

Elwedritsche finden sich in Quellen spät – erst ab dem 19. Jahrhundert. Zwar hatten bereits die pfälzischen Auswanderer, die sich zwischen 1709 und 1776 rund um Philadelphia (PA) niederließen, “Elbedritsche” im kulturellen Gepäck, doch schriftliche Zeugnisse sind rar. Eine “Elbedritsch hunt” ist in Pennsylvania erst für das Ende des 19. Jahrhunderts schriftlich belegt.
Um so interessanter ist deshalb der Hinweis auf die Sichtung eines “Elfentritschenwolpertingers” im Jahr 1847 der Gegend des zwei Jahre danach gegründeten Luckenbach (TX). Das ist acht Jahre vor einer ersten literarischen Erwähnung im deutschen Sprachraum – als “Elbentrötsch” im Roman “Ekkehard” durch den Autor Victor von Scheffel (1855). Organisiert wurde die Texas-Auswanderung in den 1840er Jahren durch den “Mainzer Adelsverein”, und auch heute noch sprechen einige tausend Menschen in der Gegend rund um Fredericksburg (TX) “Texas-Deutsch”.
Der Begriff “Elfentritschenwolpertinger” macht deutlich, dass den Menschen bereits zu diesem Zeitpunkt die Verwandtschaft von (kurpfälzischer) “Elwedritsch” und (bayrischem) “Wolpertinger” bewusst war. Bei beiden handelt es sich um einen nächtlichen Druckdämon (“Albdrude”), der kulturell über viele Generationen miniaturisiert und damit entdämonisiert wurde, um die Angst vor dem Phänomen der Schlafparalyse zu verarbeiten. Der Name “Wolpertinger” soll auf Walburga zurückgehen, die an einem 1. Mai heilig gesprochen wurde – was im katholischen Bayern durchaus relevant ist. Für den dämonischen Kontext ist das Datum insoweit relevant, als die “Walpurgisnacht” oder “Hexennacht” in der Nacht auf den 1. Mai stattfindet. Über die Kurzform “Walper” habe sich lautlich der “Walper/Wolper-tinger” entwickelt. Die Pfalz gehörte im 19. Jahrhundert zu Bayern, was eine ähnliche Entwicklung der volkskundlichen Bräuche rund um die Jagd dieser vermeintlichen Fabeltiere angestoßen haben könnte. Bereits beim “Luckenbach incident” in den Wäldern rund um den South Grape Creek wird auf den Zusammenhang von Alkohol und Sichtung hingewiesen. Mehr Informationen gibt es hier.






















































