Edward Quinter: Der Literat

Ed Quinter beim Kutztown Folk Festival (2019)

Zum 75. Geburtstag

Eine Mundartszene, die stets an der Wahrnehmbarkeitsschwelle kratzt, braucht Protagonisten. Die pennsylvanisch-deutsche Kultur wird im 21. Jahrhundert im Allgemeinen mit “Amish” gleichgesetzt – und auch die Pennsylvanisch-Deutschen selbst beschränken sich auf die Pflege ihrer weithin sichtbaren Marker: “Hex Signs” und “Shoofly Pie”. Ich übertreibe jetzt, aber ein bisschen ist es ähnlich, wenn wir über Bayern sagen: Alle tragen Lederhosen und trinken Bier. Mit einem solchen Vorschlaghammer macht man Kultur kaputt – hiwwe wie driwwe.

In diesem Kontext braucht man Menschen, die sich um die leisen Töne – und die Zwischentöne – kümmern und Kontakt zu Menschen aufbauen, die diese erzeugen können. Ich spreche von Autorinnen und Autoren, die in pennsylvanisch-deutscher Mundart schreiben. Sie tun es, obwohl es fast keine Möglichkeit gibt, diese Texte öffentlich vorzutragen. Keine Zeitung in den USA (außer “Hiwwe wie Driwwe”) publiziert sie, und niemand druckt ein Buch, das am Ende auch niemand kaufen würde. Ein solcher Mensch ist Edward Quinter, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert.

Ich denke, ich kenne Ed ungefähr seit 25 Jahren, und wir sprachen bisweilen über den Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreit in Bockenheim, in dessen Jury ich seit 1998 mitarbeite. Ungefähr 2005 – also vor 20 Jahren – muss es gewesen sein, als er auf die Idee kam, etwas Vergleichbares auch beim Kutztown Folk Festival auf die Beine zu stellen. Erstmals 2006 präsentierten etwa 10 Autorinnen und Autoren auf der “Seminar Stage” in einem gelb-weißen Zelt ihre Texte vor Publikum. Meist fanden sich um die 40 Personen ein, die diese Texte hören wollten – bei einem Festival, das täglich viele tausend Menschen anzog. Ist das wenig? Ich finde, das war ein Riesenerfolg. Ed gelang es, bis zum traurigen Ende des Festivals im Jahr 2024 immer wieder knapp ein Dutzend Schreiberinnen und Schreiber auf die Bühne zu bringen. 2025 fand die Präsentation im Rahmen der Veranstaltung zum offiziellen “Pennsylvania German Day” am 28. Juni im “Pennsylvania German Cultural Heritage Center” in Kutztown statt.

Ed Quinter: “En Gruuss aus Pennsylvaani” (Weierhof, 2008) – im Vordergrund die Verstorbenen Roland Paul (1950-2023) und Hans Buch (1937-2019, Bürgermeister in Enkenbach-Alsenborn) – Zum Ansehen bitte das Bild klicken …

In der Headline habe ich geschrieben: “Der Literat”. Das ist er! Ed schreibt selbst sehr gefühlvolle und zeitlose Gedichte, die sicherlich zum besten zählen, was man derzeit in der “Mudderschprooch” lesen kann. Aber er bringt eben auch andere Autorinnen und Autoren zusammen, um gemeinsam Texte zu präsentieren. Das ist wirklich besonders: Ed ist ein Netzwerker, ein “Möglich-Macher”.

Damit die literarischen Gedanken nicht verloren gehen, entschieden wir uns, die Stücke nach der Präsentation in der Zeitung “Hiwwe wie Driwwe” zu publizieren, und im Jahr 2010 kam der Gedanke auf, die Bockenheimer Mundartdichter-Jury einen dieser Texte mit einem “Hiwwe wie Driwwe Award” prämieren zu lassen. Damit war das Konzept komplett: Mündlicher Vortrag – Abdruck in der Zeitung “Hiwwe wie Driwwe” – Vergabe eines pennsylvanisch-deutschen Literaturpreises mit Urkunde.

Es braucht dabei nicht nur Menschen, die etwas beginnen – sondern auch solche, die es am laufen halten. Für beides hat Ed Quinter in den letzten rund 20 Jahren gesorgt, und dafür möchte ich mich im Namen der ganzen pennsylvanisch-deutschen Mundart Community bedanken.

Im Jahr 2018 rief mich ein verzweifelter SWR-Redakteur an und erzählte, dass die Moderatorin Susanne Nett in wenigen Tagen für eine Jubiläumssendung von “Die Rezeptsucherin” nach Pennsylvania fliegen solle, um ein pennsylvanisch-deutsches Saumagenrezept zu finden und mit einem Einheimischen zu kochen. Ich rief kurzerhand Ed Quinter an, weil ich wusste, dass er als Deutsch-Lehrer an einer High School in Allentown in der Lage sein würde, in einer deutschen Fernsehsendung die pennsylvanisch-deutsche Kultur zu präsentieren. Und es funktionierte sehr gut. Es war eine Hau-Ruck-Aktion, aber am Ende bereiteten Susanne Nett und Ed Quinter in der Küche einer Nachbarin von Ed gemeinsam einen Saumagen zu.

Susanne Nett und Edward Quinter (2018) – Zum Abspielen des Videos bitte auf das Bild klicken

Ed Quinter beim “Schreiwerfescht” des Kutztown Folk Festivals im Jahr 2022 (auf das Bild klicken)

Auswennich mei Fenschder

En Decking dinn leit weech uff meim Land, 
En Schtreef, gehl, bloh am Horizont.

Roh blost der Wind, iss wiescht un iss kalt,
Er rauscht un peift darrich Hiwwel un Wald.

Die Schpinn hot gewewe en Netz an mei Fenschder,
In der Aasicht ken Mensch; ich guck noochem Weschde.

Aa tschumpe un danze leedmiediche Bledder,
So schaddich un schteif wie de Veggel ihr’ Fedder.

O Himmel, schtets drowwe, du blessierlichi Sach’,
Dei Wolke wie Ziggel, schiffergroh uff me Dach.

Deeglich ihr’ Pikters die Nadur fer uns molt,
Grossaardich un kinschtlich, vun Barrick un Daal.

En Nascht vumme eenzich Silhouette Meebelbaam,
Er schtreckt sich nooch owwe, guckt aus wie’n Aarem.

Es Schtobbelfeld draagt en drauricher Dunscht,
Aus Grutze un Baschde vun Welschkann sei Kunscht.

Unnich im Hof finnt mer bissel weiss’ Schnee,
Fussdappe vun Kinner, sell heest sie waer’ glee.

Mei Gemiet iss doch heider, ebwohl drausse finschder,
Zuletscht kummt der Vorhang, ‘s iss richtiger Winder.

Ken Laut, nix riehrt, die Yennersunn fatt.
Ich hol gschwind en Gwilt un saag guti Nacht!

Edward Quinter (Allentown, PA)
Schreiwer-Fescht am "Pennsylvania German Day 2025"

Nett hier! Aber …

Die neue Website „www.paelzer-elwedritsche.de“ erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Als ergänzendes Angebot zum Buch „Elwedritsche – Dunkle Gefährten“ präsentiert sie Quellen und ergänzende Informationen zum Thema. Was Elwedritsche kulturhistorisch wirklich sind …

Neie Songs in die Mudderschprooch

Neie blessierliche Lieder gsunge in die Mudderschprooch. Haricht sell mol ab! (Gmacht mit heemgemachte Wadde, Hilf vun en Waddefresser, em Gewebb un glee wennich AI.)

“Schweizer” Pfälzer – Einwanderer als Auswanderer

Eine pennsylvanisch-deitsche Scheier im “Hollwig Daal” (Holbens Valley) bei New Tripoli

Genanalysen liegen unter Genealogen im Trend. In der Pfalz führen diese von verschiedenen Webseiten angebotenen Auswertungen bisweilen zum Ergebnis, dass in der DNA eines Probanden sowohl skandinavische als auch südeuropäische Spuren vorhanden sind. Klar: Germanen und Römer eben. Daneben lassen sich beim genauen Hinsehen sicher oft auch noch keltische Elemente finden.

In den Stammbäumen der Familienforscher findet dies allerdings keinen Niederschlag, denn so weit in der Zeit zurück kommt man mit genealogischen Methoden nicht. Nach zehn bis zwölf Generationen ist, falls die Familie nicht adelig ist, meist Schluss. Aber immerhin: Damit kann man mit viel Arbeit und etwas Glück einen Stammbaum erstellen, dessen Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen.

Das war eine Zeit, in der die Pfalz Einwanderungsland war. Verwüstet durch den 30jährigen Krieg und mehrere Erbfolgekriege in den Jahrzehnten danach, suchte der pfälzische Kurfürst dringend neue Bürger, um das Land wieder aufzubauen. Und sie kamen: Tiroler, französische Hugenotten und – neben weiteren Einwanderergruppen – viele Schweizer. Auf diese Familien kann man bei eigenen genealogischen Forschungen stoßen, und oft führen die Nachforschungen in den Kanton Bern. Von hier sind vor allem mennonitische Glaubensflüchtlinge in die Pfalz gekommen. Aus anderen Regionen der Schweiz kamen Menschen, die problematische klimatische Bedingungen aus ihrer Heimat vertrieben. Kurz, es ist ein bisschen wie heute: Es handelte sich um Glaubens- und Wirtschaftsflüchtlinge. In der Pfalz packten sie kräftig an, halfen bei der Verbesserung der landwirtschaftlichen Methoden und lebten – mehr oder weniger frei – ihren Glauben.

Als die Kurzpfalz 1685 auf die katholische Dynastie Pfalz-Neuburg überging, wurde es allmählich ungemütlicher. In diesem Jahr machten sich die ersten schweizerdeutschen Pfälzer von Kriegsheim bei Monsheim auf den Weg nach Germantown in die neue Welt. Viele weitere sollten folgen, vor allem nach dem Hungerwinter 1708/1709, der viele Pfälzer den Rhein hinunter zu den Schiffen an der Nordseeküste trieb. Man kann davon ausgehen, dass viele dieser „Schweizer Pfälzer“ zum Zeitpunkt der Auswanderung aus der Pfalz noch mehr oder weniger Schweizerdeutsch sprachen. Denn oft hatten sie außerhalb der Ortschaften Bauerngehöfte gebaut, die heute noch in der Pfalz an ihrer Endung „-hof“ erkennbar sind, z.B. der Weierhof bei Kirchheimbolanden (heute Standort des Mennonitischen Forschungszentrums, das auch das Deutsch-Pennsylvanische Archiv beherbergt). In einer solchen Außenlage waren die Kommunikationsmöglichkeiten eher begrenzt. Und von Auswanderergemeinschaften wie den Deutschen in Amerika im 19. Jahrhundert oder den Italienern in Deutschland im 20. Jahrhundert wissen wir, dass ein kompletter Sprachwechsel bis zu drei Generationen dauern kann.

Bisweilen wird diskutiert, wie viele Spuren die Schweizer im kulturellen Erbe der Pfalz hinterlassen haben. Es ist überschaubar, sagt die eine Seite, die sich in der Mehrheit sieht. Es ist ganz, ganz viel, sagt eine Minderheit und belegt ihre Sicht mit vielen Argumenten. Ich würde sagen: Wie so oft, liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Ein Schweizer Einfluss ist sicher nachweisbar – in den Gebräuchen, im Hausbau, Ackerbau, Viehzucht, Speisen und etlichem mehr.

So heißt die pennslyvanisch-deutsche Scheune heute im Englischen „Swiss Barn“. Wie im alemannischen Raum wird das Gebäude mit Vorlieben an einen Hang gebaut, so dass man von hinten einen direkten Zugang zur Tenne im ersten Obergeschoss hat und mit einem Wagen hineinfahren kann. Und auch in der Sprache der Pennsylvania-Deutschen wird der Einfluss der Schweizer sichtbar. Sprach man bei einem Säugling in alter pfälzischer Manier früher von einem „Bobbel“, einem „Bobbche“ oder einem „Bobbelche“, ist heute die Version „Bobbeli“ führend. Der sogenannte „-li“-Diminutiv, also die alemannische Verkleinerungsendung, hat sich fast vollständig durchgesetzt. Dies ist zurückzuführen auf den Einfluss der Mennoniten und Amish. Eigentlich handelt es sich bei ihnen um eine Gruppe von Menschen mit 40 bis 60 Familiennamen. Dazu gehören die Yoders (Jotter), Beilers, Craybills (Crayenbühl), Brackbills (Brechbühl), Lapps und andere mehr. Noch vor 100 Jahren stellten sie nur einen Bruchteil der pennslyvanisch-deutschen Sprechergemeinschaft – vielleicht ein bis zwei Prozent. Heute jedoch sind es vor allem die Vertreter dieser konservativen Religionsgemeinschaften, die am Dialekt festhalten, so dass ihr Anteil an der Gesamtheit der Sprecher aktuell bei über 90 Prozent liegen dürfte. Es hat sich im Pennsylvania-Deutschen mittlerweile die Variante „-li“ als Verkleinerungsform durchgesetzt.

Dass unter den Pionieren in Pennsylvania im 18. Jahrhundert viele Menschen mit Schweizer Wurzeln waren, zeigt auch ein Blick auf die Landkarte. In Berks County gibt es Townships – das wäre bei uns vielleicht etwas wie eine Verbandsgemeinde – mit einem klar regionalen Bezug: „Bern“ und „Upper Bern“. Und mit „Luzerne“ gibt es sogar ein County, also einen Landkreis, bei dem sich ein solcher Bezug herstellen lässt. Geht man weiter in die Tiefe, zeigt sich auch im Detail immer wieder der Einfluss von Schweizern.

Mich interessiert die eher akademische Frage, wie viel Schweiz im Pfälzischen steckt, allerdings nur bedingt. Interessanter finde ich etwas anderes: Die Pfalz hat auch durch ihre verkehrsgünstige Lage mit dem Rhein als schiffbarem Fluss immer wieder Einwanderer angezogen – und in Krisenzeiten in größeren und kleineren Stößen wieder abgegeben – in Richtung Nordamerika, in Richtung Südamerika, aber auch in Richtung Ost- und Südosteuropa. So lassen sich Gemeinsamkeiten in den Dialekten der Pfälzer, Pennsylvania-Deutschen, Ungarn-Deutschen, Rumänien-Deutschen, Jugoslawien-Deutschen, Russland-Deutschen und anderen finden. Auch in Brasilien haben die ausgewanderten Pfälzer Spuren hinterlassen, wenn auch der Schwerpunkt dieser vergleichsweise späten Auswanderung nach Südamerika (ab 1824) eher im Hunsrück, im Nahetal und der Eifel lag.

Für mich ein Indiz, dass sich seit der Zeit der Germanen, Römer und Kelten eigentlich nichts verändert hat: Menschen wandern auf der Suche nach einem besseren Leben. Wenn es uns schlecht ginge, würden wir vermutlich ebenso handeln.

Michael Werner

Paul Brands – Der Theatermacher

Paul Brands (1941-2021)

Eine Würdigung

An Paul denke ich oft, auch wenn wir uns in den Jahren vor seinem Tod selten – und dann auch nur zufällig – gesehen haben. Aber die meisten von uns werden, wenn sie sich an die eigene Schulzeit zurückerinnern, vielleicht ein oder zwei Lehrinnen oder Lehrer benennen können, die Eindruck hinterlassen haben. Bei mir sind es sogar drei, und sie alle unterrichteten Deutsch. Paul gehörte unbedingt dazu.

Dabei war sein Unterricht, als ich ihn 1980 in der Mittelstufe erstmals als Deutschlehrer bekam, nicht sonderlich strukturiert. Und damit kann ich immer schlecht umgehen. Als sich unsere Wege 1982 zunächst wieder trennten, war ich nicht sonderlich traurig.

Doch schon 1983 trafen wir uns wieder. Er besuchte eines Abends den Musiksaal des Albert-Einstein-Gymnasiums in Frankenthal, wo wir mit unserer Schülerband probten. Er inszenierte gerade mit der Schultheatergruppe Ulrich Plenzdorfs Stück “Die neuen Leiden des jungen W.”, eine moderne Adaption von Goethes Werther-Stoff. Und hierfür suchte er eine begleitende Musikband. Natürlich waren wir Feuer und Flamme, denn die Aufführungen der Theater-AG waren immer gut besucht. Und für 1984 war mit diesem Stück eine Theater-Tour durch Frankreich geplant, die die Truppe unter anderem nach Paris und Montpellier führen sollte. Wir Musiker sagten gerne zu.

“Mr. Molotow’s Cocktail Party” bei einem Auftritt in Frankenthal (1984)

Die Inszenierung von Paul Brands war sehr erfolgreich. Nicht nur wir Musiker hatten danach “Lust auf mehr”. Auch der Hauptdarsteller Peer Damminger wurde so vom Theater-Virus infiziert, dass er heute in Ludwigshafen die “KiTZ Theaterkumpanei” betreibt. 1985 brachte Paul mit der Schultheatergruppe Erich Kästners “Die Schule der Diktatoren” zur Aufführung, wieder mit großem Erfolg. Es gab Vorstellungen bei den rheinland-pfälzischen Schultheatertagen und in der Hamburger Kammgarn-Fabrik bei einem bundesweiten Theatertreffen. Wir waren mit unserer Band “Mr. Molotow’s Cocktail Party” musikalisch mit dabei. Spätestens jetzt muss eine Hauptdarstellerin dieses Stücks ebenfalls infiziert worden sein: Petra Simon. Sie machte Karriere in der Theaterbranche und ist seit 2024 Geschäftsführerin der Nibelungen-Festspiele Worms.

Das alles – da bin ich mir sicher – hat sehr viel mit Paul Brands zu tun. Jedes Jahr fuhr er an Pfingsten zum “wild campen” in die Carmargue, und über Jahre hinweg waren viele von uns ehemaligen Schülerinnen und Schülern dabei. Wir fuhren einfach runter nach Südfrankreich, weil wir wussten, dass wir ehemalige Mitglieder der Schultheatergruppe dort treffen würden. Ich war bis 1991 immer wieder im kleinen Ort Salin-de-Giraud, wo der Treffpunkt war – direkt am Strand. In diesem Jahr gründete Paul auch sein “Theater Alte Werkstatt” einer ehemaligen Schreinerei in der August-Bebel-Straße in Frankenthal. Im Anschluss verschob sich sein Interesse noch ein wenig mehr von der Schule weg und hin zum Theater, und mit seiner Pensionierung wurde er zum Vollzeit-Theaterleiter. Irgendwann erfolgte der Umzug an den heutigen Standort in der Wormser Straße.

1985 – nach meinem Abitur – hatte er mich bei meiner Kriegsdienstverweigerung mit einem Referenzschreiben unterstützt, und als ich 1992 im Rahmen meiner Magisterarbeit zu “französischen Lehnwörtern im Pfälzischen” Fragebögen auch an Schülerinnen und Schüler ausgeben wollte, machte er das möglich. Längst hatte ich im Rahmen meines Germanistik-Studiums meinen Schwerpunkt auf “Dialektologie” gelegt. Bis heute lässt mich das Thema nicht los. Wir blieben in Kontakt, und ich gratulierte ihm noch einige Jahre zum 39. Geburtstag – weil er eine Weile mit einem verschmitzten Lächeln an dieser Zahl festhielt.

Jahre später traf ich ihn bei einer Jurysitzung des Pfälzischen Mundartdichter-Wettstreits wieder. 1998 war ich Mitglied dieses Gremiums geworden, und für zwei Jahre arbeitete er in diesem Kreis mit. Das muss um 2010 herum gewesen sein. Ich habe mich sehr gefreut.

Natürlich habe ich gehört und gelesen, dass es im “Theater Alte Werkstatt” irgendwann Konflikte gab. Es kam zur Trennung im Unfrieden. Die Hintergründe kenne ich nicht, und sie sind für mich auch nicht von Belang. Paul Brands hat im Laufe seiner Schul- und Theaterkarriere bei ganz vielen jungen Menschen Impulse gesetzt, die ihre Lebenswege maßgeblich beeinflusst haben. Ich bin einer von ihnen. Danke, Paul!

Der Pälzylvanier

Pälzer Krischer sind zurück von “Hiwwe wie Driwwe Tour”

“Es war anstrengend, hat aber viel Spaß gemacht” – So lautet das Fazit von Lutz Pfeuffer, Schlagzeuger und Sänger der Altriper Band “Pälzer Krischer”. Gemeinsam mit Scott Reagan (Nazareth, PA) musizierten die Musiker aus der Pfalz im Rahmen der “Hiwwe wie Driwwe Pennsylvania Tour” als Botschafter der Pfalz im Pennsylvania Dutch Country – unter anderem beim offiziellen “Pennsylvania German Day” am 28. Juni im Pennsylvania German Cultural Heritage Center in Kutztown.