Archiv der Kategorie: Neiigkeete

Herzlichen Glückwunsch, Edsel!

Die „Anonyme Giddarischde“ bei der Verleihung des „Emichsburgpreises“ der Gemeinde Bockenheim 2023 – im März 2026 wird die Band in Freinsheim mit der „Sinsheimer Plakette“ geehrt

Die Stadt Freinsheim zeichnet Thomas „Edsel“ Merz und die Band „Anonyme Giddarischde“ mit der Hermann-Sinsheimer-Plakette aus. Das wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde bekanntgegeben. Die Verleihung der Auszeichnung findet am Sonntag, 8. März, statt.

Aus Sicht der Jury stehen Merz und die „Anonyme Giddarischde“ für Heimat und regionale Identität. In ihren pfälzischen Liedern kommt eine enge Verbundenheit zur Pfälzer Sprache und Kultur zum Ausdruck. Seit Jahrzehnten begeistere diese Mischung Menschen auf den Bühnen der Pfalz. Darüber hinaus würdigte die Jury die Band als „herausragende Vertreter der Region und als Botschafter der Demokratie“.

Die Hermann-Sinsheimer-Plakette wird in Freinsheim seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre vergeben. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich um die Literatur und Kultur der Pfalz verdient gemacht haben. Die Ehrung erinnert an Leben und Werk des in Freinsheim geborenen jüdischen Publizisten Hermann Sinsheimer, der 1938 ins englische Asyl ging.

„Hiwwe wie Driwwe“ freut sich über die verdiente Auszeichnung für Thomas „Edsel“ Merz und die „Anonymen Giddarischde“ und gratuliert herzlich!

Link zur Band: https://www.dieanonymegiddarischde.de/

Volker Gallé kommt nach Ober-Olm

Zum UNESCO TAG DER MUTTERSPRACHE 2026 veranstaltet die Gemeindebücherei Ober-Olm in Zusammenarbeit mit „Hiwwe wie Driwwe“ einen exklusiven Mundart-Abend mit „Mr. Rheinhessen“: Volker Gallé. Die Veranstaltung bildet gleichzeitig den Auftakt zum neuen „Mundartfestival Rheinhessen 2026“, das mit mehreren Veranstaltungen im Februar/März 2026 über die Bühnen der Region geht.

Volker Gallé wurde am 3. Mai 1955 in Alzey geboren und studierte in Mainz Germanistik, Philosophie und Ethnologie. Seit Jahrzehnten ist er als Mundartautor, Liedermacher und Regionalhistoriker aktiv — vor allem widmet er sich der Kultur, Sprache und Geschichte seiner Heimat Rheinhessen. Darüber hinaus war er viele Jahre Kulturkoordinator der Stadt Worms und hat mit seinem Einsatz das kulturelle Profil der Region nachhaltig geprägt. Über sein aktuelles Programm schreibt er:

„Mit Mundart auf der Straße aufgewachsen haben mich Lesen und Schule mit der Standardsprache vertraut gemacht. Es gab daher zwei Welten miteinander, eine mündliche und eine schriftliche Sprachwelt. Die Mundart als Literatursprache für Lieder, Gedichte und Kabarett habe ich für mich entdeckt, nachdem Kulturausflüge in Irish Folk und die Autonomiebewegung der Irokesen mich zurückgeworfen haben auf die eigene Kultur, sprachlich und historisch. Und ich begann in beiden Sprachwelten nebeneinander zu schreiben und zu performen. Daraus ist Mundartliteratur entstanden, die nicht nur Kindheits- und Heimaterinnerungen aufnimmt, sondern auch Traditionen des französischen Chansons, der Folkmusic, des Dadaismus, der modernen Lyrik und der Mischung von Sprachen. All das war eingebettet in eine bundesweite Bewegung von Mundart als Ausdrucksform von Kunst, die beispielsweise mit dem rheinhessischen Mundartwettbewerb auch die Region erfasste. Damit erhielten älterer Mundartgenres wie die Büttenrede an Fastnacht neue Geselligkeit von anderen Inhalten und Formen. Am Beispiel meiner Mundartgeschichte will ich von dieser Entwicklung erzählen sowie Texte und Lieder beisteuern, die zeigen, was ich meine.“

Der Eintritt kostet 8 Euro. Vorbestellungen über die Gemeindebücherei Ober-Olm: 06136 7638

„Bockrem Bert“ ruft zum Wetterorakel

Schatten oder kein Schatten? Das ist in Bockenheim am 1. Februar wieder die Frage …

Alljährlich an Maria-Lichtmess, also am 2. Februar ist es soweit: Nicht nur in Amerika, sondern auch in Bockenheim wird der Murmeltiertag gefeiert. Da der 2. Februar dieses Jahr auf einen Montag fällt, haben sich die Veranstalter – die Gemeinde Bockenheim und der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. – entschlossen, das Murmeltier bereits am Sonntag, dem 1. Februar 2026 aus dem Winterschlaf zu holen.

Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Behausung des Murmeltieres „Bockrem Bert“ neben dem Kneipp-Becken am Bockenheimer See hinter dem Haus der Deutschen Weinstraße. Dort wird das Murmeltier standesgemäß von Ortsbürgermeister Uli Keidel gemeinsam mit Wieland Benß und Dr. Michael Werner „geweckt“. Die Jungs und Mädels der Bockenheimer Burschenschaft 1813 werden „Bockrem Bert“ standesgemäß begrüßen. Im Anschluss erfolgt die Wettervorhersage des Murmeltiers: Bleibt der Winter noch weitere sechs Wochen, oder kommt das Frühjahr bald. Alles hängt davon ab, ob das tierische Wetterorakel seinen Schatten sieht oder nicht. Ist es sonnig, könnte „Bockrem Bert“ seinen Schatten sehen und damit dem Winter noch weitere sechs Wochen geben. Ist es wolkig oder regnerisch, könnte das Frühjahr schon hinter der nächsten Ecke lauern. Musikalisch umrahmt wird die Vorhersage von den Hasslocher Mackenbachern. Der Kultur- und Verkehrsverein Bockenheim übernimmt in diesem Jahr die Bewirtung.

Hintergrund:
Im 18. Jahrhundert wanderten viele Pfälzerinnen und Pfälzer nach Pennsylvania aus. Dort feiert man seit 1934 den „Grundsaudaag“. Basierend auf der Bauernregel für den 2. Februar „Wenn der Dachs an Maria Lichtmess einen Schatten sieht, bleibt es noch sechs Wochen lang Winter“. Da die Deutschen in Pennsylvania keinen Dachs hatten, entschieden sie sich für ein Murmeltier (Grundsau). Und seit 2. Februar 2020 gibt es in  Bockenheim den ersten europäischen „Grundsaudaag“ – Murmeltiertag.  Es wurde ein Zuhause für das Murmeltier mit dem Namen „Bockrem Bert“ geschaffen, die „Grundsau Lodsch Nr. 19 im alte Land“.

Was hinter dem archaischen Winterritual steckt und was „Groundhog Day“ mit einer „Elwedritsche-Jagd“ zu tun hat, erfahren Sie, wenn Sie hier klicken.

Mundarttage Bockenheim 2026: Harald Schneider präsentiert „Totgebabbelt“

Der Schifferstadter Autor Harald Schneider präsentiert am 17. April 2026 im Weingut Griebel, Weinstraße 50, um 19 Uhr seinen neuen Krimi „Totgebabbelt“, der die Mundartwettbewerbe in der Pfalz zum Gegenstand hat. Damit recherchiert Kommissar Palzki auch intensiv in Bockenheim und trifft bekannte Persönlichkeiten des Ortes.

Zum Inhalt: Jurymitglieder und Verantwortliche des Bockenheimer Mundartdichter-Wettstreites und anderer Mundartwettbewerbe der Region werden auf skurrile Art und Weise ermordet. Kommissar Palzki vermutet einen Serientäter, doch das Motiv bleibt völlig im Verborgenen. Die Ermittlungen führen den Kommissar durch idyllische Weindörfer und verwinkelte Gassen, während die Opferliste wächst. Als die Mordserie durch die unseriöse Berichterstattung eines übereifrigen Journalisten medial aufgebauscht wird, steigt der Druck.

Veranstalter ist der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. in Zusammenarbeit mit der Pfälzischen Mundart-Stiftung, die 2025 von Ute Zimmermann und Dr. Michael Werner gegründet wurde. Die Stifter werden die Ziele der neuen Initiative vorstellen und im Verlauf des Abends auch die Urkunde für das „Pfälzische Mundartgedicht 2026“ verleihen. Die Preisvergabe ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung und der pfälzisch-pennsylvanischen Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“.

Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt und ist Teil der 49. Mundarttage Bockenheim, die vom 17. bis 19. April 2026 stattfinden. Der Eintritt kostet 10 Euro – der Betrag unterstützt pfälzische Mundartprojekte. Die Veranstalter freuen sich über einen vollen Saal.

Kartenreservierungen vorab per Mail: Dr. Michael Werner (info@hiwwe-wie-driwwe.de)

Rheinhessisches Mundart-Festival 2026

In Rheinhessen tut sich was – und „Hiwwe wie Driwwe“ ist dabei. Unter der Federführung von „rheinhessenKULTur“ sowie den treibenden Kräften Uwe Jung (Rommersheim) und Horst Dehmel (Guntersblum) geht das neue „Rheinhessische Mundart-Festival“ an den Start. Den Beginn macht eine musikalische Lesung von Volker Gallé mit Titel „Uffs Maul gefalle“ am 21. Februar 2026 in Ober-Olm. Insgesamt sechs Veranstaltungen werden bis 27. März 2026 durchgeführt. Beim Abschluss-Event in Wörrstadt stehen alle Mitwirkenden noch einmal gemeinsam auf der Bühne. Neben den Lesungen und Konzerten bieten während dieses Zeitraums rheinhessische Kultur- und Weinbotschafter Führungen in rheinhessischen Mundarten an. „Hiwwe wie Driwwe“ meint: Unbedingt hingehen, auch als Pfälzerin oder Pfälzer – denn bis kurz vor die Tore von Mainz werden in Rheinhessen ohnehin pfälzische Mundarten gesprochen.

Pennsylvanisch-deitsche Musik aus Frankenthal

Eine Familie aus Berks County (Pennsylvania) lebt in Frankenthal: Erich und Erin Mace mit Kindern

Erich Mace redet Deutsch am liebsten im Dialekt. Kennengelernt hatte er das Pennsylvanisch-Deitsche bei seinen Großeltern, doch die hatten es nicht an die nächsten Generationen weitergegeben. Gelernt hat der Amerikaner es erst als Erwachsener und war froh, als er mit seiner Familie nach Frankenthal ziehen konnte, um mit dem Pfälzischen auch seinen Dialekt zu verbessern. Der Dialekt rund 20 Kilometer um Mannheim herum ist dem Pennsylvanisch-Deitschen am ähnlichsten. Von daher hat sich die Familie den richtigen Wohnort ausgesucht. Erich Mace spielt auch pennsylvanisch-deitsche Musik und ist unter anderem schon im pfälzischen Bockenheim und dem rheinhessischen Essenheim aufgetreten.

Matthias Zech gewinnt Mundart-Wettstreit

Matthias Zech aus Speyer liest seinen Siegertext

Zum dritten Mal in Folge gewinnt Matthias Zech (Speyer) den Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit – diesmal mit dem Text „Hasselniss vum Vadder“. Dass die Jury so entschieden hat, konnte er selbst kaum glauben. Zweiter wurde Manfred Dechert (Ludwigshafen) mit „Mer redde nix“, Dritte Silvia Kästner (Mainz) mit „äfach mol liche bleiwe“. Den Publikumspreis erhielt Maritta Reinhardt (Wonsheim) mit ihrem Gedicht „Realität“. Den „Preis fer Neie“ sicherte sich Uwe Jung (Rommersheim). Den Sonderpreis für den besten Text zum Thema „300 Jahre Casanova“ schrieb nach Meinung der Zuschauer Cornelius Molitor mit „De Casanova im Alder“. Den Dautermann-Preis für die beste mundartliche Neuveröffentlichung erhielt Hermann J. Settelmeyer für sein Buch „Gut ufghowe – Gedichte und Geschichten in Pfälzer Mundart“ (Maiermedien, Lingenfeld 2024). Den „Hiwwe wie Driwwe Award“ für den besten pennsylvanisch-deutschen Text erhielt Patrick Donmoyer (Kutztown, PA). Begeistert war das Publikum von der musikalischen Umrahmung der Veranstaltung. Für diese sorgte die Band „The Shooflies“ aus Pennsylvania, die im Rahmen der „Hiwwe wie Driwwe Tour 2025“ an diesem Tag in Bockenheim zu Gast waren.

Hasselniss vum Vadder

frieher
do hot er viel gebabbelt
gerechent hot er schnell
fescht gschafft hot er fer uns
un alle Leit hot er gholfe
draagelangt un hiegelangt
uff alle Zochziche gedanzt
gelacht un verzehlt
un verzehlt un gelacht

des alles kanner himmie
heit mit seine 91
er hert nix mäh
er kennt känns mäh
hot uffghert zu verzehle

stunnelang
dut er draus uff de Terrass
Niss uffmache
Hasselniss aus seim Gaade

e Kinnerbreigläselsche voll
hot er mer mitgewwe

un ich du jeden Morche
do draus immer norre
äänie
in mei Müsli
ää äänzischie

do drin is alles
do drin do is
sei ganzie Lieb
sei ganzes Leewe

in dere Hasselnuss fer mich

Matthias Zech (Speyer)
1. Platz