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Interview: Die “Shooflies“ kommen aus Pennsylvania in die Pfalz und nach Rheinhessen

Die “Shooflies” im TV-Interview bei Jean-Luc Busch im Sender “RheinlOKal” (Worms)

Im Oktober ist die Band “The Shooflies” aus Pennsylvania in der Pfalz und Rheinhessen zu Gast. Hier berichten die Schwestern Brigitte Weinsteiger und Erika Gustavson über die Vorbereitungen der Tour. Zum Abspielen des Interviews bitte auf das Bild klicken.

Butch Reigart: Der Schulmeister

Butch Reigart beim ersten Deutch-Pennsylvanischen Tag im Auswanderermuseum Oberalben (2006)

Zum 75. Geburtstag

Butch Reigart hat viele Talente. Sehr ungewöhnlich für einen Amerikaner ist, dass er mehr als eine Handvoll Sprachen gut spricht, darunter Russisch und Arabisch. Und er hat eine angenehme Art, die ihm Türen öffnet – Türen, durch die er dann wiederum andere mitnimmt.

Als ich Butch, der eigentlich Keith heißt, um das Jahr 2000 herum kennenlernte, arbeitete er noch für die US Army und war in Deutschland stationiert. Wir verstanden uns gleich bei unseren ersten Treffen hervorragend, weil uns ein gemeinsames Interesse verband: das Pennsylvanisch-Deutsche. Butch transkribierte zu dieser Zeit alte pennsylvanisch-deutsche Radioprogramme von Johnny Brendel aus Rheinholds (PA) aus den 1960er Jahren. Sprachlich und volkskundlich sind diese Aufnahmen eine wahre Fundgrube, und Butch machte sie auf diese Weise wieder zugänglich.

Butch Reigart in einem TV-Interview im Jahr 2011

Nach seiner Pensionierung ließ sich “der rutschich Butch”, wie er sich in Anspielung auf seine vielen Umzüge selbst nennt, in Lancaster County nieder. Hier hielt er unter anderem Kontakt zu Dick Beam. In der Folgezeit bot er sich Amish Familien als “Fuhrmann” an, d.h. er fuhr Menschen zum Arzt, zum Supermarkt oder einmal in die große Stadt. Es war eine “Win Win”-Situation. Die Amish kamen auch zu Zielorten, die mit einer Kutsche nicht zu erreichen waren, und Butch verbesserte sein Pennsylvania Dutch.

Butch Reigart und “Bischli Gnippli” (Prof. C. Richard Beam) im Jahr 2015 in Millersville (PA)

Er gab sein Wissen in pennsylvanisch-deutschen Sprachkursen weiter, unter anderem an der damaligen Mennonite Historical Society in Lancaster. Später startete er einen Konversationskurs an der Muddy Creek Farm Library auf dem “Katzebuckel” bei Amos Hoover. Alle vier Wochen treffen sich dort seit vielleicht 20 Jahren Amish, Mennoniten und weltliche Pennsylvanisch-Deutsche, um zwei Stunden miteinander in Mundart zu sprechen. Das ist, soweit ich das beurteilen kann, in dieser Form in den Vereinigten Staaten einmalig. Meist starten die Abende mit einem gemeinsamen Dialekt-Lied oder einem Gedicht, in dem es um die “Bauerei” geht und darum, wie früher auf dem Bauernhof gearbeitet wurde. Dies ist immer ein guter Einstieg, denn dann erzählen die Menschen wie es bei ihnen war. Man sieht die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten. Mit der Zeit entsteht das Gefühl: Wir mögen unterschiedlich sein, aber wir gehören zusammen. Ich war bei meinen Besuchen in Pennsylvania immer wieder in dieser Runde zu Gast, und 2015 feierten dort gemeinsam den 90. Geburtstag von “Bischli Gnippli”, Prof. C. Richard Beam (1925-2018). Es sind schöne Erinnerungen.

Mittlerweile ist die Organisation der Veranstaltung weitgehend auf Caleb Franks übergegangen, der vielleicht 30 Jahre jünger als Butch ist. Er führt dieses Leuchtturmprojekt mit derselben Sensibilität fort, die notwendig ist, um die Menschen zusammenzuhalten. Butch jedoch ist weiterhin ganz vorne dabei, wenn es darum geht, sein geliebtes Pennsylvania Dutch zu fördern und einer nachwachsenden Generation den Zugang zu Menschen zu verschaffen, die noch Dialekt sprechen. Ich selbst habe von seinem Netzwerk sehr profitiert. Vielen Dank!

Der Pälzylvanier

Die Ohnenheim Miehl in Alsace

Beim Amos Hoover, 9t Augscht, 2025, an die Muddy Grick Farm Library (Effridaa)

Amos: “Was ich hab zu saage hat mennscht zu du mit die mennischte Geschichte. Ich apologize zu die Leit es nett intressiert sinn. Menscht von die Mennischte denke, es mir sorte zwee Aafange vun die Mennischte henn. Mir henn die Nidderdeitsche, ass herkumme vun Menno Simons un sodergleich.  Mir henn aa die Hochdeitsche, ass von die Schweitze komme. Die Ausbund saagt vanne drin: “G’schriwwe bei die schweitzer Brieder”.

En Zuheerer:  “Amos, wann Du schwetscht vun die Hochdeitsche, bischt Du am schwetze vun die blehne (Plain) Leit un die net blehne?”

Amos: “Yahre zurick, der “Hochdeitsch” hat g’meent “Elevation”. Ich denk’s meent nimme ganz sell.  Die Leit vun die Schweitz, sell’s wu die Mennischte g’schtaehrt henn, die eent Sort, un die sinn unsere Sort Mennischte.  Die Blattdeitscheleit henn en viel greesere Success so weit es die Nummers gehn. Sie sinn ganz iwwer g’schtreut. Ganz iwwer Nord un Sudamerika un noch weiter. Die Schweiter Brieder henn sorte separate aag’fange. Der Menno grickt mennscht vun der Kredit fer Sie z’samme griehe in die Nidderlaender, un awwer, er hat net so gut geduh mit die Schweitzer. Er hat actually sie all in der Bann geduh. Wann Du guckscht im Menno Simons Buch, “Reply to Sylis and Lemke”.  Sell iss en Anwort zu die Schweitzer Brieder. Er hat gar nett z’weeg komme kenne mit Sie. Awwer, immer zitter sell henn die Schweitzer Brieder un die Nidderland Mennischte browiert sich vereeniche. Schon in 1590 war es, was sie “Concept of Cologne” g’heese henn. Wann weiter gehe witt, kannscht du’s aa uffgucke im Mennonite Encyclopedia. In 1591 henn Sie schon en grosse Meeting g’hatte fer browwiere eenich warre. In die Schweitz hat es so en schlimme Verfolging gewwe. Die Schweitzer Brieder sinn aus die Reformierte Karich komme, un die Reformierte henn die schweitzer Brieder datt raus yaage welle.  Es war seefer fer sie in deel vun die annere Laender.  So wie in der Palz un aa in Elsass (Alsace saagt mer im Englische).  Es waare aardlich schweizer Leit in Alsace nei gezooge.Noh, henn die nordliche Mennischte (in die Nidderlenner) browwiert die Schweitzer mit helfe.  Eeh Ding, ass die Schweitzer geduh henn, iss schtoppe sich der Name Wiederteifer heesse (weil es en ganz schlechter Name g’rechelt war), es war schun gehe die katolische Ordning en dausend Jahr. Ich meint der Gary Waltner (ass do hiwwe war) saage, ass die Landeegener (in der Palz un in Alsace usw) henn g’sagt, ass Sie henn die Schweitzer gegliche. Die Schweitzer waare “die Flichtlinger”, ass raus aus die Schweitz kumme sinn, un sie henn in Suddeitschland gsettelt. Un ess waar ihne gsaat “heeset eich selwert Mennischte. Sell iss viel besser ass eich Wiederteifer heese, es iss gehe der Regel.”  Un noch emol eens, an sellre Zeit henn die hollandische Mennischte en guter Name g’hatte.  Der mennischte Name waar viel seefer als wie Wiederteifer. So iss es vorgfalle, ass die Schweitzer “Widderdaafer” henn browwiert der Mennischte Naame aanemme.

Eeh gros Ding hot bassiert in Ohnenheim viel Centuries zerick.  Ohnenheim iss mittes in Elsaess.  Elsaess iss en gleenes Schlifferland zwischich Frankreich unn Deitschland. 

Kompletten Beitrag von Amos Hoover als PDF lesen: Bitte hier klicken.

Auswennich mei Fenschder

En Decking dinn leit weech uff meim Land, 
En Schtreef, gehl, bloh am Horizont.

Roh blost der Wind, iss wiescht un iss kalt,
Er rauscht un peift darrich Hiwwel un Wald.

Die Schpinn hot gewewe en Netz an mei Fenschder,
In der Aasicht ken Mensch; ich guck noochem Weschde.

Aa tschumpe un danze leedmiediche Bledder,
So schaddich un schteif wie de Veggel ihr’ Fedder.

O Himmel, schtets drowwe, du blessierlichi Sach’,
Dei Wolke wie Ziggel, schiffergroh uff me Dach.

Deeglich ihr’ Pikters die Nadur fer uns molt,
Grossaardich un kinschtlich, vun Barrick un Daal.

En Nascht vumme eenzich Silhouette Meebelbaam,
Er schtreckt sich nooch owwe, guckt aus wie’n Aarem.

Es Schtobbelfeld draagt en drauricher Dunscht,
Aus Grutze un Baschde vun Welschkann sei Kunscht.

Unnich im Hof finnt mer bissel weiss’ Schnee,
Fussdappe vun Kinner, sell heest sie waer’ glee.

Mei Gemiet iss doch heider, ebwohl drausse finschder,
Zuletscht kummt der Vorhang, ‘s iss richtiger Winder.

Ken Laut, nix riehrt, die Yennersunn fatt.
Ich hol gschwind en Gwilt un saag guti Nacht!

Edward Quinter (Allentown, PA)
Schreiwer-Fescht am "Pennsylvania German Day 2025"

Neie Songs in die Mudderschprooch

Neie blessierliche Lieder gsunge in die Mudderschprooch. Haricht sell mol ab! (Gmacht mit heemgemachte Wadde, Hilf vun en Waddefresser, em Gewebb un glee wennich AI.)