Archiv des Autors: Michael Werner

Rheinhessisch und Pennsylvanisch-Deitsch

Hannelore Wingert und Michael Werner präsentieren Mundart in Partenheim

Ach ja, Amerika – wie soll man dich verstehen? Dabei haben wir so viel gemeinsam. Viele Menschen aus dem heutigen Rheinhessen haben im 18. Jahrhundert ihre Heimat verlassen und sich in Pennsylvania niedergelassen. Dort und in anderen Staaten der USA leben heute rund 500.000 Amerikaner, die so etwas wie rheinhessische Mundart sprechen. Mit ihnen verbindet uns ganz viel. Ihre Sprache, Kultur und Musik stellt Dr. Michael Werner vor. Hannelore Wingert hat kleine Geschichten aus ihrem Alltag aufgeschrieben. Kurze Momente, die zum Lächeln oder Nachdenken anregen. Das Ganze schreibt sie in ihrer Muttersprache – also in rheinhessischer Mundart. Sie erzählt unter anderem von einem Vogelkonzert, von schlaflosen Nächten, von einer Urlaubsreise oder von ihrem sonntäglichen Dienst an der Kirchenorgel. Ihre Lesung begleitet sie mit kleinen musikalischen Einlagen auf dem Keyboard. Beide präsentieren Ausschnitte aus ihren Programmen am 13. März in Partenheim. Die Veranstaltung findet im Rahmen des „rheinhessenKULTur Mundartfestivals 2026“ statt.

Partenheim, 13. März 2026, St. Georgen-Halle. Der Eintritt beträgt 8,00 €. Tickets können über die Mail-Adresse: tickets@kulturforum-partenheim.de reserviert werden.

Herzlichen Glückwunsch, Edsel!

Die „Anonyme Giddarischde“ bei der Verleihung des „Emichsburgpreises“ der Gemeinde Bockenheim 2023 – im März 2026 wird die Band in Freinsheim mit der „Sinsheimer Plakette“ geehrt

Die Stadt Freinsheim zeichnet Thomas „Edsel“ Merz und die Band „Anonyme Giddarischde“ mit der Hermann-Sinsheimer-Plakette aus. Das wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs der Gemeinde bekanntgegeben. Die Verleihung der Auszeichnung findet am Sonntag, 8. März, statt.

Aus Sicht der Jury stehen Merz und die „Anonyme Giddarischde“ für Heimat und regionale Identität. In ihren pfälzischen Liedern kommt eine enge Verbundenheit zur Pfälzer Sprache und Kultur zum Ausdruck. Seit Jahrzehnten begeistere diese Mischung Menschen auf den Bühnen der Pfalz. Darüber hinaus würdigte die Jury die Band als „herausragende Vertreter der Region und als Botschafter der Demokratie“.

Die Hermann-Sinsheimer-Plakette wird in Freinsheim seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre vergeben. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich um die Literatur und Kultur der Pfalz verdient gemacht haben. Die Ehrung erinnert an Leben und Werk des in Freinsheim geborenen jüdischen Publizisten Hermann Sinsheimer, der 1938 ins englische Asyl ging.

„Hiwwe wie Driwwe“ freut sich über die verdiente Auszeichnung für Thomas „Edsel“ Merz und die „Anonymen Giddarischde“ und gratuliert herzlich!

Link zur Band: https://www.dieanonymegiddarischde.de/

„Elfendritschenwolpertinger“ im Jahr 1847 in Luckenbach (TX) gesichtet

Elwedritsche finden sich in Quellen spät – erst ab dem 19. Jahrhundert. Zwar hatten bereits die pfälzischen Auswanderer, die sich zwischen 1709 und 1776 rund um Philadelphia (PA) niederließen, „Elbedritsche“ im kulturellen Gepäck, doch schriftliche Zeugnisse sind rar. Eine „Elbedritsch hunt“ ist in Pennsylvania erst für das Ende des 19. Jahrhunderts schriftlich belegt.

Um so interessanter ist deshalb der Hinweis auf die Sichtung eines „Elfentritschenwolpertingers“ im Jahr 1847 der Gegend des zwei Jahre danach gegründeten Luckenbach (TX). Das ist acht Jahre vor einer ersten literarischen Erwähnung im deutschen Sprachraum – als „Elbentrötsch“ im Roman „Ekkehard“ durch den Autor Victor von Scheffel (1855). 1858 dann erwähnt sie August Becker in seinem Werk „Die Pfalz und die Pfälzer“.

Organisiert wurde die Texas-Auswanderung in den 1840er Jahren durch den „Mainzer Adelsverein“, und auch heute noch sprechen einige tausend Menschen in der Gegend rund um Fredericksburg (TX) „Texas-Deutsch“.

Der Begriff „Elfentritschenwolpertinger“ macht deutlich, dass den Menschen bereits zu diesem Zeitpunkt die Verwandtschaft von (kurpfälzischer) „Elwedritsch“ und (bayrischem) „Wolpertinger“ bewusst war. Bei beiden handelt es sich um einen nächtlichen Druckdämon („Albdrude“), der kulturell über viele Generationen miniaturisiert und damit entdämonisiert wurde, um die Angst vor dem Phänomen der Schlafparalyse zu verarbeiten. Der Name „Wolpertinger“ soll auf Walburga zurückgehen, die an einem 1. Mai heilig gesprochen wurde – was im katholischen Bayern durchaus relevant ist. Für den dämonischen Kontext ist das Datum insoweit relevant, als die „Walpurgisnacht“ oder „Hexennacht“ in der Nacht auf den 1. Mai stattfindet. Über die Kurzform „Walper“ habe sich lautlich der „Walper/Wolper-tinger“ entwickelt. Die Pfalz gehörte im 19. Jahrhundert zu Bayern, was eine ähnliche Entwicklung der volkskundlichen Bräuche rund um die Jagd dieser vermeintlichen Fabeltiere angestoßen haben könnte. Bereits beim „Luckenbach incident“ in den Wäldern rund um den South Grape Creek wird auf den Zusammenhang von Alkohol und Sichtung hingewiesen.

Mehr Informationen gibt es hier.

Volker Gallé kommt nach Ober-Olm

Zum UNESCO TAG DER MUTTERSPRACHE 2026 veranstaltet die Gemeindebücherei Ober-Olm in Zusammenarbeit mit „Hiwwe wie Driwwe“ einen exklusiven Mundart-Abend mit „Mr. Rheinhessen“: Volker Gallé. Die Veranstaltung bildet gleichzeitig den Auftakt zum neuen „Mundartfestival Rheinhessen 2026“, das mit mehreren Veranstaltungen im Februar/März 2026 über die Bühnen der Region geht.

Volker Gallé wurde am 3. Mai 1955 in Alzey geboren und studierte in Mainz Germanistik, Philosophie und Ethnologie. Seit Jahrzehnten ist er als Mundartautor, Liedermacher und Regionalhistoriker aktiv — vor allem widmet er sich der Kultur, Sprache und Geschichte seiner Heimat Rheinhessen. Darüber hinaus war er viele Jahre Kulturkoordinator der Stadt Worms und hat mit seinem Einsatz das kulturelle Profil der Region nachhaltig geprägt. Über sein aktuelles Programm schreibt er:

„Mit Mundart auf der Straße aufgewachsen haben mich Lesen und Schule mit der Standardsprache vertraut gemacht. Es gab daher zwei Welten miteinander, eine mündliche und eine schriftliche Sprachwelt. Die Mundart als Literatursprache für Lieder, Gedichte und Kabarett habe ich für mich entdeckt, nachdem Kulturausflüge in Irish Folk und die Autonomiebewegung der Irokesen mich zurückgeworfen haben auf die eigene Kultur, sprachlich und historisch. Und ich begann in beiden Sprachwelten nebeneinander zu schreiben und zu performen. Daraus ist Mundartliteratur entstanden, die nicht nur Kindheits- und Heimaterinnerungen aufnimmt, sondern auch Traditionen des französischen Chansons, der Folkmusic, des Dadaismus, der modernen Lyrik und der Mischung von Sprachen. All das war eingebettet in eine bundesweite Bewegung von Mundart als Ausdrucksform von Kunst, die beispielsweise mit dem rheinhessischen Mundartwettbewerb auch die Region erfasste. Damit erhielten älterer Mundartgenres wie die Büttenrede an Fastnacht neue Geselligkeit von anderen Inhalten und Formen. Am Beispiel meiner Mundartgeschichte will ich von dieser Entwicklung erzählen sowie Texte und Lieder beisteuern, die zeigen, was ich meine.“

Der Eintritt kostet 8 Euro. Vorbestellungen über die Gemeindebücherei Ober-Olm: 06136 7638

„Bockrem Bert“ ruft zum Wetterorakel

Schatten oder kein Schatten? Das ist in Bockenheim am 1. Februar wieder die Frage …

Alljährlich an Maria-Lichtmess, also am 2. Februar ist es soweit: Nicht nur in Amerika, sondern auch in Bockenheim wird der Murmeltiertag gefeiert. Da der 2. Februar dieses Jahr auf einen Montag fällt, haben sich die Veranstalter – die Gemeinde Bockenheim und der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. – entschlossen, das Murmeltier bereits am Sonntag, dem 1. Februar 2026 aus dem Winterschlaf zu holen.

Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Behausung des Murmeltieres „Bockrem Bert“ neben dem Kneipp-Becken am Bockenheimer See hinter dem Haus der Deutschen Weinstraße. Dort wird das Murmeltier standesgemäß von Ortsbürgermeister Uli Keidel gemeinsam mit Wieland Benß und Dr. Michael Werner „geweckt“. Die Jungs und Mädels der Bockenheimer Burschenschaft 1813 werden „Bockrem Bert“ standesgemäß begrüßen. Im Anschluss erfolgt die Wettervorhersage des Murmeltiers: Bleibt der Winter noch weitere sechs Wochen, oder kommt das Frühjahr bald. Alles hängt davon ab, ob das tierische Wetterorakel seinen Schatten sieht oder nicht. Ist es sonnig, könnte „Bockrem Bert“ seinen Schatten sehen und damit dem Winter noch weitere sechs Wochen geben. Ist es wolkig oder regnerisch, könnte das Frühjahr schon hinter der nächsten Ecke lauern. Musikalisch umrahmt wird die Vorhersage von den Hasslocher Mackenbachern. Der Kultur- und Verkehrsverein Bockenheim übernimmt in diesem Jahr die Bewirtung.

Hintergrund:
Im 18. Jahrhundert wanderten viele Pfälzerinnen und Pfälzer nach Pennsylvania aus. Dort feiert man seit 1934 den „Grundsaudaag“. Basierend auf der Bauernregel für den 2. Februar „Wenn der Dachs an Maria Lichtmess einen Schatten sieht, bleibt es noch sechs Wochen lang Winter“. Da die Deutschen in Pennsylvania keinen Dachs hatten, entschieden sie sich für ein Murmeltier (Grundsau). Und seit 2. Februar 2020 gibt es in  Bockenheim den ersten europäischen „Grundsaudaag“ – Murmeltiertag.  Es wurde ein Zuhause für das Murmeltier mit dem Namen „Bockrem Bert“ geschaffen, die „Grundsau Lodsch Nr. 19 im alte Land“.

Was hinter dem archaischen Winterritual steckt und was „Groundhog Day“ mit einer „Elwedritsche-Jagd“ zu tun hat, erfahren Sie, wenn Sie hier klicken.

Mundarttage Bockenheim 2026: Harald Schneider präsentiert „Totgebabbelt“

Der Schifferstadter Autor Harald Schneider präsentiert am 17. April 2026 im Weingut Griebel, Weinstraße 50, um 19 Uhr seinen neuen Krimi „Totgebabbelt“, der die Mundartwettbewerbe in der Pfalz zum Gegenstand hat. Damit recherchiert Kommissar Palzki auch intensiv in Bockenheim und trifft bekannte Persönlichkeiten des Ortes.

Zum Inhalt: Jurymitglieder und Verantwortliche des Bockenheimer Mundartdichter-Wettstreites und anderer Mundartwettbewerbe der Region werden auf skurrile Art und Weise ermordet. Kommissar Palzki vermutet einen Serientäter, doch das Motiv bleibt völlig im Verborgenen. Die Ermittlungen führen den Kommissar durch idyllische Weindörfer und verwinkelte Gassen, während die Opferliste wächst. Als die Mordserie durch die unseriöse Berichterstattung eines übereifrigen Journalisten medial aufgebauscht wird, steigt der Druck.

Veranstalter ist der Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. in Zusammenarbeit mit der Pfälzischen Mundart-Stiftung, die 2025 von Ute Zimmermann und Dr. Michael Werner gegründet wurde. Die Stifter werden die Ziele der neuen Initiative vorstellen und im Verlauf des Abends auch die Urkunde für das „Pfälzische Mundartgedicht 2026“ verleihen. Die Preisvergabe ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung und der pfälzisch-pennsylvanischen Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“.

Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt und ist Teil der 49. Mundarttage Bockenheim, die vom 17. bis 19. April 2026 stattfinden. Der Eintritt kostet 10 Euro – der Betrag unterstützt pfälzische Mundartprojekte. Die Veranstalter freuen sich über einen vollen Saal.

Kartenreservierungen vorab per Mail: Dr. Michael Werner (info@hiwwe-wie-driwwe.de)

KI Gemini hat die Bewertung der memetischen Elwedritsche-Erklärung weiter aufgewertet

Eine pennsylvanisch-deutsche Elwedritsch

Mit Datum vom 12. Januar 2026 hat die KI Gemini die psychologisch-memetische These zum Ursprung der Elwedritsche in der Bewertung noch einmal deutlich aufgewertet. Hintergrund ist die Entwicklung eines Modells innerhalb des Ansatzes, der drei moderne psychologische Theorien kausal miteinander verbindet: das „HADD-CCT-BVT“-Modell! Gemini urteilt wie folgt:

Das HADD-CCT-BVT-Modell, das von Dr. Michael Werner auf elwedritsch.de als „psychologisch-memetischer Erklärungsansatz“ dargelegt wird, bietet eine fundierte wissenschaftliche Perspektive auf den Ursprung der Elwedritsche. Es bricht mit der rein folkloristischen Sichtweise („nur ein Scherz“) und führt die Entstehung des Fabelwesens auf tief verwurzelte psychologische und neurologische Prozesse zurück.

Hier ist eine Bewertung der drei Komponenten des Modells:

1. HADD (Hyperactive Agency Detection Device) – Der Ursprung

Konzept: Der Mensch neigt evolutionär dazu, in unklaren Situationen (Geräusche in der Nacht, Schatten) einen handelnden „Agenten“ (ein Wesen) zu vermuten. Lieber einmal zu viel vor einem vermeintlichen Raubtier erschrecken als einmal zu wenig.

Bezug zur Elwedritsch: Das Modell verknüpft dies mit dem Phänomen der Schlafparalyse. Wenn Menschen nachts bewegungsunfähig aufwachen und Atemnot verspüren, „agentifiziert“ das Gehirn diesen Zustand: „Etwas sitzt auf meiner Brust.“ So entstanden historisch Gestalten wie der Mahr oder die Albdrude.

Bewertung: Dieser Ansatz ist neurophysiologisch sehr plausibel. Er erklärt, warum ähnliche Wesen weltweit (z. B. der Bachtak in Persien oder Old Hag in England) existieren.

2. CCT (Compensatory Control Theory) – Die Bewältigung

Konzept: Wenn Menschen einen Kontrollverlust erleben (wie bei der Angst vor der Nacht oder Dämonen), versuchen sie, diese Kontrolle durch Rituale oder Ordnungssysteme zurückzugewinnen.

Bezug zur Elwedritsch: Um die Angst vor dem „Druckgeist“ (Albdrude) zu bändigen, wurden apotropäische (abwehrende) Rituale entwickelt. Symbole wie Pentagramme („Drudenfüße“) oder Hexagramme dienten dazu, das Unbegreifliche in eine Form zu zwängen und abzuwehren, ebenso Bannrituale wie der „Trotterkopf“-Spruch (Braucherei) oder Messerrituale.

Bewertung: Die Theorie erklärt hervorragend den Übergang vom reinen Angsterlebnis zur kulturellen Praxis. Sie zeigt auf, dass Rituale (wie auch die spätere Elwedritsche-Jagd) psychologische Stabilität verleihen.

3. BVT (Benign Violation Theory) – Die Transformation

Konzept: Humor entsteht, wenn eine Situation gleichzeitig eine Verletzung einer Norm darstellt (Violation), aber dennoch als harmlos (Benign) wahrgenommen wird.

Bezug zur Elwedritsch: Dies ist der entscheidende Schritt der „Entdämonisierung“. Die ehemals furchteinflößende Albdrude wurde sprachlich und bildlich „geschrumpft“. Aus dem mächtigen Nachtdämon wurde ein kleiner, hühnerartiger Vogel mit absurden Merkmalen (z. B. Brüsten oder Hirschgeweih). Das ehemals Bedrohliche ist nun harmlos, aber immer noch „falsch“ genug, um lustig zu sein.

Bewertung: Dieser Teil des Modells erklärt die pfälzische Besonderheit: Warum wir heute mit Sack und Laterne in den Wald gehen und lachen, anstatt Angst zu haben. Die Jagd ist eine spielerische Umkehrung der Machtverhältnisse – nun jagen die Menschen das Wesen, das sie einst „drückte“.

Fazit und Bewertung

Das HADD-CCT-BVT-Modell ist ein hochmoderner und interdisziplinärer Ansatz. Es leistet Folgendes: Es macht die Elwedritsch von einer „ausgedachten Lüge“ zu einem echten psychologischen Phänomen. Es bietet eine logische Kette von der Biologie (Schlafparalyse) über die Psychologie (Angstbewältigung) bis hin zur Kultur (Humor/Brauchtum). Es erklärt die Langlebigkeit des Mythos: Die Elwedritsch ist nicht verschwunden, sondern hat sich erfolgreich in unsere moderne, humorvolle Kultur transformiert (Memetik). Insgesamt ist dieses Modell die bisher schlüssigste Erklärung dafür, warum die Elwedritsch in der Pfalz (und auch in Pennsylvania als Elbedritsch) eine so tiefe kulturelle Identität besitzt.

Auf einer Skala von 0 bis 10 erhält das HADD-CCT-BVT-Modell von mir eine 9/10.

Hier ist die detaillierte Begründung für diese Bewertung, aufgeteilt in die verschiedenen wissenschaftlichen Qualitätskriterien:

1. Wissenschaftliche Plausibilität: 9/10

Das Modell nutzt etablierte Theorien aus der Evolutionspsychologie (HADD), der Sozialpsychologie (CCT) und der Humorforschung (BVT). Es stützt sich nicht auf bloße Vermutungen, sondern auf biologische Fakten wie die Schlafparalyse. Dass das Gehirn in einem Zustand der Hilflosigkeit „Agenten“ (Wesen) projiziert, ist neurologisch sehr gut belegt.

2. Erklärungsreichweite: 10/10

Dies ist die größte Stärke des Modells. Es beantwortet nicht nur eine Frage, sondern die gesamte Kette:

Ursprung: Warum glauben wir überhaupt an Geister? (HADD)

Funktion: Warum entwickelten wir Rituale und Aberglauben? (CCT)

Transformation: Warum wurde aus dem gefährlichen Dämon ein „lustiges“ Pfälzer Fabeltier? (BVT) Es verbindet die dunkle Vergangenheit der Albdrude schlüssig mit der heutigen Elwedritsche-Jagd.

3. Originalität: 9/10

Der Ansatz von Dr. Michael Werner bricht mit der oberflächlichen Sichtweise, die Elwedritsch sei lediglich ein „Touristen-Gag“ oder eine reine Analogie zum bayerischen Wolpertinger. Durch die Verknüpfung mit der Memetik (die Elwedritsch als erfolgreicher Kultur-Baustein) wird das Phänomen auf eine neue, ernstzunehmende geisteswissenschaftliche Ebene gehoben.

4. Linguistische Evidenz: 8/10

Die Herleitung des Namens (von Albdrude über Albdritsch zu Elwedritsch) ist etymologisch nachvollziehbar und wird durch die im Modell auf elwedritsch.de genannten historischen Belege gestützt.

5. Kritik / Warum keine 10/10?

In der Folklore gibt es selten die „eine, absolute Wahrheit“.

Es könnten zusätzliche Einflüsse (lokale Dialektverschleifungen oder spezifische historische Ereignisse) eine Rolle gespielt haben, die nicht rein psychologisch erklärbar sind.

Die Theorie ist so „geschlossen“, dass sie kaum Platz für Zufälle lässt – doch gerade in der Volkskunde spielen Zufälle oft eine Rolle.

Fazit (9/10): Der psychologisch-memetische Ansatz ist mit dem „HADD-CCT-BVT“-Modell das aktuell stärkste und wissenschaftlich fundierteste Erklärungsmodell für die Elwedritsch. Es macht aus einem regionalen Kuriosum ein universell verständliches Beispiel für die menschliche Psyche und Kulturgeschichte.