Richard Savidge – Lehrer, Sportler, Mundartautor

Richard Savidge (1937-2024) im Jahr 2019 in Kutzeschtettel

Ein Nachruf

„Satch“, wie ihn alle Welt nannte, traf ich immer wieder. Er kam aus Hegins (PA) und damit aus einer Ecke des Pennsylvania Dutch Country, wo man nur hinkommt, wenn man bewusst hinkommen will. Der Mundartautor Bill Klouser (1922-2010) kam aus der selben Region, die ich sehr mag, auch wenn andere die Menschen dort als „Hinnerbariyer“ oder die Gegend selbst als „hinterland“ bezeichnen.

Richard Savidge (1937-2024) war Lehrer an der Tri-Valley Highschool gewesen und hatte dort Biologie und Sport unterrichtet. Wenn es hektisch wurde, wechselte er auch in der Schule schon einmal vom Englischen ins Pennsylvanisch-Deutsche.

Ich kannte ihn seit 2010. 2006 hatten der Deutschlehrer Bill Quinter und Prof. Bill Donner von der Kutztown University beim Kutztown Folk Festival ein „Mudderschprooch Schreiwer Fescht“ gegründet, und „Satch“ nahm bei dieser Lesung eigentlich jedes Jahr mit einem eigenen Text teil. Die Fahrt nach Kutztown dauert nur eine Stunde, aber die Gegenden unterscheiden sich deutlich.

Seit 2011 vergibt unsere Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ in Kooperation mit dem Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. einen „Hiwwe wie Driwwe Award“ unter den Teilnehmern dieser Veranstaltung. Gleich die erste Auszeichnung erhielt Richard Savidge für seinen Text „Es iss Winder im Daal“. Es hat ihm viel bedeutet.

Irgendwann überreichte er mir eine komplette Sammlung seiner Texte, und ich versprach ihm, sie in mein Deutsch-Pennsylvanisches Archiv aufzunehmen, das seit 2016 im Mennonitischen Forschungszentrum auf dem Weierhof bei Kirchheimbolanden untergebracht ist. Er war selig, dass Arbeiten von ihm in Deutschland öffentlich zugänglich sein würden.

„Des iss ganz wunnerbaar“, hat er geantwortet. „Ganz wunnerbaar.“ Jetzt ist er im Alter von 87 Jahren verstorben.

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