Teilnehmer des Prosa-Wettbewerbs und der Mundart-Werkstatt sowie Mitglieder der Jury
Das war ein Start! 23 Einsendungen gab es für den ersten “Pälzer Prosa Preis”, und am Ende gewann Cornelius Molitor (Kaiserslautern) mit dem Text “Dorfdisco am Dunnerschberg” die Publikumswertung. Insgesamt sieben Texte hatte die neu formierte Prosa-Jury für die Endausscheidung ausgewählt. Unter Schirmherrschaft des Literarischen Vereins der Pfalz e.V. führte der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. die neue Veranstaltung im Weingut Griebel erstmals in Bockenheim durch. Rund 60 Gäste wollten die Texte hören und mitentscheiden – das bedeutete ein volles Haus! Auf Rang 2 landete Margit Wippel aus Neustadt-Haardt mit ihrem Prosa-Stück “Pesch g’habbd”. Dritter wurde Rudy Kupferschmitt (Ludwigshafen) mit “Es werd duschber”. Weitere Preisträger sind: Angelika Futterer (Bruchsal), Hermann Settelmeyer (Lingenfeld), Berthold Kracke (Grendelbruch, Frankreich) und Stefan Klopp (Bliesransbach).
Der Tag hatte mit einer Lyrik-Mundartwerkstatt begonnen, an der Renate Demuth, Jennifer Schäfer, Thomas Maul und Manfred Dechert teilnahmen. Die Leitung des Workshops lag bei Ute Zimmermann.
Rate this:
Comments Off on Pälzer Prosa Preis 2025 geht an Cornelius Molitor
Mundart ist Heimat. Mundart hat Zukunft. Und dennoch ziehen sich Kommunen aufgrund knapper Kassen zunehmend aus der Finanzierung von mundartlichen Kulturveranstaltungen zurück. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, haben Ute Zimmermann (Schifferstadt) und Dr. Michael Werner (Ober-Olm) Anfang 2025 die „Pfälzische Mundart-Stiftung“ gegründet. Die Stiftung ist Teil der „Stiftergemeinschaft der Sparkasse Vorderpfalz“ und startet mit einem Kapitalstock in Höhe von € 25.000,00.
Gefördert werden können Projekte rund um die pfälzische Mundart bis hin zu Siedlungsmundarten in aller Welt, die auf Grundlage des Pfälzischen entstanden sind. Interessierte können jeweils bis zum 31. August eines Jahres ihre Projektskizze mit Budgetplanung einreichen. Über die Vergabe von Fördergeldern entscheidet der Stiftungsrat. Die Fördersumme wird im darauffolgenden Jahr ausgezahlt.
Die Stiftung will den großen kulturellen Schatz des Pfälzischen festigen und verweist dabei besonders auf die Kreativität und die Originalität der Mundart. Sie betont, dass sich die Dialekte gegenüber der Standardsprache zwar in Aussprache und Wortschatz unterscheiden, nicht jedoch in ihrer Wertigkeit. Der Schutz, die Pflege und das Ansehen der pfälzischen Mundarten und der Sprechenden liegen der Pfälzischen Mundart-Stiftung besonders am Herzen. Daher ist ein weiterer Stiftungszweck auch die Imagepflege. Hierzu gehört als Fernziel, die Aufnahme in das rheinland-pfälzische und dann in das bundesweite Verzeichnis zur Internationalen UNESCO-Liste „Immaterielles Kulturerbe“ zu erreichen. Ebenso möchte die Stiftung darauf hinwirken, dass in Politik und Medien Strukturen errichtet werden, die der Mundart dauerhaften Schutz und Akzeptanz gewähren.
Die neue Stiftung fühlt sich dem „Bockenheimer Manifest für Vielfalt und Toleranz“ des Förderkreises Mundart Bockenheim e.V. aus dem Jahr 2024 verpflichtet, dessen Zustandekommen die Stiftungsgründerin und der Stiftungsgründer als Mitglieder des Vereins mit initiiert hatten. Rund 180 Kulturschaffende aus der Pfalz und angrenzenden Regionen hatten sich hinter dem Text, der sich für den Erhalt einer offenen und multikulturellen Gesellschaft einsetzt, versammelt. Eine starke Stiftung benötigt Kapital. Deshalb werben die Stifter um Zustiftungen ebenso wie um themenbezogene Spenden, die ebenfalls bereits mit überschaubaren Geldbeträgen möglich sind. Zuwendungen sind steuerlich absetzbar. Überweisungen gehen auf das folgende Konto:
Stiftergemeinschaft der Sparkasse Vorderpfalz
IBAN: DE85 5455 0010 0191 4629 93
Verwendungszweck: Pfälzische Mundart-Stiftung (immer angeben).
Weitere Informationen zur Stiftung und zur Förderung mundartlicher Projekte erhalten Sie hier:
Ute Zimmermann: ute.zimmermann2@gmx.de,
Dr. Michael Werner: info@hiwwe-wie-driwwe.de.
Schifferstadt/Ober-Olm, im März 2025.
Unterstützen auch Sie die Pfälzische Mundart-Stiftung: Helf uns helfe!
Rate this:
Comments Off on Pfälzische Mundart-Stiftung fördert Projekte
des derf mer doch net des derf mer doch noch net emol denke un als dochder derf mer des doch schunn gar net denke
awwer s denkt sich ääfach doch awwer s denkt sich ääfach doch hoch awwer s denkt sich ääfach doch ach bei re dochder hoch
wann d doch endlich mol wann d doch endlich mol gehe detscht wann d doch endlich mol fer immer gehe detscht wann d doch endlich mol fer immer un ewig gehe kenne detscht mudder
jetzert mit deine 89 mudder
ich soll fer dich koche ich soll mer daach fer daach dei iwwerzwerches gegiftel aaheere ich soll dich verbinne un sauwermache ich soll der noch dabber dei briefe schreiwe un ich soll mich doch net so dabbich draastelle
du detscht doch noch alles heere du detscht der doch ach jetzert noch dei spritze selwer gewwe du detscht dich doch noch alle daach allää dusche
du hetscht dich doch frieher ach um mich gekimmert du hetscht s doch immer gut gemäänt mit mir du hetscht dich doch ach immer fer mich uffgeopfert
des is doch alles iwwerhaupt net wohr mudder awwer du hoscht jo doch widder recht wie immer mudder du hoscht recht wie all mei 61 lange johr lang mudder
un noch dezu vergesse soll ich alles annere mudder des is doch de falsche mann fer was gehscht n du mit zwää kinner noch schaffe brave kinner kricht mer doch net vum gut zuredde ennere mudder gebt mer doch net so beese widderworte do ghert ach mol widder gebutzt
un jedesmol wann ich mich iwwer was gfräät hab mudder hoscht du doch widder druff rumgetrambelt un hoscht mer s kabutt gemacht
awwer gell mudder
des derf mer doch net des derf mer doch noch net emol denke un als dochder derf mer des doch schunn gar net denke
awwer doch doch s denkt sich doch ääfach so bei deinere liewe dochder hoch
wann d doch endlich mol fer ewig gehe detscht mudder fer immer un ewig dochdochdoch
Matthias Zech
Mundartgedicht des Jahres 2025 – eine Aktion der Zeitschriften “VielPfalz” und “Hiwwe wie Driwwe”
Herbert Tiefel (Hauptmann), Uli Keidel (Ortsbürgermeister) und Wieland Benß (Förderverein Mundart Bockenheim e.V.) beim Murmeltiertag 2025
Das war nicht schön, aber unmissverständlich: Wir müssen uns auf sechs weitere Wochen Winter einstellen. Verkündet hat das “Bockrem Bert”, das Bockenheimer Murmeltier, das in einem Weinfass im Park hinter dem “Haus der Deutschen Weinstraße” lebt. Zum Glück – oder in diesem Fall vielleicht “Un-Glück” – spricht Herbert Tiefel die Murmeltiersprache “Groundhogese”. Als Hauptmann von “Grundsau Lodsch No. 19 im alde Land” gehört er mit seinen 18 Kollegen anderer Groundhog Lodges in Pennsylvania zu einem ganz engen Zirkel, in dem dieses Wissen weitergegeben wird. Rund 150 Gäste waren im Park anwesend uns sahen bei bestem Sonnenschein nicht nur ihren eigenen Schatten, sondern auch den Schatten von “Bockrem Bert”. Und damit war’s passiert, denn auch Bockrem Bert war sich angesichts der Faktenlage sicher: Schatten gesehen – der Winter bleibt noch sechs Wochen! Machen wir alle das Beste draus …
Kultplatz in BockenheimHerbert Tiefel mit den Hasslocher MackebachernUli Keidel, OrtsbürgermeisterHerbert Tiefel und Michael WernerSpannung bei der VerkündungSieht Bockrem Bert seinen Schatten?
Der Förderverein der Gemeindebücherei Ober-Olm e.V. lädt am „Welttag der Muttersprache“ der UNESCO am 21. Februar 2025 zu einem Vortrag von Dr. Rudolf Post über „Mundarten in Rheinhessen“ ein. Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr in der Alten Schule gegenüber von Rathaus von Katholischer Kirche statt.
Rudolf Post war von 1981 bis 1997 Bearbeiter des „Pfälzischen Wörterbuchs“ in Kaiserslautern und von 1998 bis 2009 Bearbeiter des „Badischen Wörterbuchs“ in Freiburg. Neben seinem Standardwerk „Pfälzisch – Sprachkultur in der Pfalz und der Kurpfalz“ (neu erschienen 2023) hat er im Herbst 2024 das Buch „Mundarten in Rheinhessen“ vorgelegt. Hier wird die rheinhessische Sprachlandschaft erstmals ausführlich vorgestellt. Rudolf Post ist eng mit dem Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit in Bockenheim (Pfalz) verbunden und war lange Mitglied und Vorsitzender der Jury.
Zum Vortrag: Das Gebiet links des Rheins zwischen Worms, Mainz und Bingen, das seit etwas mehr als 200 Jahren „Rheinhessen“ genannt wird, war und ist sprachlich und kulturell vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt. Carl Zuckmayer hat dies mit seinem Bild von der „Völkermühle am Rhein“ zu fassen versucht. Die Mundarten in diesem Gebiet sind geprägt von dieser Geschichte zwischen Austausch und Beharren. Sie zeigen neben einigen Gemeinsamkeiten eine Fülle von Verschiedenheiten, die den Charakter einer jeweiligen rheinhessischen Ortsmundart ausmachen. So hört man in einem großen Teil Rheinhessens für „ihr habt“ ehr hunn, anderswo aber ihr hett und wieder anderswo ihr hann oder ihr henn.
Im Vortrag werden mit Hilfe von Abbildungen und Sprachkarten sprachliche Abgrenzungen innerhalb Rheinhessens und nach außen thematisiert und dabei die Frage erörtert, inwieweit man überhaupt von einer „rheinhessischen Mundart“ sprechen kann. Darüber hinaus werden Alter und Entwicklung der Mundarten in Rheinhessen, Besonderheiten der Laut-, Formenlehre und Syntax, der Reichtum des rheinhessischen Wortschatzes und seine Beziehungen zum Lateinischen, Französischen oder Jiddischen nicht ausgelassen. Auch die Verwendung des Rheinhessischen in Literatur und Kultur – also die Mundartliteratur und mundartliche Liedinterpreten – werden kurz vorgestellt.
Der Vortrag bietet sowohl den „eingeborenen“ Rheinhessen wie auch den Zugezogenen manches Vertraute, aber auch viel Neues über das in der Mundart manifestierte immaterielle Kulturerbe Rheinhessens. Im Anschluss an den Vortrag können Zuhörerinnen und Zuhörer Fragen stellen oder ihre eigenen Beobachtungen und Sichtweisen zum Mundartgebrauch in Rheinhessen mitteilen.
Rudolf Post: Vortrag „Mundarten in Rheinhessen“. Ober-Olm 21.02.2025 – Alte Schule Ober-Olm, 19 Uhr
Macht mit beim "Pälzer Prosa Preis 2026". Einsendeschluss ist am 1. Februar 2026. Der Wettbewerb findet am 18. April 2026 statt.
Mundarttage Bockenheim 2026
Die Mundart-Werkstatt für pfälzische Nachwuchsautorinnen und Autoren. Termin: 18. April 2026. Bewerbungen sind bis 1. Februar 2026 möglich. Bitte dem Link folgen ...