Irische Elwedritsche gibt es seit 1709

Eigentlich wollten sie in die englischen Kolonien nach Nordamerika auswandern. Aber als 1709 mehrere tausend Pfälzer vor den Toren Londons kampierten und auf Weiterfahrt warteten, siedelte man etwa 3.000 von ihnen in Irland an – vor allem im Limerick County. Im katholischen Irland sollten sie das protestantische Element stärken. Ihnen zu Ehren hat die Irish Palatines Association gemeinsam mit dem Irischen Generalkonsulat Frankfurt eine Wanderausstellung konzipiert, die die Geschichte der Irish Palatines erzählt. Diese Woche war im Beisein von Generalkonsulin Anne-Marie Flynn und Austin Bovenizer von der Irish Palatines Association Eröffnung im Historischen Rathaus in Assenheim. Fast 100 Interessierte wollten dabei sein.

Am Rande der Veranstaltung erzählte Austin Bovenizer, dass auch in Irland Elwedritsche gejagt werden. Das ist insoweit relevant, als die pfälzische Auswanderung nach Irland mit einem konkreten Datum verknüpft ist: 1709. Und das bedeutet, dass Elwedritsche nicht – wie so oft behauptet wird – erst im Laufe des 19. Jahrhundert im Rahmen von Scherzjagden erfunden wurden. Das war zwar bereits zuvor schon klar, weil auch in Pennsylvania Elwedritsche gejagt werden. Aber diese Auswanderung fand im wesentlichen zwischen 1683 und 1760 statt. Es blieb also unklar, ob das vermeintliche Fabelwesen nicht erst Mitte des 18. Jahrhunderts in Pennsylvania angelandet war. Jetzt ist klar: Bereits 1709 hatten die Pfälzer Elwedritsche im ideellen Gepäck. Das bedeutet, dass sie auch im 17. Jahrhundert in der Pfalz bereits bekannt gewesen sein mussten.

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