
Eine Würdigung
Bill Meck hat bei „Zettlemoyer Auctions“ für Ralph Zettlemoyer gearbeitet, welcher der Bruder von Norma Zettlemoyer war, die einen gewissen Donald Breininger geheiratet hat und ihr Leben im Hollwigs Daal in Nei Tripoli (Lechaa Kaundi) verbrachte.
Will heißen: Im Pennsylvania Dutch Country kennt man sich. Viele sind miteinander verwandt. Die Welt ist klein. Alle vier genannten Personen sprachen bzw. sprechen die Mundart und waren bzw. sind beim Kutztown Folk Festival aktiv.
Bill Meck trat viele Jahre gemeinsam er mit Leroy „Jock“ Brown (1925-2022) unter seinem Künstlernamen „Hanswascht“ („Hanswurst“) auf. Die Männer erzählten auf der Bühne Witze in Pennsylvanisch-Deutsch, und weil von den Zuschauern gewöhnlich nur noch ein Bruchteil Mundart verstand, sagte immer der eine einen Satz, den der andere sofort ins Englische übersetzte. Man musste mit der Zeit gehen, um Späße an den Mann zu bringen.
Bill ist seit vielen Jahren beim Kutztown Folk Festival aktiv und kümmert sich unter anderem darum, dass die Abläufe auf der „Main Stage“, der Hauptbühne, sitzen. Hier arbeitet er gemeinsam mit „East Side Dave“ Kline – einem sprichwörtlich „bunten Hund“, den als Musiker, Radiomoderator und Journalist in der Gegend jeder kennt.

Beruflich verdiente er sein Geld als Auktionator – „Fendu Groyer“, wie man im Pennsylvanisch-Deutschen sagt. Die Amerikaner lieben Auktionen, und versteigert wird so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann: Vieh, Heu, Antiquitäten, aber auch Spielzeug und Küchengegenstände nach Haushaltsauflösungen. Aus allem lässt sich Geld machen. Und dass das auch funktioniert, ist Aufgabe der hauptberuflichen „Groyer“ (wir würden vielleicht „Greischer“ sagen). Sie singen im Verkaufsprozess und geben rhythmisch den jeweils aktuellen Dollarwert eines Gebots wieder. Ich habe so etwas in Europa noch nie gehört. Es ist eine eigene Kunstgattung.
Als Bill uns 2014 besuchte, um unter anderem beim „Deutsch-Pennsylvanischen Tag“ in Assenheim, in Bockenheim beim Mundartdichter-Wettstreit sowie in Ober-Olm und im Auswanderermuseum Oberalben seine Späße zu machen, versteigerte er auch Bücher und einige Gegenstände. Es war ein Erlebnis.
Privat hat sich Bill Meck in den letzten Jahren quasi halbiert. Jahrelang auf dem Festivalgelände in Kutztown kaum zu übersehen, muss man seit kurzem zweimal hinsehen, ob da wirklich Bill Meck auf einen zukommt: Er hat Dutzende Kilo Gewicht abgenommen, was seiner Gesundheit sichtlich gut tut.
Ich freue mich immer, ihn beim Festival in irgendeinem Schlagschatten eines Gebäudes zu entdecken, in den er sich wegen der Hitze geflüchtet hat. Bis zum neegscht Mol, Bill! Sehn dich widder …













Der Pälzylvanier





































































































