
Von Michael Werner
Die Katze ist aus dem Sack: Hinter der Elwedritsch verbirgt sich weder ein Fabeltier noch ein fantastisches Tierwesen. Vor ihrer Verwandlung in eine scheue, harmlose Waldbewohnerin war sie ein furchterregender weiblicher Dämon, vor dem die Menschen sich nachts fürchteten: Sie tötete kleine Kinder, Schwangere und Wöchnerinnen – allein schlafenden Männern wurde sie ebenfalls zur Gefahr. Man schützte sich mit Ritualen, Symbolen und manch einem Talisman. Es half nichts. Von ihrem Ursprung in Mesopotamien zog sie sich auf zwei Routen durch die Kulturgeschichte: Zum Einen wanderte sie mit indoeuropäischen Bauernvölkern von Persien aus nach Westen bis Portugal und nach Osten bis Indien. Zum Anderen verschaffte sie sich Eingang in die hebräisch-aramäische Kulturgeschichte. Über Tora und Talmud übersiedelte sie mit Juden ins Römische Reich und tausend Jahre später ins Rheintal. Da hatte sie auch schon Spuren in der Kabbala hinterlassen. Am Rhein trafen sich der indoeuropäische und der hebräisch-aramäische Strang wieder: in Mainz, Worms und Speyer. Christliche wie jüdische Nachbarn fürchteten sich vor dem gleichen nächtlichen Dämon. Ihre Abwehrhandlungen machten über einen längeren Zeitraum aus der übermächtigen Lilith ein harmloses Hühnertier, das man in den Wald verbannte. Die Elwedritsch war geboren …
Alle Hintergründe gibt es hier: Elwedritsche – Dunkle Gefährten und www.elwedritsch.de






















































