Vadder, ich muß geh Des war ewe e Ohrfeich se vel Muß fort aus dem Kaff wose sich bloß die Mäuler verreiße iwwer die wo e anneres Lewe han wolle Baun Eier Häuser allee unn werrn glicklich uff Eire Poschte in de Ämter werrn seelich in Eierm Vorgarte unn Eierm Verein Drum muß ich geh
Ich fahr jetzt fort aus dem schääne langweiliche Ort do Mei Määre is aa gang drum fahr ich weit weit fort Vive la France Wer weeß was werd Wer weeß was kummt Do wo ich jetzt bin brauchsche kää Abitur sondern: es: Iwwerlewe kenne!
Bu kum hääm – hans net so gemäänt Bei de Fremdelegion sinn schun Manche nimmie hämkumm! Musch doch Niemand zeiche- das de e Held bisch Vadder, es is zu spät Sollese mich in Afrika abschieße oder sunschtwo uff de Welt
Vadder, ich muß geh Will net lewe als Halbdoter in Eierm Dorf met Eicheheim unn me Bier zuvel in de Wertschaft Hasch geh misse, Bu Han manche Nacht net geschlof Hasch recht – des war e Ohrfeich zuvel! No Zwanzich Johr kummt e Bu in Uniform unn de Vadder is aa e bißche stolz
Bu, loß Dich dricke Des war Dei Weg
1. Preis Lyrik beim 18. Sickinger Mundartdichter-Wettstreit September 2025
Veröffentlicht amSeptember 27, 2025vonMichael Werner|Kommentare deaktiviert für Interview: Die „Shooflies“ kommen aus Pennsylvania in die Pfalz und nach Rheinhessen
Die „Shooflies“ im TV-Interview bei Jean-Luc Busch im Sender „RheinlOKal“ (Worms)
Im Oktober ist die Band „The Shooflies“ aus Pennsylvania in der Pfalz und Rheinhessen zu Gast. Hier berichten die Schwestern Brigitte Weinsteiger und Erika Gustavson über die Vorbereitungen der Tour. Zum Abspielen des Interviews bitte auf das Bild klicken.
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Veröffentlicht amSeptember 27, 2025vonMichael Werner|Kommentare deaktiviert für Manfred Dechert und Matthias Zech gewinnen 18. Sickinger Mundartdichter-Wettstreit
Eine Bühne voller Preisträger, Verantwortliche und Jury-Mitglieder: Manfred Dechert (5. von links) siegte in der Sparte Lyrik, Matthias Zech (4. von links) war im Bereich Prosa erfolgreich
Seit 1991 findet alle zwei Jahre der Sickinger Grumbeere-Markt statt, in dessen Rahmenprogramm der Mundartdichter-Wettstreit durchgeführt wird. Matthias Zech aus Speyer gewann mit „Die Brief vun de Lilly“ in der Sparte Prosa. Hier kamen Lothar Sattel und Maritta Reinhardt auf die Plätze 2 und 3. Manfred Dechert (Ludwigshafen) gewann im Bereich Lyrik mit „Vadder, ich muss geh“ vor Norbert Schneider und Renate Demuth. Sonderpreise gingen an Thomas Sattel und Rolf Büssecker. Mit etwa 50 Gästen war das Rathaus der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gut gefüllt. Marktgraf Lasse Burkhardt wurde nach zwei Jahren verabschiedet und die neue Marktgräfin Johanna Seibert vorgestellt. Die Moderation lag bei Denise Adrian. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Hoffmann-Hammer-Trio aus Neupotz. Die Pfälzische Mundart-Stiftung hatte den Druck des Programmheftes mit allen Texten finanziell unterstützt.
Lea Straßer und Sonja Bauer mit Ute Zimmermann und Michael WernerDenise AdrianHoffmann-Hammer-Trio (hier zu zweit)VG-Bürgermeister Patrick SemaWerner SüsMatthias ZechMaritta ReinhardtRenate DemuthManfred DechertRolf BüsseckerSonja Bauer mit Patrick Sema und Lasse BurkhardtJohnna Seibert mit Denise AdrianThomas SattelPreisträgerPreisträger mit Orga-Team und Jury-Mitgliedern
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Butch Reigart beim ersten Deutch-Pennsylvanischen Tag im Auswanderermuseum Oberalben (2006)
Zum 75. Geburtstag
Butch Reigart hat viele Talente. Sehr ungewöhnlich für einen Amerikaner ist, dass er mehr als eine Handvoll Sprachen gut spricht, darunter Russisch und Arabisch. Und er hat eine angenehme Art, die ihm Türen öffnet – Türen, durch die er dann wiederum andere mitnimmt.
Als ich Butch, der eigentlich Keith heißt, um das Jahr 2000 herum kennenlernte, arbeitete er noch für die US Army und war in Deutschland stationiert. Wir verstanden uns gleich bei unseren ersten Treffen hervorragend, weil uns ein gemeinsames Interesse verband: das Pennsylvanisch-Deutsche. Butch transkribierte zu dieser Zeit alte pennsylvanisch-deutsche Radioprogramme von Johnny Brendel aus Rheinholds (PA) aus den 1960er Jahren. Sprachlich und volkskundlich sind diese Aufnahmen eine wahre Fundgrube, und Butch machte sie auf diese Weise wieder zugänglich.
Butch Reigart in einem TV-Interview im Jahr 2011
Nach seiner Pensionierung ließ sich „der rutschich Butch“, wie er sich in Anspielung auf seine vielen Umzüge selbst nennt, in Lancaster County nieder. Hier hielt er unter anderem Kontakt zu Dick Beam. In der Folgezeit bot er sich Amish Familien als „Fuhrmann“ an, d.h. er fuhr Menschen zum Arzt, zum Supermarkt oder einmal in die große Stadt. Es war eine „Win Win“-Situation. Die Amish kamen auch zu Zielorten, die mit einer Kutsche nicht zu erreichen waren, und Butch verbesserte sein Pennsylvania Dutch.
Butch Reigart und „Bischli Gnippli“ (Prof. C. Richard Beam) im Jahr 2015 in Millersville (PA)
Er gab sein Wissen in pennsylvanisch-deutschen Sprachkursen weiter, unter anderem an der damaligen Mennonite Historical Society in Lancaster. Später startete er einen Konversationskurs an der Muddy Creek Farm Library auf dem „Katzebuckel“ bei Amos Hoover. Alle vier Wochen treffen sich dort seit vielleicht 20 Jahren Amish, Mennoniten und weltliche Pennsylvanisch-Deutsche, um zwei Stunden miteinander in Mundart zu sprechen. Das ist, soweit ich das beurteilen kann, in dieser Form in den Vereinigten Staaten einmalig. Meist starten die Abende mit einem gemeinsamen Dialekt-Lied oder einem Gedicht, in dem es um die „Bauerei“ geht und darum, wie früher auf dem Bauernhof gearbeitet wurde. Dies ist immer ein guter Einstieg, denn dann erzählen die Menschen wie es bei ihnen war. Man sieht die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten. Mit der Zeit entsteht das Gefühl: Wir mögen unterschiedlich sein, aber wir gehören zusammen. Ich war bei meinen Besuchen in Pennsylvania immer wieder in dieser Runde zu Gast, und 2015 feierten dort gemeinsam den 90. Geburtstag von „Bischli Gnippli“, Prof. C. Richard Beam (1925-2018). Es sind schöne Erinnerungen.
Mittlerweile ist die Organisation der Veranstaltung weitgehend auf Caleb Franks übergegangen, der vielleicht 30 Jahre jünger als Butch ist. Er führt dieses Leuchtturmprojekt mit derselben Sensibilität fort, die notwendig ist, um die Menschen zusammenzuhalten. Butch jedoch ist weiterhin ganz vorne dabei, wenn es darum geht, sein geliebtes Pennsylvania Dutch zu fördern und einer nachwachsenden Generation den Zugang zu Menschen zu verschaffen, die noch Dialekt sprechen. Ich selbst habe von seinem Netzwerk sehr profitiert. Vielen Dank!
Der Pälzylvanier
Butch Reigart in Ober-Olm (2003)Butch Reigart (2006)Butch Reigart und Hunter Yoder (2025)DPAK-Gründung in Ober-Olm (2003)Butch Reigart (2003)Butch Reigart mit dem Ehepaar Buch (2006)Butch Reigart, Robert Blum und Joshua Brown (2005)Butch Reigart, Frank Kessler und das Ehepaar Beam (2005)Butch Reigart (2005)Butch Reigart und Frank Kessler (2005)Michael Werner, Troy Boyer, Frank Kessler und Michael Werner (2005)Butch Reigart (2005)Butch Reigart (2007)Butch Reigart (2007)
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Veröffentlicht amSeptember 20, 2025vonMichael Werner|Kommentare deaktiviert für Unterstützt das Crowdfunding des Projekts „Dehäm – Pälzer in de Pampa“!
Auswanderer aus der Pfalz haben sich nicht nur in Pennsylvania niedergelassen. Spuren haben Pfälzer auch in Irland, Osteuropa und Südamerika hinterlassen. Vor allem im Süden Brasiliens findet man sie noch: Menschen, die einen Dialekt sprechen, der uns irgendwie bekannt vorkommt. Bis zu zwei Millionen Brasilianerinnen und Brasiliander sprechen das sogenannte „Riograndser Hunsrickisch“. Die meisten Ähnlichkeiten gibt es sprachlich und kulturell mit dem Hunsrück im nördlichen Rheinland-Pfalz. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass zum Beispiel die Gegend um Simmern auch einmal zur Kurpfalz (Pfalz-Simmern) gehört hat. Grund genug also, sich mit dem Thema einmal filmisch zu beschäftigen, zumal im Jahr 2024 diesseits und jenseits des Ozeans das Jubiläum „200 Jahre Deutsche in Brasilien“ gefeiert werden konnte.
Das Filmteam um den pfälzischen Musiker Monji El Beji begibt sich in diesen Tagen auf eine Reise, um Kultur und Sprache der Brasiliendeutschen filmisch einzufangen. Damit endet nach acht Jahren die Kooperation von „Hiwwe wie Driwwe“ und den südpfälzischen Filmemachern. „Hiwwe wie Driwwe“ dankt für die während dieser Zeit immer hervorragende Zusammenarbeit, bleibt „Hiwwe wie Driwwe“ und feiert bald 30. Geburtstag mit neuen Projekten. Der neue Film erscheint mit anderem Titel unter dem Label Pfalzfilme.
Das Crowdfunding für das Filmprojekt läuft noch bis Mitte Oktober 2025. „Hiwwe wie Driwwe“ freut sich, wenn ihr dieses ambitionierte Projekt in den kommenden Wochen noch nach Kräften unterstützt – damit es erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Beim Amos Hoover, 9t Augscht, 2025, an die Muddy Grick Farm Library (Effridaa)
Amos: “Was ich hab zu saage hat mennscht zu du mit die mennischte Geschichte. Ich apologize zu die Leit es nett intressiert sinn. Menscht von die Mennischte denke, es mir sorte zwee Aafange vun die Mennischte henn. Mir henn die Nidderdeitsche, ass herkumme vun Menno Simons un sodergleich. Mir henn aa die Hochdeitsche, ass von die Schweitze komme. Die Ausbund saagt vanne drin: “G’schriwwe bei die schweitzer Brieder”.
En Zuheerer: “Amos, wann Du schwetscht vun die Hochdeitsche, bischt Du am schwetze vun die blehne (Plain) Leit un die net blehne?”
Amos: “Yahre zurick, der “Hochdeitsch” hat g’meent “Elevation”. Ich denk’s meent nimme ganz sell. Die Leit vun die Schweitz, sell’s wu die Mennischte g’schtaehrt henn, die eent Sort, un die sinn unsere Sort Mennischte. Die Blattdeitscheleit henn en viel greesere Success so weit es die Nummers gehn. Sie sinn ganz iwwer g’schtreut. Ganz iwwer Nord un Sudamerika un noch weiter. Die Schweiter Brieder henn sorte separate aag’fange. Der Menno grickt mennscht vun der Kredit fer Sie z’samme griehe in die Nidderlaender, un awwer, er hat net so gut geduh mit die Schweitzer. Er hat actually sie all in der Bann geduh. Wann Du guckscht im Menno Simons Buch, “Reply to Sylis and Lemke”. Sell iss en Anwort zu die Schweitzer Brieder. Er hat gar nett z’weeg komme kenne mit Sie. Awwer, immer zitter sell henn die Schweitzer Brieder un die Nidderland Mennischte browiert sich vereeniche. Schon in 1590 war es, was sie “Concept of Cologne” g’heese henn. Wann weiter gehe witt, kannscht du’s aa uffgucke im Mennonite Encyclopedia. In 1591 henn Sie schon en grosse Meeting g’hatte fer browwiere eenich warre. In die Schweitz hat es so en schlimme Verfolging gewwe. Die Schweitzer Brieder sinn aus die Reformierte Karich komme, un die Reformierte henn die schweitzer Brieder datt raus yaage welle. Es war seefer fer sie in deel vun die annere Laender. So wie in der Palz un aa in Elsass (Alsace saagt mer im Englische). Es waare aardlich schweizer Leit in Alsace nei gezooge.Noh, henn die nordliche Mennischte (in die Nidderlenner) browwiert die Schweitzer mit helfe. Eeh Ding, ass die Schweitzer geduh henn, iss schtoppe sich der Name Wiederteifer heesse (weil es en ganz schlechter Name g’rechelt war), es war schun gehe die katolische Ordning en dausend Jahr. Ich meint der Gary Waltner (ass do hiwwe war) saage, ass die Landeegener (in der Palz un in Alsace usw) henn g’sagt, ass Sie henn die Schweitzer gegliche. Die Schweitzer waare “die Flichtlinger”, ass raus aus die Schweitz kumme sinn, un sie henn in Suddeitschland gsettelt. Un ess waar ihne gsaat “heeset eich selwert Mennischte. Sell iss viel besser ass eich Wiederteifer heese, es iss gehe der Regel.” Un noch emol eens, an sellre Zeit henn die hollandische Mennischte en guter Name g’hatte. Der mennischte Name waar viel seefer als wie Wiederteifer. So iss es vorgfalle, ass die Schweitzer “Widderdaafer” henn browwiert der Mennischte Naame aanemme.
Eeh gros Ding hot bassiert in Ohnenheim viel Centuries zerick. Ohnenheim iss mittes in Elsaess. Elsaess iss en gleenes Schlifferland zwischich Frankreich unn Deitschland.
Erhalten Sie die aktuellen Auftritts- und Vortragstermine von Michael Werner hier: info@hiwwe-wie-driwwe.de
Aktuelle Termine:
27. März 2026: Abschlussveranstaltung des 1. Rheinhessischen Mundart-Festivals mit allen Beteiligten in der Neubornhalle Wörrstadt, 20 Uhr (Info: kulturkreis-woerrstadt.de)
16. April 2026: Michael Werner präsentiert "Das Geheimnis der Elwedritsche" in Otterstadt (Remigiushaus, 19 Uhr)
17. April 2026: Bockenheimer Mundarttage: Harald Schneider präsentiert sein Buch "Totgebabbelt", Weingut Griebel, Weinstraße 50, 19 Uhr. Eine Veranstaltung der Pfälzischen Mundart-Stiftung
18. April 2026: Bockenheimer Mundarttage: Mundart-Werkstatt (Vormittag) und 2. Pälzer Prosa Wettbewerb (Nachmittag), Weingut Griebel
9. Mai 2026: Michael Werner präsentiert "Das Geheimnis der Elwedritsche" (Musikalische Lesung). Theater Alte Werkstatt, Frankenthal
5. Juni 2026: Michael Werner präsentiert "Das Geheimnis der Elwedritsche" (Musikalische Lesung) beim Saarländischen Genealogentag
19. September 2026: Michael Werner begleitet eine Kulturveranstaltung des HuK Undenheim e.V. mit pennsylvanisch-deutschen Liedern
17. Oktober 2026: 74. Pfälzischer Mundartdichter-Wettstreit in Bockenheim. Festzelt, ab 14 Uhr.
23. Oktober 2026: Multimedia-Vortrag zum Thema "Der Elwedritsche-Code" in Undenheim; Heimatmuseum, 19 Uhr.
Macht mit beim "Pälzer Prosa Preis 2026". Einsendeschluss ist am 1. Februar 2026. Der Wettbewerb findet am 18. April 2026 statt.
Mundarttage Bockenheim 2026
Die Mundart-Werkstatt für pfälzische Nachwuchsautorinnen und Autoren. Termin: 18. April 2026. Bewerbungen sind bis 1. Februar 2026 möglich. Bitte dem Link folgen ...