Archiv der Kategorie: Pfalz und Pfälzisch

Mundarttage Bockenheim 2026: Harald Schneider präsentiert „Totgebabbelt“

Der Schifferstadter Autor Harald Schneider präsentiert am 17. April 2026 im Weingut Griebel, Weinstraße 50, um 19 Uhr seinen neuen Krimi „Totgebabbelt“, der die Mundartwettbewerbe in der Pfalz zum Gegenstand hat. Damit recherchiert Kommissar Palzki auch intensiv in Bockenheim und trifft bekannte Persönlichkeiten des Ortes.

Zum Inhalt: Jurymitglieder und Verantwortliche des Bockenheimer Mundartdichter-Wettstreites und anderer Mundartwettbewerbe der Region werden auf skurrile Art und Weise ermordet. Kommissar Palzki vermutet einen Serientäter, doch das Motiv bleibt völlig im Verborgenen. Die Ermittlungen führen den Kommissar durch idyllische Weindörfer und verwinkelte Gassen, während die Opferliste wächst. Als die Mordserie durch die unseriöse Berichterstattung eines übereifrigen Journalisten medial aufgebauscht wird, steigt der Druck.

Veranstalter ist der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. in Zusammenarbeit mit der Pfälzischen Mundart-Stiftung, die 2025 von Ute Zimmermann und Dr. Michael Werner gegründet wurde. Die Stifter werden die Ziele der neuen Initiative vorstellen und im Verlauf des Abends auch die Urkunde für das „Pfälzische Mundartgedicht 2026“ verleihen. Die Preisvergabe ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung und der pfälzisch-pennsylvanischen Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“.

Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt und ist Teil der 49. Mundarttage Bockenheim, die vom 17. bis 19. April 2026 stattfinden. Der Eintritt kostet 10 Euro – der Betrag unterstützt pfälzische Mundartprojekte. Die Veranstalter freuen sich über einen vollen Saal.

Kartenreservierungen vorab per Mail: Dr. Michael Werner (info@hiwwe-wie-driwwe.de)

Macht mit beim Pälzer Prosa Preis 2026!

Der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. lädt zur Teilnahme am „Pälzer Prosa Preis 2026“ ein. Mitmachen können alle, die sich dem Pfälzischen verbunden fühlen. Der Wettbewerb findet im Rahmen der Mundarttage Bockenheim am 18. April 2026 statt. Die Veranstaltung findet wieder im Weingut Griebel in Bockenheim statt.


Es kann ein bislang unveröffentlichter Text in pfälzer Mundart eingereicht werden. Kurze Zitate sind möglich, wenn sie markiert werden. Passagen mit Reimen sind ebenfalls möglich, wenn der Erzählcharakter des Textes gewahrt bleibt. Die Ermittlung der Platzierungen erfolgt nach persönlicher Präsentation aller von der Jury ausgewählten Texte im Rahmen der Veranstaltung. Bei der Präsentation stehen allen ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmern exakt sechs Minuten zur Verfügung. Dauert der Vortrag länger, gibt es Punktabzüge. Bitte schicken Sie die Beiträge als PDF-Datei an michael-werner@t-online.de. Eine Einreichung per Post ist nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Name und Absenderangaben mit vollständiger Anschrift einschließlich Postleitzahl, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie ein Kennwort sind in der Mail anzugeben und dürfen nicht auf dem Wettbewerbstext selbst stehen. Auf dem Wettbewerbstext darf ausschließlich das Kennwort notiert sein, das eine Zuordnung von Text zu Autor bzw. Autorin erlaubt.

Einsendeschluss ist am 2. Februar 2026. 

Der Siegerbeitrag wird mit einem Preisgeld in Höhe von EUR 200,00 prämiert. Für den zweitplatzierten Beitrag werden EUR 100,00, für den drittplatzierten Beitrag EUR 50,00 ausgeschüttet. Die Auswahl der Beiträge für die Veranstaltung erfolgt durch eine unabhängige Fachjury nach literarischen Gesichtspunkten. Diese Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar. Die abschließende Festlegung der Preisträger bzw. Preisträgerinnen erfolgt über eine Publikumsabstimmung vor Ort. Eine über die Preisgelder hinausgehende Vergütung für die Veröffentlichung und Nutzung der Beiträge ist ausgeschlossen.

Die Teilnehmenden räumen dem Veranstalter das nicht-ausschließliche, unwiderrufliche Recht ein, den eingereichten Beitrag zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkt und unentgeltlich stets im Zusammenhang mit dem Wettbewerb „Pälzer Prosa Preis“ verwenden zu dürfen. Dies gilt unabhängig davon, in welchem Medium die Veröffentlichung erfolgt. Die personenbezogenen Daten der Teilnehmenden werden zum Zwecke der Durchführung des Wettbewerbs gemäß Art. 6 Abs. 1 S. 1 b) DSGVO gespeichert und nach Beendigung des Wettbewerbs gelöscht, es sei denn, die Daten werden zur Erfüllung einer gesetzlichen Nachweispflicht auch über diesen Zeitpunkt hinaus benötigt. Die Löschung der Daten erfolgt dann mit dem Wegfall ihrer Nachweispflicht. Mit der Teilnahme am Wettbewerb stimmt der/die Bewerber/in den vorstehenden Teilnahmebedingungen und Nutzungsrechten zu. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Bei Verstößen gegen die Teilnahmebedingungen behält der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V es sich vor, einen eingereichten Beitrag vom Wettbewerb auszuschließen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Schirmherrschaft für den „Pälzer Prosa Preis“ hat der Literarische Verein der Pfalz e.V. übernommen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Michael Werner, Mitglied der Jury: info@hiwwe-wie-driwwe.de.

Matthias Zech gewinnt Mundart-Wettstreit

Matthias Zech aus Speyer liest seinen Siegertext

Zum dritten Mal in Folge gewinnt Matthias Zech (Speyer) den Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit – diesmal mit dem Text „Hasselniss vum Vadder“. Dass die Jury so entschieden hat, konnte er selbst kaum glauben. Zweiter wurde Manfred Dechert (Ludwigshafen) mit „Mer redde nix“, Dritte Silvia Kästner (Mainz) mit „äfach mol liche bleiwe“. Den Publikumspreis erhielt Maritta Reinhardt (Wonsheim) mit ihrem Gedicht „Realität“. Den „Preis fer Neie“ sicherte sich Uwe Jung (Rommersheim). Den Sonderpreis für den besten Text zum Thema „300 Jahre Casanova“ schrieb nach Meinung der Zuschauer Cornelius Molitor mit „De Casanova im Alder“. Den Dautermann-Preis für die beste mundartliche Neuveröffentlichung erhielt Hermann J. Settelmeyer für sein Buch „Gut ufghowe – Gedichte und Geschichten in Pfälzer Mundart“ (Maiermedien, Lingenfeld 2024). Den „Hiwwe wie Driwwe Award“ für den besten pennsylvanisch-deutschen Text erhielt Patrick Donmoyer (Kutztown, PA). Begeistert war das Publikum von der musikalischen Umrahmung der Veranstaltung. Für diese sorgte die Band „The Shooflies“ aus Pennsylvania, die im Rahmen der „Hiwwe wie Driwwe Tour 2025“ an diesem Tag in Bockenheim zu Gast waren.

Hasselniss vum Vadder

frieher
do hot er viel gebabbelt
gerechent hot er schnell
fescht gschafft hot er fer uns
un alle Leit hot er gholfe
draagelangt un hiegelangt
uff alle Zochziche gedanzt
gelacht un verzehlt
un verzehlt un gelacht

des alles kanner himmie
heit mit seine 91
er hert nix mäh
er kennt känns mäh
hot uffghert zu verzehle

stunnelang
dut er draus uff de Terrass
Niss uffmache
Hasselniss aus seim Gaade

e Kinnerbreigläselsche voll
hot er mer mitgewwe

un ich du jeden Morche
do draus immer norre
äänie
in mei Müsli
ää äänzischie

do drin is alles
do drin do is
sei ganzie Lieb
sei ganzes Leewe

in dere Hasselnuss fer mich

Matthias Zech (Speyer)
1. Platz

Vadder ich muß geh

Von Manfred Dechert

Vadder, ich muß geh
Des war ewe e Ohrfeich se vel
Muß fort aus dem Kaff wose sich
bloß die Mäuler verreiße iwwer die
wo e anneres Lewe han wolle
Baun Eier Häuser allee unn
werrn glicklich uff Eire Poschte
in de Ämter werrn seelich
in Eierm Vorgarte unn Eierm Verein
Drum muß ich geh

Ich fahr jetzt fort aus dem
schääne langweiliche Ort do
Mei Määre is aa gang drum fahr
ich weit weit fort Vive la France
Wer weeß was werd
Wer weeß was kummt
Do wo ich jetzt bin brauchsche kää Abitur
sondern: es: Iwwerlewe kenne!

Bu kum hääm – hans net so gemäänt
Bei de Fremdelegion sinn schun
Manche nimmie hämkumm!
Musch doch Niemand zeiche-
das de e Held bisch
Vadder, es is zu spät
Sollese mich in Afrika abschieße
oder sunschtwo uff de Welt

Vadder, ich muß geh
Will net lewe als Halbdoter in Eierm Dorf
met Eicheheim unn me Bier zuvel in de Wertschaft
Hasch geh misse, Bu
Han manche Nacht net geschlof
Hasch recht – des war e Ohrfeich zuvel!
No Zwanzich Johr kummt e Bu in Uniform
unn de Vadder is aa e bißche stolz

Bu, loß Dich dricke
Des war Dei Weg

1. Preis Lyrik beim 18. Sickinger Mundartdichter-Wettstreit
September 2025

Manfred Dechert und Matthias Zech gewinnen 18. Sickinger Mundartdichter-Wettstreit

Eine Bühne voller Preisträger, Verantwortliche und Jury-Mitglieder: Manfred Dechert (5. von links) siegte in der Sparte Lyrik, Matthias Zech (4. von links) war im Bereich Prosa erfolgreich

Seit 1991 findet alle zwei Jahre der Sickinger Grumbeere-Markt statt, in dessen Rahmenprogramm der Mundartdichter-Wettstreit durchgeführt wird. Matthias Zech aus Speyer gewann mit „Die Brief vun de Lilly“ in der Sparte Prosa. Hier kamen Lothar Sattel und Maritta Reinhardt auf die Plätze 2 und 3. Manfred Dechert (Ludwigshafen) gewann im Bereich Lyrik mit „Vadder, ich muss geh“ vor Norbert Schneider und Renate Demuth. Sonderpreise gingen an Thomas Sattel und Rolf Büssecker. Mit etwa 50 Gästen war das Rathaus der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gut gefüllt. Marktgraf Lasse Burkhardt wurde nach zwei Jahren verabschiedet und die neue Marktgräfin Johanna Seibert vorgestellt. Die Moderation lag bei Denise Adrian. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Hoffmann-Hammer-Trio aus Neupotz. Die Pfälzische Mundart-Stiftung hatte den Druck des Programmheftes mit allen Texten finanziell unterstützt.

Unterstützt das Crowdfunding des Projekts „Dehäm – Pälzer in de Pampa“!

Hier geht es direkt zum Crowdfunding …

Auswanderer aus der Pfalz haben sich nicht nur in Pennsylvania niedergelassen. Spuren haben Pfälzer auch in Irland, Osteuropa und Südamerika hinterlassen. Vor allem im Süden Brasiliens findet man sie noch: Menschen, die einen Dialekt sprechen, der uns irgendwie bekannt vorkommt. Bis zu zwei Millionen Brasilianerinnen und Brasiliander sprechen das sogenannte „Riograndser Hunsrickisch“. Die meisten Ähnlichkeiten gibt es sprachlich und kulturell mit dem Hunsrück im nördlichen Rheinland-Pfalz. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass zum Beispiel die Gegend um Simmern auch einmal zur Kurpfalz (Pfalz-Simmern) gehört hat. Grund genug also, sich mit dem Thema einmal filmisch zu beschäftigen, zumal im Jahr 2024 diesseits und jenseits des Ozeans das Jubiläum „200 Jahre Deutsche in Brasilien“ gefeiert werden konnte.

Das Filmteam um den pfälzischen Musiker Monji El Beji begibt sich in diesen Tagen auf eine Reise, um Kultur und Sprache der Brasiliendeutschen filmisch einzufangen. Damit endet nach acht Jahren die Kooperation von „Hiwwe wie Driwwe“ und den südpfälzischen Filmemachern. „Hiwwe wie Driwwe“ dankt für die während dieser Zeit immer hervorragende Zusammenarbeit, bleibt „Hiwwe wie Driwwe“ und feiert bald 30. Geburtstag mit neuen Projekten. Der neue Film erscheint mit anderem Titel unter dem Label Pfalzfilme.

Das Crowdfunding für das Filmprojekt läuft noch bis Mitte Oktober 2025. „Hiwwe wie Driwwe“ freut sich, wenn ihr dieses ambitionierte Projekt in den kommenden Wochen noch nach Kräften unterstützt – damit es erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Hier ist der Link zum Crowdfunding: https://www.startnext.com/dehaem-paelzer-in-de-pampa

Michael Werner (Gründer + Herausgeber von „Hiwwe wie Driwwe“)

Erfolgreicher Start für neue Elwedritsche-Website

http://www.paelzer-elwedritsche.de – Die Website zum Buch

Erfolgreich gestartet ist die neue Website „paelzer-elwedritsche.de“ zum kulturhistorischen Hintergrund des vermeintlichen pfälzischen Fabelwesens, die parallel zur Veröffentlichung des Buches „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ online gestellt wurde. In nur acht Wochen verzeichnete das Angebot bereits über 5.000 Abrufe.

In Ergänzung zum Buch wird hier in aktuell 36 Rubriken der historische und linguistische Background des Phänomens weiter beleuchtet. Während das Buch die kulturelle Verbindung zwischen der Pfalz und Pennsylvania in den Mittelpunkt rückt, betrachtet das neue Online-Angebot das Thema aus der Perspektive der indoeuropäischen Wanderungsbewegungen. Beginnend mit der Zeit der mesopotamischen Hochkulturen im 3. Jahrtausend v. Chr. wird der Weg eines Phänomens beschrieben, das sich im Verlauf der Geschichte immer wieder wandelt und in der Pfalz heute als „Elwedritsch“ bekannt ist.

Die Website listet Quellen, nennt interessante weiterführende Links und weist insbesondere auch auf Videos hin, die das komplexe Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Feedback zum Buch wird hier ebenfalls publiziert.

Die Informationen auf „paelzer-elwedritsche.de“ werden fortlaufend ergänzt und aktualisiert.