
Zum 30. Jahrestag unserer ersten Begegnung
Mittlerweile hat sich in der Pfalz und angrenzenden Regionen herumgesprochen, dass das alljährlich Anfang Juli stattfindende „Kutztown Folk Festival“ eine gute Gelegenheit ist, mit Mundartsprechern in Kontakt zu kommen. Bekannt wie ein bunter Hund ist dort der Musiker und Redner Keith Brintzenhoff, der auch in der Stadt lebt.
Erstmals getroffen habe ich Keith bei meiner Pennsylvania-Reise im Juli 1994, als ich noch an der Universität Mannheim studierte. Als Musiker sah ich natürlich das Musik- und Buchgeschäft mit dem Namen „Pennsylvania Dutch Hobbies“ auf der Hauptstraße von Kutztown, und ging hinein. Ich war sehr überrascht, dass es dort nicht nur viel Material zum Thema Pennsylvania Dutch zu kaufen gab, sondern der „Schtorkieper“ (Geschäftseigentümer) mich auch in Mundart begrüßte: „Ach, du Liewer, vun Deitschland bischt! Sell kammer net glaawe.“ Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die nun genau seit 30 Jahren besteht.

In den darauffolgenden Jahren lüftete Keith für mich das Geheimnis, wie Banjo und Mountain Dulcimer funktionieren – zwei für die pennsylvanisch-deitsche Folk Music wichtige Instrumente. Wichtiger noch: Er brachte mich in Kontakt mit Musikern, von denen ich in den folgenden Jahren viel lernen sollte: Mike & Linda Hertzog, Dave Kline („East Side Dave“), Chris LaRose, John Schmid, Robert Entler, der Martin Family und vielen anderen.
2015 nahm ich bei Mike Hertzog in der Musikschule bei Meadwood Music in Blandon (PA) einige Banjo-Unterrichtsstunden. Nicht viele, aber sie reichten, um mich auf der Bühne mit der „New Paltz Band“ mit dem Banjo nicht zu verletzen. Immerhin. Chris LaRose wies mich beim Besuch in Ober-Olm im Rahmen der “Hiwwe wie Driwwe Tour 2016” in die Clawhammer Technik auf dem Banjo ein.
2019 war ich mit meiner Band beim Kutztown Folk Festival zu Gast. Auf Einladung des Goethe Instituts Washington waren wir Teil des Kulturprogramms “Wunderbar Together”, das vom Deutschen Außenministerium in Berlin finanziert wurde. 2022 trat ich mit einem Sologrogramm in Kutztown auf.

Zurück zu Keith: Wann immer ich in den letzten 30 Jahren Kutztown besuchte, schaute ich auch bei ihm und seiner Frau Karlene vorbei. Wenn ich mich einige Tage im ländlichen, konservativen Pennsylvania Dutch Country bewegte, fühlte ich mich danach am Küchentisch bei Brintzenhoffs bei einem Glas Bier und netten Gesprächen immer besonders wohl.
Mit der „Hiwwe wie Driwwe Palatinate Tour“, die ich seit 2008 hier bei uns in der Pfalz organisiere, brachte ich Keith 2012 und 2023 nach Deutschland. Seine Konzerte sind immer etwas Besonderes, weil er auch ein überaus humorvoller Redner ist.
Dass das Pennsylvanisch-Deutsche in Berks County auf dem Rückzug ist, bekümmert Keith Brintzenhoff. „Was kammer duh?“, fragt er dann. Und macht dann weiter mit dem, was er schon seit Jahrzehnten tut: Er macht Auftritte, spricht bei Veranstaltungen, gibt Unterricht in Mundart und ist vor allem einer der wesentlichen Mitgestalter des Kutztown Folk Festivals.
Wer dort hingeht, wird ihn nicht verfehlen. Wo große Fröhlichkeit herrscht, ist er nicht weit. Grooss Dank, Keith, fer en Freindschaft vun 30 Yaahr!








(2017)































































