwedritschen weisen. Wer sie verfolgt, kommt dem Geheimnis näher. Stück für Stück legt er das Puzzle zusammen, indem er sich auf eine Reise durch 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte und rund um den halben Globus begibt. Es ist eine Geschichte über Urängste – und wie die Menschen ihnen begegnen.

Hier geht es zur Crowdfunding-Kampagne mit mehr Informationen: Klick!

Dieses Buch liefert den vielleicht ersten Ansatz, das Phänomen „Elwedritsche“ zu verstehen. Es richtet sich an alle, die immer schon wissen wollten, was sich wirklich hinter dem vermeintlichen Fabeltier verbirgt.